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Zum Stopfen der Löcher von Murmeltieren hat sich Gebietsbetreuer Marco Müller (l.) mit ein paar Helfern auf der Kümpflalm von Bezirksalmbauer Nikolaus Schreyer (hinten 5.v.r.) getroffen.

„Wir haben das Risiko für Rinder halbiert“

Warum diese Gruppe 80 Murmeltier-Löcher zugeschüttet hat

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Gebietsbetreuer Marco Müller hat mit vielen Helfern 80 Löcher unbenutzter Murmeltierbauten verschlossen. Warum das lebenswichtig war, erklärt er im Interview. 

Die Aktion von Gebietsbetreuer Marco Müller stieß gerade bei den Onlinelesern auf heftige Reaktionen: Auf der Kümpfalm von Nikolaus Schreyer im Rotwandgebiet wollte Müller mit einigen Helfern ungenutzte Löcher von Murmeltieren verschließen. 

Der Grund: Rinder können sich dort verletzen, die Fläche kann schlechter bewirtschaftet werden und Hänge können gar abrutschen. Viele Leser konnten diese Maßnahme nicht verstehen. Wir haben uns bei Müller erkundigt, was das Verschließen der Löcher gebracht hat und wie es nun weitergeht.

Herr Müller, wie viele Löcher haben Sie denn gestopft?

Müller: Vorausgegangen ist unserer Aktion eine Kartierung der Murmeltiereingänge aller drei Territorien auf der Alm. Von den insgesamt 193 Eingängen waren 101 nicht mehr genutzt – das konnten wir zum Beispiel aus Spinnweben am Zugang schließen. Von denen haben wir 80 Löcher wieder verschlossen. Nach vier Stunden waren wir fertig.

Aber Sie waren ja auch nicht allein unterwegs.

Müller: Nein, zum Glück nicht. Wir sind froh darüber, dass wir für die Arbeit Hilfe bekommen haben. Neun Mitarbeiter der Firma Integrium GmbH haben an dem Tag ehrenamtlich etwas Gutes für die Natur getan. Damit ist sowohl den Murmeltieren als auch der Almwirtschaft gedient. Denn ohne Almwirtschaft gäbe es dort oben auch keine drei Murmeltier-Territorien. Almbauer Nikolaus Schreyer und die Almerin haben uns ebenfalls unterstützt.

Haben Sie und Ihre Helfer denn auch Murmeltiere entdeckt?

Müller: Ja, aber Sie können davon ausgehen, dass wir keinem Tier geschadet haben. Wir haben nur die ganz eindeutig nicht mehr genutzten Eingänge verschlossen. Die Unterscheidung zwischen einem aktuell genutzten und einem nicht mehr genutzten – teilweise eingefallenen oder eingewachsenen – Eingang ist sehr klar.

Und hat die Aktion etwas gebracht? Können Sie das schon einschätzen?

Müller: Durch unsere Aktion haben wir das Risiko halbiert, dass sich ein Rind in einem Loch verletzt. Dies ist eine deutliche Verbesserung der Situation. Neben dem Verschließen nicht mehr genutzter Löcher haben wir auch die Auswürfe und Steine beseitigt. Damit wurde die nutzbare Weidefläche vergrößert.

Wird eine weitere Aktion notwendig sein?

Müller: Geplant ist aktuell auf dieser Alm keine weitere Aktion. Aber natürlich ist es denkbar, eine derartige Aktion zu wiederholen. Die Murmeltiere werden immer wieder neue Gänge graben und alte dafür auflassen. Das bedeutet, dass es auch immer mal wieder Handlungsbedarf gibt. Dadurch, dass ich jetzt alle Eingänge erfasst habe, können wir nun genau verfolgen, wie viele im nächsten Jahr hinzukommen.

nip

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