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Auf keinen Fall verkaufen will der Schlierseer Gemeinderat die alte Schule – da war man sich einig. Per Beschluss festlegen wollte das aber kaum jemand. Vorerst will man noch abwarten.

Keine Einigung trotz Einigkeit

Was passiert mit der alten Schule in Schliersee?

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Gewissheit schaffen, wie es mit dem alten Schulgelände weiter geht – das wollte Gerhard Weitl im Gemeinderat. Eine löbliche Absicht, fanden alle. Festlegen wollte sich aber niemand.

Schliersee – In vier Wochen soll klar sein, ob das Schulhaus in der Lautererstraße abgerissen oder erhalten werden soll – das beschloss der Schlierseer Gemeinderat vor eineinhalb Jahren. Eine Entscheidung gibt es allerdings bis jetzt nicht. Die Verzögerung verunsichere die Menschen, findet Gerhard Weitl (SPD). Damit die Gerüchteküche nicht weiter brodelt, wollte er klar beschließen: „Das Grundstück bleibt in Schlieerseer Hand und wird nicht verkauft.“

Weitls Vorschlag fand im Gemeinderat wenig Unterstützung. Zwar stimmten grundsätzlich alle Mitglieder zu, das Schulgelände nicht zu verkaufen. Mittels Beschluss festlegen wollte sich jedoch niemand.

Keine Einigung trotz Einigkeit in der Sache, also. Dafür gab es viele Gründe. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) fand, dies sei „der falsche Augenblick für einen Beschluss.“ Natürlich habe auch er nicht vor, das für die Gemeinde wichtige Objekt für Eigentumswohnungen zu verkaufen. Dennoch wolle er sich ohne ein klares Konzept nicht auf einen Beschluss festlegen. Die Aufwertung der Ortsmitte sei mit der Renovierung des Heimatmuseums schon ein großes Stück vorangekommen. Dieses Projekt wolle er erst abschließen, bevor er mit dem nächsten Schritt weiter mache. Außerdem sei es wichtig, die Bürger einzubeziehen. „Selbst wenn wir erst in drei oder fünf Jahren eine Lösung finden, nachfolgende Generationen werden uns für die Fläche dankbar sein“, meinte Schnitzenbaumer.

Der Gemeinderat solle sich nicht von Gerüchten treiben lassen, fand Florian Zeidl von der CSU. „Wir wissen ja woher die kommen.“ Das Projekt Schule sei schon weit vorangekommen, die Architekten hätten bereits einige gute Ideen entwickelt. Auf dieser Basis wolle er nun sorgfältig aufbauen. „Das muss man nicht auf die lange Bank schieben“, fand Zeidl. „Wir können es gleich angehen, wenn wir mit der Lautererstraße fertig sind.“ Jetzt schon Beschlüsse zu fassen, sei aber noch zu früh.

Gerhard Krogoll (CSU) merkte an, dass niemand wisse, was die Zukunft bringt. Sollte die Gemeinde beispielsweise irgendwann einmal in finanzielle Not geraten und ein Investor viel Geld für das alte Schulgelände bieten, könne ein Verkauf durchaus sinnvoller erscheinen als heute. Es bringe nichts, sich diese Notfall-Option zu verbauen, bevor es klare Pläne für die weitere Nutzung gebe. Sollte eine Finanznot ausbleiben, sprach sich Krogoll für eine Entwicklung des Grundstücks „zu einem echten Zentrum“ aus.

Da alle Wortmeldungen in eine einheitliche Richtung gingen, beendete Schnitzenbaumer den Tagesordnungspunkt ohne Beschluss. Das Thema solle später wieder angegangen werden.

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