+
Erfolg führt zum Engpass: An der Abzweigung zum Wasmeier-Museum kommt es immer wieder zum Verkehrschaos. Eine Linksabbiegespur ist gefordert, hängt aber laut Bebauungsplan am Wintersportmuseum.

Geschickt umfahren

Wasmeier braucht weder Genehmigung noch Abbiegespur für seine Winterstube

  • schließen

So kommt man auch ins Ziel: Ganz ohne Genehmigungsverfahren und ohne lang ersehnte Linksabbiegespur. Markus Wasmeier kriegt mit einem geschickten Trick seine Winterstube ohne Straßenstress.

Schliersee - Markus Wasmeier eine Winterstube aus dem Jahr 1884 – komplett aus Holz und mit typischer Feuerstelle – auf dem Museumsgelände aufbauen. Die Bayerischen Staatsforsten hatten ihm angeboten, die aufgelassene Waldarbeiterhütte von der Söllbachklause in Bad Wiessee ins Freilichtmuseum in Fischhausen zu verlegen. Der Doppel-Olympiasieger nahm das Angebot dankend an. Errichtet werden soll sie im Eingangsbereich des Museums – im Bereich für die Jahrhundertwende. Die Bauernhäuser im Dorf sind deutlich älter.

Dieser Bereich unterliegt aber der neuzeitlichen Bauleitplanung, und die sieht ein klar definiertes Baufenster vor, da unweit ein Weiher-Biotop liegt. Weil der geplante Standort der Winterstube zunächst außerhalb des Fensters lag, wäre ein Baugenehmigungsverfahren notwendig gewesen. Doch in der Sitzung war alles hinfällig, wie Bauamtsleiterin Birgit Kienast erklärte: Die Winterstube wurde zwischenzeitlich in das vorgesehene Baufenster verschoben. Damit entspreche alles dem Bebauungsplan – das Projekt kann im Freistellungsverfahren erfolgen.

Damit ist auch eine weitere Hoffnung vom Tisch, über den Bebauungsplan Wasmeier endlich zum Bau der geforderten Linksabbiegespur auf der Bundesstraße 307 zu bewegen. Wie berichtet, hat sich das Freilicht-Museum zum Bau der Linksabbiegespur verpflichtet, jedoch in jener Fassung des Bebauungsplans, in der auch das einst geplante Wintersportmuseum angesiedelt ist. 

Wann dieses gebaut wird, ist derzeit offen. Gegenüber unserer Zeitung hatte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) bereits erklärt: „So lange das Wintersportmuseum nicht kommt, ist keine Linksabbiegespur gefordert.“

Für Robert Mödl (Die Schlierseer) ein unbefriedigender Zustand, wie er nun erneut betonte: „Wasmeier spart sich auf diese Weise diese Spur. Ich finde das nicht gut, denn die Spur müsste sein.“ Hintergrund sind die Verkehrsprobleme, die Wasmeiers Besucherströme mit ihren Autos auf der B307 immer wieder verursachen. Laut Beschlusslage will sich die Marktgemeinde nicht an den Kosten für die Spur beteiligen. Und das Staatliche Bauamt Rosenheim scheut sich davor, dort die kaputte Fahrbahndecke zu sanieren – wenn an jener Stelle in einigen Jahren ohnehin eine Baustelle aufgemacht werden könnte. Die Abbiegespur, sie wartet wohl noch länger auf ihre Ideallinie.

ddy

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Es dauert länger und wird wohl teurer
Der Nachholbedarf bei Kinderbetreuungsplätzen in Schliersee ist groß. In Schliersee selbst, aber auch in Neuhaus geht es mit dem Ausbau schleppender voran als gewünscht.
Es dauert länger und wird wohl teurer
187 Einsätze: Feuerwehr Irschenberg 2017 stark gefordert
Die Feuerwehr Irschenberg blickt erneut auf ein einsatzreiches Jahr zurück. Nicht nur die Unfälle auf der Autobahn waren dafür verantwortlich. 
187 Einsätze: Feuerwehr Irschenberg 2017 stark gefordert
Achtung Lawinengefahr: Sprengungen und Sperrungen im Landkreis
Große Lawinengefahr herrscht derzeit in den Bergen im Landkreis. Mit ersten Folgen: An der Spitzingstraße wurden Sprengungen durchgeführt, die B307 bei Wildbad Kreuth …
Achtung Lawinengefahr: Sprengungen und Sperrungen im Landkreis
Nun kommt der Einstieg in die Fläche
Gute Nachricht für die Internet-Nutzer, die etwas abseits angesiedelt sind: Die Stadt Miesbach steigt in das zweite Förderverfahren zum Breitband-Ausbau ein.
Nun kommt der Einstieg in die Fläche

Kommentare