Freut sich wieder auf die Besucher: Markus Wasmeier in seinem Freilichtmuseum in Fischhausen.
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Freut sich wieder auf die Besucher: Markus Wasmeier in seinem Freilichtmuseum in Fischhausen.

Sommer wie 2020 wäre Wunsch

Wasmeier hofft auf Freilichtmuseum-Öffnung nach Pfingsten

Wann Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier sein Freilichtmuseum in Fischhausen öffnen darf, weiß er noch nicht. Doch er hofft, dass Gäste dort bald wieder die Seele baumeln lassen.

Schliersee – Wann die erhofften Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Landkreis Miesbach möglich werden, ist aktuell noch unklar. Planen fällt da schwer. Im Interview mit unserer Zeitung berichtet Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier (57), was er mit seinem Freilichtmuseum jetzt vor hat und wie seine Angestellten durch die Krise kommen.

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Wasmeier hofft auf Freilichtmuseum-Öffnung nach Pfingsten

Herr Wasmeier, planen Sie, das Wasmeier Freilicht Museum diese Saison zu öffnen?

Ja, wir planen schon zu öffnen. Nur wissen wir nicht, ob noch dieses Jahr (lacht). Nein, im Ernst: Wir haben in unserer Planung die Pfingstferien angepeilt, aber jetzt zeichnet sich ab, dass es wohl noch später wird. Wir hoffen natürlich darauf, dass der Impffortschritt Ende Mai, Anfang Juni so weit ist, dass wir unsere Gäste wieder bei uns willkommen heißen können.

Wie bereiten Sie sich auf diese unsichere Öffnung vor?

Was uns sehr weiterhilft: Wir dürfen Leute für die Saison einstellen und sie dann direkt in Kurzarbeit schicken. So ist sicher, dass wir, sobald wir dann öffnen können, genug Mitarbeiter haben, um das Museum mit Gastronomie auch zu betreiben. Der Staat hilft uns da schon sehr. Das muss man sagen. Aber: Wir brauchen auch Vorlauf. Gerade um den Minijobbern Bescheid zu geben und die Arbeitspläne vorzubereiten.

Sobald Sie dann öffnen dürfen: Planen Sie mit einer normalen Saison?

Normal wird die Saison sicher nicht. Die Auflagen werden sicherlich dieselben sein wie im vergangenen Sommer. Wir werden sehen, welche Bestimmungen es geben wird, Negativtests oder so etwas. Aber ich bin sehr gespannt auf die Reaktion der Menschen. Wenn ich mich so umhöre, geht das Abholgeschäft bei vielen gastronomischen Betrieben immer schlechter. Als hätten die Leute keine Lust mehr darauf. Aber ich hoffe trotzdem, dass die Leute annehmen, was wir hier zu bieten haben: Die Seele baumeln lassen und mal andere Dinge erleben als im Lockdown-Alltag.

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Wie ist es im vergangenen Sommer gelaufen?

Da hat es wirklich gut geklappt. Das war ein Super-Sommer. Unsere Gäste waren sehr dankbar und haben sich gefreut, mal wieder rauszukommen. Und diese Stimmung hat sich auch auf unser Team übertragen. Das war wirklich toll! Aber gerade unsere Außengastronomie ist natürlich stark vom Wetter abhängig. Wenn das Wetter nicht mitspielt, sieht es schlecht aus mit der Saison.

Wie geht es Ihren Mitarbeitern jetzt im Lockdown?

80 Prozent unserer Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Und wir haben Hygienekonzepte, die auch gut funktionieren: Wir haben die Schichten so gelegt, dass sich die Angestellten nicht treffen und das Ansteckungsrisiko minimal ist. Abgesehen davon freuen wir uns natürlich alle über jeden Schritt, der Richtung Öffnungen gegangen wird. Wir sind da optimistisch. Mit ein bisschen Glück wird das wieder so ein Super-Sommer wie im letzten Jahr.

Haben Sie Neuerungen geplant für die neue Saison?

Also erst mal hat uns der Lockdown in unserer Planung zwei bis drei Jahre zurückgeworfen. Wir konnten zwar all die Reparaturen durchführen, die anstanden. Das haben wir ganz gut jongliert. Aber wir haben zum Beispiel unsere Winterstube, die jetzt lange Zeit in Arbeit war, fertiggestellt und wollten sie eigentlich vergangenen Winter öffnen. Das ging natürlich nicht. Jetzt wollen wir sehen, ob es diese Saison klappt. Und es wird noch etwas ganz Neues geben. Wir haben zusammen mit Professor Jürgen Tautz, dem Bienenexperten aus Würzburg, eine Ausstellung vorbereitet: die Biene im Wandel der Zeit.

Sie müssen sich also keine existenziellen Sorgen machen?

Nein, das zum Glück nicht. Wir konnten uns in den vergangenen Jahren ein Sicherheitspolster ansparen, das uns jetzt durch die Krise bringt. Und wir haben auch staatliche Museumshilfen beantragt, denen bereits stattgegeben wurde. Alle Museen konnten einen Förderantrag stellen. Dabei geht es um besondere Investitionen, die wegen der Pandemie getätigt werden müssen: von der Infrastruktur der Hygiene über Wegführung und neue Museumskonzepte bis hin zum digitalen Ticket. Durch die Förderung von 90 Prozent der Investitionen können wir Dinge angehen, die sonst nicht möglich wären.

Das Gespräch führte Moritz Hackl.

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