Die neuerliche Zitatesammlung von Karl B. Kögl - diesmal auf der Schlierseer CSU-Homepage.

Nach Eklat auf Kreisverbands-Homepage

CSU Schliersee macht gegen Journalisten Stimmung

Schliersee - Er kann's nicht lassen: Nachdem der Webmaster der Kreis-CSU die medienkritischen Zitate von der Homepage nehmen musste, hat er Ähnliches nun auf die Seite der Schlierseer CSU gestellt.

Diesmal hat Karl B. Kögl den Begriff „Medienschelte“ in Anführungszeichen gesetzt und obendrein mit einem Fragezeichen versehen. Auf der Homepage der Kreis-CSU sah das noch anders aus. Zu Wort kommen diesmal größtenteils Journalisten. Mark Twain etwa, der da gesagt hat: „Journalisten sind Leute, die ein Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie eigentlich verfehlt haben.“

Während die Zitatesammlung und die Auseinandersetzung mit dem Begriff Journalismus in den sozialen Medien zum Teil als erneute unsaubere Attacke gewertet wird, sieht Kögl selbst die Sache gelassen: „Das sollte man nicht zu hoch hängen. Ich sehe das humorvoll. Das sind schließlich hauptsächlich selbstironische Sprüche von Journalisten.“ Mit Medien habe er keinerlei Probleme, und beleidigen wolle er auch niemanden.

Kögl hat bei der Gestaltung der CSU-Seite freie Hand und nutzt diese redaktionelle Freiheit auch. Das jetzige Vorgehen ist auch nicht mit der örtlichen CSU-Spitze abgesprochen. Der neue Ortsvorsitzende Sepp Ottys schreibt auf Anfrage aus dem Urlaub: „Ich habe in den nächsten Tagen eine Sitzung mit den Mitgliedern des Ortsvorstands, und wir werden die Sachlage noch einmal prüfen.“ Die Kreis-CSU hat – wie schon zuvor geplant – die Betreuung des eigenen Internetauftritts in andere Hände geben. Die Seite hat nun eine neue Optik, und die Ortsverbände haben die Möglichkeit, diese zu übernehmen. Die Schlierseer CSU hat verzichtet.

Kreisvorsitzender Alexander Radwan äußert sich zum Schlierseer Fall auf Twitter

Die Frage, ob es schlau ist, die Homepage einer Partei mit Zitaten ausgerechnet über Journalisten zu bestücken, beantwortet Kögl eher schulterzuckend, verweist abermals auf den ironischen Charakter und sagt: „Schließlich soll die Seite auch gelesen werden.“ Der Auftritt wurde am Mittwochnachmittag nach dem Gespräch mit unserer Redaktion geändert.

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