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Die Vorarbeiten sind schon erfolgt: Die Wurzhütte am Spitzingsee erhält Außentreppen als zweiten Rettungsweg.

Berggasthof am Spitzingsee muss nachrüsten

Wegen Brandschutz: Wurzhütte braucht zwei Außentreppen und weitere Umbauten

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Historisches Haus, moderne Vorschriften: Auch vor der Wurzhütte am Spitzingsee macht der Brandschutz nicht Halt. Der Bauausschuss hat nun mehrere Umbauarbeiten befürwortet.

Schliersee – Ob gemütlicher Hüttenabend oder komfortabler Wellnessurlaub: Der Gasthof Wurzhütte am Spitzingsee vereint den rustikalen Charme eines alten Berghauses mit den Vorzügen eines modernen Hotels. Was die Vorschriften für den Brandschutz anbelangt, ist jedoch nicht mehr das Baujahr 1720 ausschlaggebend, sondern die aktuellen Standards. Und die stellen den erfolgreichen Traditionsbetrieb, der sich in die Alte und die Neue Wurzhütte gliedert, vor so manche Herausforderung. Dies wurde nun im Schlierseer Bauausschuss bekannt.

In der jüngeren Vergangenheit seien an der Alten Wurzhütte „umfangreiche, teilweise genehmigungspflichtige Umbauarbeiten“ durchgeführt worden, berichtete Bauamtsleiterin Birgit Kienast. Nicht nur im Bereich der 35 Fremdenzimmer, sondern auch in der Gaststube mit 160 Plätzen und in der Küche. Unter anderem seien eine Betreiberwohnung, ein Fernsehzimmer, ein Kühlraum sowie eine Terrasse entstanden. Um die Brandschutzvorschriften zu erfüllen, brauchen die beiden Gebäudeteile nun auch jeweils einen zweiten Rettungsweg, erklärte Kienast.

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Beantragt sei eine teilweise eingehauste Außentreppe aus Holz an der Alten Wurzhütte mit einer längsseitigen Verlängerung der Dachtraufe und des Balkons sowie eine Wendeltreppe in Holz und Stahl an der Außenseite der Neuen Wurzhütte. Weiterhin seien aus Brandschutzgründen eine (teilweise) räumliche Trennung der Treppenhäuser sowie die Änderung der Aufteilungen mehrerer Räume – zum Beispiel im Flur, in der Gaststube, der Küche, den Toiletten und im Ski- und Fahrradlager – notwendig.

Als „verträgliche Lösung“, bezeichnete Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) die Variante am Altbau. Bei der ersten vorgelegten Version sei er noch „erschrocken“, jetzt sehe der Entwurf aber gut aus. Am Neubau sei aus Platzgründen nur die vorgelegte Variante möglich. Architekt Heinz Blees, der als Berater der Gemeinde mit im Bauaausschuss sitzt, empfahl, die Treppe an der Neuen Wurzhütte lieber an der Längsseite des Gebäudes anzubringen. „So bedrängt sie die Alte Wurzhütte“, meinte er.

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Beatrix Seidenfus (Ausschussgemeinschaft) wunderte sich hingegen über die Treppenausführung in Holz. „Wie verträgt sich das mit dem Brandschutz?“, fragte sie. Kienast verwies auf die Planfertiger. „Das ist zugleich ein Fachbüro für Brandschutz.“ Weitere Fragen gab es im Gremium nicht. Gegen eine Stimme erteilten die Ausschussmitglieder ihr Einvernehmen zum Bau der Außentreppen und den dafür notwendigen Abweichungen von der Gestaltungssatzung.

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Einen genauen Blick auf die bauliche Historie der Wurzhütte als „ortsbildprägendes Haus“ empfahl dann noch Gerhard Weitl (SPD). „Wäre das nicht was für den Denkmalschutz?“, regte er an. Schließlich gebe es dafür auch Fördergelder. Gerhard Krogoll (CSU) winkte ab. „Wir sollten den Eigentümern nicht noch mehr Schwierigkeiten machen“, sagte er. Bei der Wurzhütte handle es sich um einen touristisch wertvollen Betrieb. Auch Robert Mödl (Die Schlierseer) warnte vor den Auflagen. „Das ist für einen privaten Unternehmer finanziell nicht zu stemmen.“ Als Kompromissvorschlag bot Bürgermeister Schnitzenbaumer an, mit den Eigentümern der Wurzhütte über das Thema zu sprechen.

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