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Wegen Corona: Weniger Buchungen und mehr Stornierungen in der Alpenregion

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Von: Sebastian Grauvogl

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Alpenbahnen Spitzingsee.
Alpenbahnen Spitzingsee. © Dietmar Denger

Anders als 2020 haben die Hotels und Pensionen im Landkreis Miesbach in diesen Weihnachtsferien geöffnet. Dennoch sind viele Betten frei. Der Grund: Viele Gäste haben storniert.

Schlierach-/Leitzachtal – Zieht man den Vergleich zum Vorjahr, ist die Bettenbelegung in den Übernachtungsbetrieben im Schlierach-/Leitzachtal in diesen Weihnachtsferien sprunghaft angestiegen. Doch dieses Bild ist verzerrt, denn: 2020 war der gesamte Tourismus im Lockdown, ein Urlaub damit nicht möglich. Also muss Harald Gmeiner, Vorstand des Tourismus-Kommunalunternehmens Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), Weihnachten 2019/2020 als Basis nehmen. „Da waren wir total voll.“ Wie eigentlich immer in den vergangenen Jahren. Heuer hingegen blieben einige Zimmer frei. Die ohnehin zurückhaltenden Buchungszahlen seien durch kurzfristige Stornierungen noch weiter heruntergezogen worden. Der Grund: das Coronavirus.

Auch interessant: Corona verdirbt Weihnachtsgeschäft im Tourismus am Tegernsee

Infektionen oder Quarantäne hätten etliche Anreisen verhindert, berichtet Gmeiner. Das zumindest im Tal wenig winterlich anmutende Wetter habe hingegen keinen größeren Einfluss gehabt als sonst. Anders als die klassischen Skiregionen könne der Landkreis mit Alternativangeboten aufwarten. „Tapetenwechsel und Erholung findet man bei uns auch ohne Schnee“, sagt Gmeiner und fügt hinzu, dass etliche Skipisten und Langlaufloipen den Wärmeeinbruch gut überstanden haben.

Viele Absagen im Arabella Alpenhotel Spitzingsee

Die Absagen hat auch das Arabella Alpenhotel Spitzingsee zu spüren bekommen. Als die Infektionszahlen im November nach oben schnellten, hätten viele ihren Urlaub abgesagt, berichtet Hoteldirektor Peter Könekamp. Die Folge: „Das Weihnachtsgeschäft ist weniger als im üblichen Rahmen.“ Den Rückgang schätzt er auf etwa 20 bis 25 Prozent.

Im Alpenhotel seien es vor allem die abgesagten Firmenfeiern und Tagungen, die schmerzen. Dabei sieht Könekamp das Problem nicht so sehr bei der 2G-Regelung. „Ich glaube, das tut gar nicht mehr so weh.“ Vielmehr macht er drei andere Faktoren verantwortlich: die Sperrstunde in der Gastronomie, die Corona-Variante Omikron und Homeoffice. Letzteres, weil Firmen ihre Feiern und Tagungen nicht durchziehen würden aus Angst, dass sie bei Ansteckungen danach alle Mitarbeiter ins Homeoffice schicken müssten. Könekamp wartet mit Spannung auf die Sitzung des Kabinetts. „Meine größte Hoffnung wäre, dass die Sperrstunde aufgehoben wird“, sagt er. Aber so recht dran zu glauben, das wagt er nicht.

Immerhin: Die Familien, die nun noch im Urlaub im Arabella weilen, seien sehr zufrieden und viele, berichtet Könekamp, zeigten sich „dankbar, dass sie überhaupt kommen dürfen“.  

sg

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