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26 Meter hoch soll der Bücherstapel beim Schlierseer Maibaumlesen werden.

Veranstaltungsreihe verschoben

Wegen Coronavirus: „Schliersee liest“ erst 2021

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Die Bücherwürmer sind enttäuscht: Wegen des Coronavirus muss die Premiere der Veranstaltungsreihe „Schliersee liest“ auf 2021 verschoben werden. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Schliersee – Der Terminkalender prall gefüllt, die Grußworte fertig formuliert: Nicht nur bei Bücherwürmern steigt die Vorfreude, wenn sie auf der Internetseite der neuen Veranstaltungsreihe „Schliersee liest“ durch das Programm blättern. Doch leider prangt auf der Startseite ein roter Balken mit einem traurigen Inhalt: „Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Programm in den Frühling 2021 verschoben“, teilt das Team um den Vorsitzenden Christoph Seidenfus allen Lesefreunden mit.

Ganz wichtig ist Seidenfus, nicht von einem Ausfall zu sprechen. „Das Programm ist so stimmig und die Zustimmung aller Beteiligten war so positiv, dass es schade wäre, das Ganze schlicht abzusagen“, betont der Vorsitzende des eigens gegründeten Vereins Schliersee liest e.V.. Viel Herzblut und ungezählte Arbeitsstunden seien in die Konzeption und Vorbereitung der Veranstaltungsreihe rund um das Thema Leseförderung geflossen. Daher werde man im Herbst einen neuen Anlauf nehmen und in die Planung für 2021 einsteigen.

Ursprünglich hätte „Schliersee liest“ vom 19. April bis 3. Mai in der Marktgemeinde stattfinden sollen. Von Autorenlesungen über Ausstellungen bis hin zu einer Schreibwerkstatt und einem Büchermarkt wären Lesefreunde jeden Alters auf ihre Kosten gekommen. Auch generationsübergreifende Projekte, die Schüler und Senioren über das gemeinsame Entdecken von Erzählungen zusammengebracht hätten, waren geplant.

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Immerhin einen Vorgeschmack gibt es aber trotzdem. Das „Schlierseer Maibaumlesen“ für Kinder und Jugendliche, das bereits angelaufen ist und schon jetzt 130 junge Teilnehmer zählt. Ihre Aufgabe ist es, so viele Schmöker zu verschlingen, dass die gedanklich aufeinandergestapelten Bücher die Höhe des Schlierseer Maibaums von 26 Metern zu übertreffen. Um den jungen Leseratten neues Futter zu verschaffen, hat der Verein Schliersee liest kurzerhand eine Verlängerung der Aktion um einen Monat bis Ende Mai beschlossen.

Gerade in der Corona-Krise, wo der Nachwuchs gezwungenermaßen viel Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, seien Bücher eine willkommene Gelegenheit, aus dem tristen Alltag zu entfliehen und zumindest gedanklich in fremde Welten einzutauchen und spannende Abenteuer zu erleben, sagt Gabi Dressel, Leiterin der Schlierseer Gemeindebücherei und Mitinitiatorin des Schlierseer Maibaumlesens. Und auch wenn Gemeindebücherei und Buchladen wegen der Auflagen zur Eindämmung des Virus derzeit geschlossen sind: „Leute, schnappt Euch Bücher und lest drauflos“, sagt Dressel.

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Wer noch kein Teilnahmeheftchen zum Eintragen der gelesenen Bücher habe, solle sich einfach selbst einen Notizzettel anlegen. „Schreibt’s einfach auf, das gilt auch!“, sagt Dressel. Auch wer jetzt erst einsteigen will, sei herzlich eingeladen. E-Mails mit kurzen Erfahrungen oder Fragen an buecherei@schliersee.de seien ebenso willkommen und würden beantwortet. Wann die Ergebnisse im festlichen Rahmen verkündet werden und die fleißigen Leser mit Preisen und Geschenken geehrt werden, stehe wegen des Virus laut Dressel heute noch nicht fest. Doch auch hier lautet das Motto: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Dass das genauso für „Schliersee liest“ gilt, zeigt die Internetseite der Veranstaltungsreihe. Trotz der Verschiebung hat der Verein das gesamte Programm online gestellt. Unter www.schliersee-liest.de kann man sehen, wie es geworden wäre. „Dies sichtbar zu machen“, so Seidenfus, „ist auch ein großes Dankeschön an alle Mitwirkenden und Unterstützer.“ Und eine Motivation für den Neustart im Jahr 2021.

sg

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