„Das gefällt mir nicht“

Wegen unberechenbarer Eislamelle: Lawinengefahr noch nicht gebannt

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Es wird wärmer, die Lawinengefahr ist gebannt. Möchte man meinen. Walter Alkhofer, Obmann der Schlierseer Lawinenkommission erklärt, warum dem nicht so ist. 

Landkreis – Sie ist keinen Zentimeter dick, doch sie zieht sich derzeit durch nahezu jede Schneedecke in den Bergen im Landkreis: eine Eislamelle, die sich durch den ständigen Wechsel von Tau- und Frostphasen in den vergangenen Wochen gebildet hat. Weil diese die wärmere Luft aus dem Boden am Aufsteigen hindere, habe sich darunter viel Feuchtigkeit angesammelt, erklärt Walter Alkofer, Obmann der Schlierseer Lawinenkommission. „Das gefällt mir nicht.“ Bei ausreichend hoher Belastung – zum Beispiel durch mehrere Skifahrer auf engem Raum – könne so im schlimmsten Fall eine Gleitschneelawine entstehen.

Anders als in Tirol, wo am Freitag zwei junge Skifahrer aus dem Raum Rosenheim von einem Schneebrett verschüttet wurden und nur noch tot geborgen werden konnten, ist es im Landkreis bislang ruhig geblieben. Der Lawinenwarndienst bezeichnet die Lage in den bayerischen Alpen derzeit als „mäßig“ gefährlich (Warnstufe zwei von fünf).

Auch Alkofer geht davon aus, dass durch den Regen bis auf 2000 Metern Höhe und der damit verbundenen Durchfeuchtung des Schnees keine Selbstauslösung mehr möglich ist. Mit bis zu fünf Leuten überwacht die 14-köpfige Kommission Schliersee ihre fünf Zuständigkeitsbereiche an Straßen, Wegen, Pisten und Loipen. Bis auf eine Sperrung des Wegs vom Spitzingsattel zur Oberen Firstalm seien in diesem Winter keine Maßnahmen notwendig geworden.

Nicht mehr überwacht wird wegen der Stilllegung des Skibetriebs seit Neuestem das Taubensteingebiet. Doch obwohl Tourengeher generell selbst für ihre Sicherheit verantwortlich sind, empfiehlt ihnen Alkofer, auf die Erkenntnisse der Experten zu achten. Aktuell gibt er ihnen den Tipp, mindestens zehn bis 20 Meter Abstand zu ihren Begleitern im Hang zu halten.

Ohnehin unabdingbar sind Kenntnisse des Geländes. Durch die starken Schneeverfrachtungen bei den jüngsten Stürmen gilt es, noch mehr darauf zu achten, erklärt der Obmann der Lawinenkommission Bayrischzell, Ernst Wuttig. Während manche Grate freigeblasen seien, habe sich in Rinnen und Mulden teils viel Schnee angesammelt. Bis auf ein paar Sperrungen des Rotwandwegs haben die zehn Mann der Bayrischzeller Kommission in diesem Winter keine Schritte einleiten müssen, berichtet Wuttig. Regelmäßig im Blick haben sie fünf Bereiche, von der B 307 aufs Sudelfeld über die Bahnstrecke bis zur Staatsstraße Richtung Tirol. Um den Wendelstein kümmern sich primär die Kollegen aus Brannenburg.

Generell auf die talnahen Bereiche konzentrieren sich die neun Vertreter der Lawinenkommission Tegernseer Tal. Bis auf einen Hang am Setzberg nahe der Rodelbahn haben sie rund zwölf so genannte Lawinenstriche oberhalb der B 307 im Blick, erklärt Obmann Jörn Hartwig. Die seien aber durch das Tauwetter aktuell größtenteils schneefrei. Sperrungen habe es bislang keine gegeben.

sg

Rubriklistenbild: © dpa

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