Hundetoilette in Schliersee
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Eine Hundetoilette in Schliersee.

An beliebten Spazier- und Wanderwegen

Wegen Hundekot: Schliersee will mehr Mülleimer aufstellen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Schliersee sagt dem Hundekot den Kampf an. Mit mehr Mülleimern will die Marktgemeinde den Tierhaltern das ordnungsgemäße Entsorgen der Beutel erleichtern.

Schliersee – Der Antragsteller konnte nichts mehr zu seinem Thema sagen. Weil der Schlierseer Gemeinderat Georg Hirtreiters (SPD) Vorstoß für mehr Hundetoiletten im Ort vertagt und Hirtreiter bei der Kommunalwahl den erneuten Sprung ins Gremium verpasst hatte (wir berichteten), fanden die Beratungen nun ohne den Initiator des Vorschlages statt. Immerhin mit einem Teilerfolg für den ausgeschiedenen SPD-Mann.

Die ungeliebten Hinterlassenschaften der Hunde auf Gehwegen, Wiesen und anderen öffentlichen Flächen würden immer wieder zu Verärgerung bei Bürgern und Gästen in Schliersee führen, begründete Hirtreiter seinen Antrag. „Es ist sehr unangenehm, wenn man aus Versehen hineintritt und kann durch mögliche Infektionsherde sogar gefährlich werden“, schrieb der Ex-Gemeinderat. Besonders Kinder seien einem erhöhten Risiko ausgesetzt, mit Hundekot in Berührung zu kommen.

„Aus hygienischer und gesundheitlicher Sicht sollte das Wegräumen dieser Verschmutzungen daher oberstes Gebot sein“, so Hirtreiter. Sieben mögliche Standorte für weitere Hundetoiletten hatte er vorgeschlagen. Jede solle mit einem Beutelspender und einem Abfallbehälter ausgestattet werden. Der Bauhof solle die Leerung übernehmen.

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Ganz so weit wollte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) nicht gehen. Das Aufstellen von weiteren Beutelspendern habe keinen Sinn. „Verantwortungsvolle Hundebesitzer haben die Beutel selbst dabei“, sagte Schnitzenbaumer. Über weitere Abfalleimer könne man mit dem Bauhof aber sprechen. „Wir nehmen gern Anregungen für Standorte auf.“ Handlungsbedarf bestehe vor allem an viel begangenen Wegen.

Jürgen Höltschl (CSU) hat als Bauhofmitarbeiter bereits die unangenehmen Folgen nicht ordnungsgemäß entsorgter Kotbeutel zu spüren bekommen. Beim Rasenmähen sei er neulich über eine im hohen Gras versteckte Tüte gefahren, berichtete er. „Danach musste ich mich umziehen.“ Christoph Stöger (Die Schlierseer) meinte, man müsse vor allem an die Vernunft der Hundehalter appellieren. Wenn diese die Beutel mit einem Knoten verschließen würden, wäre die Geruchsbelästigung durch die Abfalleimer kein Thema mehr. Stöger: „Aber es bringt halt nichts, wenn man sie nur wie einen Brief faltet.“

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Den von Schnitzenbaumer formulierten Beschluss verabschiedete das Gremium letztlich einstimmig. Ursula Bommer (Die Schlierseer) zeigte sich dennoch skeptisch gegenüber weiteren Abfalleimern. „Die werden doch eh wieder nur mit dem Hausmüll der Münchner voll“, sagte sie. Das sei kein Argument, entgegnete Schnitzenbaumer: „Ohne Eimer liegt der Müll eben am Boden.“

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