Parkautomat an der Vitalwelt in Schliersee.
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Nur Bares ist Wahres: Wie bei diesem Parkautomaten an der Vitalwelt können Gebühren in Schliersee derzeit nicht mit Giro- oder Kreditkarte bezahlt werden.

Wegen Wirecard: Schliersee probiert‘s mit einer Park-App

Parkplätze gibt es in Schliersee private und gemeindliche, mal werden Gebühren fällig, mal nicht. Doch es stehen einige Änderungen an. Eine hat mit Wirecard zu tun.

  • Parkautomaten in Schliersee nehmen derzeit nur Bargeld.
  • Die Gemeinde will daher eine Park-App ausprobieren.
  • Dies ist nicht die einzige Änderung beim Thema Parken in Schliersee.

Schliersee – Das Parken in Schliersee kann schon auch ein Ärgernis sein. Für Gäste, weil es an schönen Sommertagen einfach zu wenig Plätze gibt, für die Schlierseer selbst, weil die Autofahrer sich ihre Plätze einfach nehmen und alles zuparken. Und auch die Gemeinde hat jetzt ein bisschen zu kämpfen. Denn an den Parkautomaten ist das Zahlen per Karte momentan nicht möglich. Wie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) im Hauptverwaltungsausschuss berichtete, hatte der Hersteller der Geräte die bargeldlosen Zahlungen über Wirecard abgewickelt, und seit dessen Insolvenz funktioniert das nicht mehr. „Sie wollen das umprogrammieren, aber das geht halt nicht auf die Schnelle“, sagte der Bürgermeister.

Parkster: Auch an den Bergbahnen wird das System eingesetzt

In der Zwischenzeit wird Schliersee – zunächst probeweise – Parkster einführen. Diese App erlaubt es, die Parkgebühren mit dem Handy zu bezahlen. Von den Alpenbahnen Spitzingsee und bald auch am Sudelfeld wird sie schon eingesetzt (wir berichteten). „Ich habe mir sagen lassen, dass sie gut funktioniert.“ Bequem für die Autofahrer: Sie können ihre Parkzeit zum Beispiel auch von einer Hütte aus aufstocken, wenn sie länger unterwegs sind als geplant. Ab November wird die App in Schliersee zur Verfügung stehen. Für den drei Monate gültigen Probevertrag braucht Schnitzenbaumer noch nicht das Okay, des Gemeinderats, weil die Kosten innerhalb des finanziellen Rahmens liegen, über den er selbst entscheiden kann. Die App funktioniert aber nur auf den Parkplätzen der Gemeinde und eben privaten Anbietern, die ebenfalls Parkster nutzen.

Spitzingsee: Nur Privatparkplätze

Das könnte die Sache kompliziert machen. Denn während es im Tal einige Flächen gibt, die die Gemeinde bewirtschaftet, ist dies am Spitzingsee gänzlich anders. Schnitzenbaumer: „Dort ist alles privat.“ Während die Alpenbahnen, die auch den Parkplatz an der Taubensteinbahn bewirtschaften, Parkster nutzen, ist das zum Beispiel am Spitzingsattel und im Ort nicht der Fall.

Weitere Parkplätze in Schliersee werden kostenpflichtig

Und unterschiedlich sind auch die Preise. An der Bergbahn zahlt man fünf Euro fürs Tagesticket, es sei denn, man kauft sich ein Liftticket, drunten im Tal verlangt die Gemeinde gestaffelt nach Parkdauer sechs Euro. Und dies ab dem nächsten Jahr auf drei weiteren Flächen. Wie Schnitzenbaumer bekannt gab, haben die Bayerischen Staatsforsten ihre Haltung geändert. Die haben die Flächen, den Parkplatz am Hennerer und der Aurachstraße, sowie den sogenannten Lidoparkplatz an die Gemeinde verpachtet – bislang mit der Vorgabe, dass dort keine Gebühren verlangt werden, wie Schnitzenbaumer auf entsprechende Anfragen in der Vergangenheit hin immer wieder betonte. Das habe sich nun geändert, ein entsprechender Mustervertrag liege vor. „Wir holen jetzt Angebote für die Automaten ein.“ Kassiert wird aber erst nächstes Jahr.

Wie viel genau, ist übrigens noch unklar. Wie der Bürgermeister auf Anfrage mitteilt, bestehen Überlegungen, an der Gebührenschraube zu drehen. In einer der nächsten Sitzungen werde der Gemeinderat darüber reden.

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