Tafel noch da, Kruzifix weg: Im Vorfeld der Einweihung der Info-Wand, der künftigen Bleibe der Annaberg-Gedenktafel, lässt die Pfarrei die Kirchenwand der Weinberg-Kapelle herrichten und das Kruzifix restaurieren.
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Tafel noch da, Kruzifix weg: Im Vorfeld der Einweihung der Info-Wand, der künftigen Bleibe der Annaberg-Gedenktafel, lässt die Pfarrei die Kirchenwand der Weinberg-Kapelle herrichten und das Kruzifix restaurieren.

Weinbergkapelle

Der Herrgott kommt bald wieder

Schliersee – Nanu. Das fehlt doch was. Richtig. Das Kruzifix an der Weinbergkapelle in Schliersee ist weg. Hier der Grund.

In den vergangenen Jahren stand die Weinbergkapelle in Schliersee vor allem wegen der Annaberg-Gedenktafel im Fokus. Wiederholt war sie beschmiert oder überdeckt und die Schrift erneuert worden (wir berichteten). Wer aktuell die seeseitige Fassade der St. Georg-Kapelle anschaut, dessen Blick wird von etwas anderem irritiert. Das große Kruzifix, das dort hing, ist weg.

Annaberg-Gedenktafel wird von Kirchenmauer abgenommen und wechselt auf Gemeindegrund

Das eine hat unmittelbar mit dem anderen zu tun. Lang ist es nicht mehr hin, dann wird – nach 65 Jahren – die Annaberg-Gedenktafel von der Wand der Weinbergkapelle genommen und ein paar Meter weiter an einer eigenen Info-Wand in ihren historischen Kontext gesetzt. Eigentlich, so sagt der Schlierseer Pfarrer Hans Sinseder, sollte die Tafel schon weg sein. Doch das hat sich offenbar etwas verzögert.

Kruzifix bekommt einen prominenteren Platz an der Kirchenwand

Was hingegen nicht mehr da ist, ist das große Kruzifix ein paar Meter nebenan. Das hat keine tiefere Bedeutung. Es wird schlichtweg saniert. Das hatte Sinseder bereits vergangenes Jahr angekündigt. „Das Kreuz ist in einem sehr schlechten Zustand“, sagt der Pfarrer. Ein Balken müsse komplett ersetzt, die Figur restauriert werden. Bei seiner Rückkehr werde das Kruzifix auch einen neuen Platz bekommen. „Weiter nach vorne, mehr in den Blickpunkt“, so Sinseder. Bislang war es hinter einem Mauervorsprung gehangen, fast schon etwas versteckt. Nun rückt es ein Stück näher an den Kircheneingang.

Vorbereitungen auf Einweihung der Info-Wand am 21. Mai laufen

Dass die Pfarrei hier tätig werden muss, war spätestens klar, als die finale Fassung der Info-Wand feststand. Nicht eingelassen in die Kirchenmauer soll die politisch ausgesprochen problematische Annaberg-Gedenktafel künftig sein, sondern etwas abgesetzt davon an der Wand „kontextualisiert und musealisiert“ werden. Das war das Ergebnis eines entsprechenden Aufarbeitungsprozesses (wir berichteten). Die Tafel wechselt somit auch von Kirchen- auf Gemeindegrund.

Laut Sinseder sind die Vorbereitungen auf den 21. Mai – der 100. Jahrestag des „Sturms auf den Annaberg“ in Oberschlesien, an den die Tafel erinnert – am Laufen. Das Programm stehe noch nicht zur Gänze und hänge auch von den dann geltenden Corona-Beschränkungen ab. Klar ist aber: Bis dahin soll alles fertig sein. Neben der neuen Info-Wand soll das Kruzifix wieder zurück und die Kirchenwand entsprechend hergerichtet sein.  

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