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Selfie mit Rad in Melbourne: Australien war das Ziel der Reise von Robert Eixenberger.

Interview

Weltenbummler Eixenberger: „Hab meinen Traum fertig geträumt“

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Schliersee - Endlich wieder daheim: Robert Eixenberger (27) hat die Welt mit dem Rad bereist und plant schon Neues.

Robert Eixenberger hat etwas getan, wovon viele träumen, was aber nur wenige in die Tat umsetzen: Der Schlierseer erkundete die Welt. Mit dem Fahrrad startete der 27-jährige Schlierseer im Juli 2015 eine Tour, die ihn bis nach Australien führte. „Wenn ich es jetzt nicht tue, tue ich es nie“, hatte er vor seiner Abreise erklärt. Im Gepäck hatte er nur das Nötigste – und einen Laptop. Erlebt hat er einiges, wie er in seinem Blog auf www.world omania.de berichtete. Nun ist der Weltenbummler wieder heil in Schliersee angekommen. Mitgebracht hat er unzählige Erlebnisse und Bilder aus fernen Ländern. Im Interview erzählt Eixenberger, was ihn das Reisen lehrt, wie er über gesellschaftliche Zwänge denkt und wo sein Herz daheim ist.

Herr Eixenberger, Sie waren 15 Monate unterwegs. Sind Sie schon wieder ganz daheim angekommen?

Stefan Eixenberger:  Ich weiß ehrlich gesagt gerade gar nicht, was in meinem Kopf los ist. Es gibt daheim einen Haufen zu tun, und ich fange gleich wieder an zu arbeiten, weil ich absolut keine Kohle mehr habe. Irgendwie fühlt es sich aber so an, als wäre ich nie weg gewesen.

Sie sind offenbar ein rastloser Mensch. Liegt das vielleicht an den in Deutschland herrschenden gesellschaftlichen Zwängen?

Ja, das ist ein wesentlicher Grund für meine Reisen. Meine Mutter erzählt dazu immer eine Geschichte aus meiner Kindheit. Ich war drei Jahre alt und hatte absolut keinen Bock auf die Hosenträger meiner Lederhose. Meine Mama hat vier Stunden mit mir gestritten, hat es aber nicht geschafft, mir zu Leonhardi die Hosenträger anzuziehen. So war ich schon immer. Du wirst bei uns immer in irgendetwas hineingezwängt, musst mit dem System wandern. Da habe ich aber keine Lust drauf. Das bin ich nicht, das kann ich nicht. Außerdem brauche ich immer wieder etwas Neues. Es macht mich fast depressiv, immer ins selbe Schema gezwängt zu sein.

Was lehrt einen das Reisen?

An erster Stelle lernt der Reisende, mit Konflikten umzugehen. Man kommt ja nicht aus. Auch ich bin vorher gerne Problemen ausgewichen. Wer unterwegs ist, muss sich den Schwierigkeiten aber stellen, sonst kommt man nicht weiter. Das habe ich gelernt. Außerdem habe ich gelernt, die Dinge noch mehr zu hinterfragen, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Gerne wird eine lange Reise mit Urlaub verwechselt. Reisen ist aber auch hart.

Absolut. Es ist sicher nicht immer schön, sondern oft anstrengend und manchmal deprimierend. Ich würde das nächste Mal nicht mehr so lange reisen. Zwei oder drei Monate sind eigentlich ideal.

Weil man irgendwann all die Schönheit und Exotik nicht mehr zu schätzen weiß?

Ja, es wird alles zu einem Mischmasch. Dadurch, dass ich relativ langsam unterwegs war, verschmelzen die Kulturen irgendwie. Man fährt so dahin und merkt kaum, wie sich alles vermischt. Wenn man dann in der nächsten Kultur ankommt, hat man sich schon daran gewöhnt. Es hat mich manchmal richtig aufgeregt, dass mich die schönsten Landschaften und Tempel nicht mehr richtig fasziniert haben.

Bei aller Leidenschaft fürs Fremde sind Sie in der Region aber verwurzelt.

Auf jeden Fall. Mein ganzes Herz ist hier. Es muss aber auch mal wieder weg, um zu sehen, wie schön es hier ist.

Was würden Sie jemandem empfehlen, der sich ebenfalls auf den Weg machen möchte?

Eigentlich nichts. Ich glaube, dass jeder seine eigenen Erfahrungen machen sollte. Fehler machen, in Fettnäpfchen treten, um dann sagen zu können, dass man es eigenständig überstanden hat. Das ist es, was eine Reise ausmacht.

Ist das Ende dieser Reise der Anfang der nächsten?

Ja, definitiv. Ich plane zum Beispiel eine Alpenüberquerung, bei der ich mir immer Iglus zum Übernachten baue. Nächstes Jahr will ich mit dem Kanu im Gepäck ans Schwarze Meer. Da muss ich aber erst noch mit Sponsoren sprechen und mir einen Anhänger fürs Radl basteln.

Gibt es ein Fazit?

Den Traum, den ich hatte, habe ich jetzt jedenfalls fertig geträumt. Jetzt muss ich mir wohl den nächsten suchen. Aber erst mal freue ich mich aufs Snowboarden.

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