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Hat schon einen Plan: Franz Kroha, daneben der seit Jahren leerstehende Gasthof Zur Post in Schliersee.

Nach Kritik durch einige Schlierseer - Investor verrät seine Idee

So will Kroha mit dem Gasthof Zur Post eine Marktlücke schließen

Schliersee - Im Zuge der Sixtus-Diskussionen wird Franz Kroha auch wegen seines leerstehenden Gasthofs Zur Post kritisiert. Jetzt verrät er, wie konkret seine Pläne schon sind.

Der Miesbacher Unternehmer Franz Kroha ist in Schliersee derzeit vor allem wegen der Baupläne der Firma Sixtus, deren Miteigentürmer er ist, im Gespräch. In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Begriff Gasthof Zur Post. Wie berichtet, hat Kroha als Privatmann das seit sechs Jahren leer stehende Traditionsgasthaus in der Ortsmitte gekauft. Gegner des Sixtus-Vorhabens werfen ihm vor, in Sachen Gasthaus untätig zu sein. Auch deshalb sieht sich Kroha veranlasst, jetzt Pläne für die Zukunft der Post zu präsentieren. Ein Hotel Garni (nur Frühstück) soll es werden mit 35 Doppelzimmern, teils zu größeren Einheiten kombinierbar. Der Festsaal soll erhalten bleiben und bis zu 200 Personen Platz bieten. Seine Pläne will Kroha als Voranfrage dem Schlierseer Bauausschuss nach Möglichkeit schon in dessen September-Sitzung präsentieren. Läuft es nach Plan, könnte die Generalsanierung des Gasthofs im Jahr 2017 über die Bühne gehen – ein Millionen-Projekt.

Als Franz Kroha im November 2013 mit dem zuständigen Insolvenzverwalter einig wurde, ahnte er wohl nicht, dass viele Monate vergehen würden, bis er tatsächlich Eigentümer des Hauses werden würde. Wie berichtet, lastete auf dem Haus eine Grundschuld; keine lediglich eingetragene, sondern eine physisch auf Papier ausgestellte. Ohne diesen Grundschuldbrief war eine Löschung des Eintrags im Grundbuch nicht möglich. Erst im Juni 2015 – nach einigem Hickhack, für das Kroha nichts konnte – war der Miesbacher dann tatsächlich Eigentümer des Gasthofs Zur Post. Vorher in – immerhin mit Kosten verbundene – Planungen einzusteigen, schien dem Unternehmer nicht geboten. Jetzt, nachdem zwei Architekten sich an die Arbeit gemacht hatten, weiß Kroha, wohin er mit dem Gasthof Zur Post will.

Der Unternehmer will eine gefühlte Marktlücke in Schliersee bedienen: Gäste, die nur eine Nacht bleiben. Neben geschäftlich Reisenden sind dies insbesondere Hochzeitsgäste. Wie berichtet, geben sich in Schliersee jährlich gut 200 Paare das Ja-Wort. Der Gasthof Zur Post, so findet, Kroha liege ideal. Im Rathaus könnten die Eheleute heiraten, für Fotos an den See gehen, im Saal nebst Bar und Lounge feiern und dann an Ort und stelle samt Gästen übernachten. Dafür, so der Plan, werde eine eigene Hochzeits-Suite eingerichtet – inklusive kleiner Sauna.

Die Verpflegung im Saal kann bis zu einem gewissen Umfang in einer neuen Küche bewältigt werden, ansonsten möchte Kroha mit Catering-Firmen zusammen arbeiten. Die Wahl liege bei den Gästen. Auch Vereins- und Geburtstagsfeiern sowie andere Veranstaltungen hat der Unternehmer für den Saal im Visier. Für die Belegung der Betten schweben ihm Kooperationen mit heimischen Veranstaltern, etwa auch Seminaren, vor. Kontakte seien bereits geknüpft, ja sogar Anfragen zuvor unbekannter potenzieller Partner habe es gegeben. Der Unterstützung der Gemeinde kann sich Kroha wohl sicher sein. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) und Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön haben wiederholt bekräftigt, wie sehr Saal und Bettenkapazität vermisst würden. Die Ausstattung stellt sich der Eigentümer modern, aber einem Traditions-Gasthof angemessen vor. Außen werden die Lüftlmalereien von Günter Wasmeier aufgefrischt.

Ob er das Haus einem „sehr kompetenten Pächter“ oder einem angestellten Geschäftsführer anvertraut oder in einem Kooperationsmodell führt, sei derzeit unklar, sagt Kroha. Zunächst steht ohnehin die umfangreiche Sanierung bevor. Dabei müssen natürlich Brandschutzauflagen eingehalten werden, und auch die Frage nach Stellplätzen wird noch aufkommen.

dak

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