+
Soll durch einen Neubau ersetzt werden: das Willy-Merkl-Haus des Verbands Deutscher Eisenbahnersportvereine am Spitzingsee. 

Abriss beantragt

Willy-Merkl-Haus am Spitzingsee: Eisenbahnsportverein plant Neubau

  • schließen

Urlaubsglück nicht nur für Eisenbahner bietet das Willy-Merkl-Haus am Spitzingsee seit 1937. Jetzt soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Schliersee – Angesichts des nach dem Ende der Corona-Beschränkungen wieder aufkommenden Ausflugsverkehrs auf den Straßen mag es für die Schlierseer Gemeinderäte wie ein Traum geklungen haben: Ein neues Hotel, dessen Gäste nicht mit dem eigenen Auto, sondern mit der Bahn anreisen. Das jedenfalls habe der Verband Deutscher Eisenbahnersportvereine für den beantragten Neubau des Willy-Merkl-Hauses am Spitzingsee in Aussicht gestellt, berichtete Bauamtsleiterin Birgit Kienast nun im Gemeinderat. Der Eigentümer wolle die Zimmer zunächst seinen Vereinsmitgliedern anbieten. Da diese kostenlos mit der Bahn fahren dürften, komme das Hotel mit nur 20 Stellplätzen aus.

So fromm der Wunsch auch sein mag: Kienast riet den Gemeinderäten, sich darauf nicht zu verlassen. So sei das vorgelegte Parkplatzkonzept lediglich für den Hotelbetrieb ausreichend, nicht aber für die geplante Gastronomie mit Sonnenterrasse, sofern diese auch externen Gästen offenstehe. Obendrein könnte das Willy-Merkl-Haus ja auch mal verkauft werden. Da die Vorgaben des Bebauungsplans unabhängig vom Eigentümer gelten würden, laufe man Gefahr, dass auch ein anderer Hotelbetreiber, der die Zimmer nicht ausschließlich an angeblich autolose Eisenbahner vermiete, nur die festgelegten 20 Stellplätze nachweisen müsse.

Lesen Sie auch: Eine Alm samt Biergarten als besonderes Angebot

Abgesehen von dieser Thematik aber stehe den Plänen für den Abbruch und Neubau des Willy-Merkl-Hauses grundsätzlich nichts entgegen, erläuterte Kienast. Die Eigentümer würden diese mit der mittlerweile veralteten und nicht mehr erhaltungswürdigen Bausubstanz begründen. So verfüge das Haus aktuell noch über eine ganze Reihe von Mehrbettzimmern mit Gemeinschaftsbad. Dies sei aber nicht mehr zeitgemäß. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sei zudem eine Vergrößerung der Zahl an Übernachtungskapazitäten notwendig.

Die vorgelegte Planung sieht einen Neubau mit 495 Quadratmeter Grundfläche (der Altbestand hat 360 Quadratmeter) und einer seeseitigen Wandhöhe von 10,43 Meter vor. Letztere passe in etwa zum benachbarten Arabella-Hotel, führte Kienast aus. Die Aufteilung der Geschosse sei wie folgt angegeben: vier Ferienwohnungen mit insgesamt zwölf Betten und vier Personalzimmer im Dachgeschoss, 15 Doppelzimmer mit Bad im Obergeschoss, vier Doppelzimmer mit Bad und eine Gastronomie mit Sonnenterrasse im Erdgeschoss sowie Seminar-, Wellness- und Funktionsräume im Keller.

Lesen Sie auch: Nach dem Feuer-Inferno am Spitzingsee: Neuanfang für Obere Maxlrainer Alm

Der Bauausschuss hatte Ende April bereits die notwendige Änderung des Bebauungsplans empfohlen, berichtete Kienast. Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) empfahl den Gemeinderäten, ebenfalls grünes Licht zu geben. Das Vorhaben füge sich in die umgebende Bebauung ein. „Da stehen einige größere, touristisch genutzte Häuser“, sagte Schnitzenbaumer. Wie Kienast riet aber auch er, ein zur Satzung konformes Stellplatzkonzept vom Bauherren einzufordern und die touristische Nutzung im Grundbuch zu sichern. Dem folgten die Gemeinderäte einstimmig.

Das dreieckige Wiesengrundstück vor dem Haus wird durch den Neubau übrigens nicht verschwinden, erklärte der Bürgermeister. „Die Fläche gehört den Almbauern.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Irrer Kuhglocken-Streit! Anwohnerin fühlt sich gestört - Richter knallhart
Der Kuhglockenstreit von Holzkirchen endete nun - kurz nach einem ungewöhnlichen Termin vor Ort. Die Frage, ob es auch GPS statt Glocke täte, sollte geklärt sein.
Irrer Kuhglocken-Streit! Anwohnerin fühlt sich gestört - Richter knallhart
Nach GWM-Ausstieg: Miesbach denkt über Stelle für Stadtmarketing nach
Stadtmarketing im Ehrenamt: Das war in Miesbach in der Vergangenheit Usus – der Gemeinschaftswerbung sei Dank. Jetzt soll die Arbeit professioneller aufgezogen werden.
Nach GWM-Ausstieg: Miesbach denkt über Stelle für Stadtmarketing nach
Familientheater zu Corona-Zeiten: Lesung aus „Pettersson und Findus“ im Video-Stream
Das Theater hat wegen Corona zu? Egal, wir bringen das Stück zu Ihnen nach Hause - per Live-Stream. Jetzt live: „Pettersson zeltet“ im Video-Stream von der Bühne zu …
Familientheater zu Corona-Zeiten: Lesung aus „Pettersson und Findus“ im Video-Stream
Kein Pool, kein Buffet: Wie Urlaub am Spitzingsee trotz Corona schön wird
Die Hotels dürfen wieder öffnen. Aber wie sieht der Urlaub während Corona eigentlich aus? Das erklärt der Chef des Arabella Alpenhotels am Spitzingsee im Interview.
Kein Pool, kein Buffet: Wie Urlaub am Spitzingsee trotz Corona schön wird

Kommentare