Brand an der Wiesn - Einsatz läuft - Beißender Gestank in der Luft

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Kleine Trompeten ganz groß: Die kleine Besetzung des Ensembles Bavarian Brass brachte große Klangfülle in die Schlierseer Kirche St. Sixtus.

„Auf unserer Mathis-Orgel möchte halt ein jeder gerne spielen“

Wunderbare Klangsymbiose: Bavarian Brass begeistert in St. Sixtus

Kleine Besetzung, großer Klang: Das Ensemble Bavarian Brass brachte die Zuhörer in der Schlierseer Kirche St. Sixtus zum Staunen. Hier unsere Konzertkritik.

Schliersee – Dass von da oben auf der Empore lediglich zwei Trompeten und eine Orgel in den Kirchenraum blasen – kaum zu glauben angesichts dieser Klangfülle. Eine kleine Besetzung des Ensembles Bavarian Brass brachte die Zuhörer am Sonntag im Rahmen der Konzertreihe in der Schlierseer Kirche St. Sixtus zum Staunen, die der vor ziemlich genau einem Jahr verstorbene Fritz Bauer initiiert hatte.

Hauptsächlich hatten sie Barockstücke im Gepäck, die Musiker aus dem Norden Bayerns. Als malerische Barockkirche ist St. Sixtus dafür freilich prädestiniert. Die drei Profi-Musiker hatten sogar von sich aus wegen eines Konzertes angefragt. „Auf unserer Mathis-Orgel möchte halt ein jeder gerne spielen“, sagt Albert Zellinger vom Förderkreis Kirchenmusik – so auch Walter Thurn, der Organist, für den es vom Publikum nach dem Auftritt viel Lob gab. „Man hat auch richtig gemerkt, dass es den Musikern Spaß macht, hier zu spielen“, findet Zellinger.

Zwar konnten die Instrumente ihre volle Klangschönheit nicht in jedem Winkel des Kirchenraums voll entfalten. Unter der Empore klang es bisweilen, als hätte man schlechte Kopfhörer auf den Ohren. Gerade bei pompösen Fanfaren war das schade. Im vorderen Teil der Kirche war die Lage hingegen ganz anders. „Der Schall trägt sich an der Decke entlang und kommt vorne runter“, erläuterte Pfarrer Hans Sinseder. „Ein wunderbarer Klang, ohne dass es aufdringlich laut wird. Orgel und Trompeten passen einfach zusammen“, stellt er nach dem Konzert fest.

Dem Marimbaphon dagegen bekommt die Akustik bis in den letzten Winkel der Kirche gut. Das Nationalinstrument von Guatemala stand vor dem Altarraum, wie ein überdimensionales Xylophon mit unterschiedlich langen, senkrechten Resonanzrohren. Das Marimbaphon sei zwar im Kommen, sagt Musiker Christoph Günther, für viele seiner Zuhörer sei es jedoch die erste Begegnung mit dem Instrument. Er klemmte sich je zwei Schlägel zwischen die Finger, als er an sein Instrument trat, mal nutzte er nur einen Schlägel pro Hand, mal beide, was schon akrobatisch aussah. Die Marimba entfaltete ihren weichen, vollen Klang, dunkler als ein Xylophon. Wie Tropfen perlten die Töne beinahe meditativ in den Raum. Barockes Repertoire spielt Günther weniger, eher etwas wie „A Little Prayer“. Zum einen zur Abwechslung zu den Kollegen an Blechblasinstrumenten und Orgel. Zum anderen liegt das aber auch an der Geschichte des Instruments, das erst in den 1950ern nach Europa kam. Entsprechend modern ist die Notenliteratur dafür.

Geradezu bombastisch wirkte im Gegensatz dazu eine Orgelvariation über ein Thema aus der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens. „Nur zwei Trompeten waren das, stell dir vor“, raunte ein Zuhörer einem anderen beim Verlassen der Kirche zu – mit Recht, denn es klang definitiv nach mehr. Benjamin Sebald und Florian Zeh spielten abwechselnd Piccolotrompeten, B-Trompeten und Langtrompeten. Und schmetterten ganz zum Schluss die wohl berühmteste aller Preludes, die Eurovisions-Hymne, von der Empore, die die Zuhörer selig zurückließ.

Von Johanna Wieshammer

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