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Volles Haus: Das Bauerntheater war bei der Jubiläums-Veranstaltung bestens gefüllt.

Schlierseer Kulturherbst 

Eine wirksame Gemeinschaft feiert sich

Eine Jubiläumsfeier nach Maß: Im Schlierseer Bauerntheater feierten Macher und Künstler zehn Jahre Kulturherbst.  

Schliersee – Der Schlierseer Kulturherbst: Er lebt großartig und großzügig von ortsansässigen Künstlern und ihrem internationalen Netzwerk, seinen engagierten Machern, Freunden und Gönnern. Wie das konkret aussieht, zeigte der Jubiläums-Festabend zum Zehnjährigen im Bauerntheater.

Das Bauerntheater war festlich eingedeckt und dicht gepackt. Es galt zu feiern und allen Freunden, Künstlern und Sponsoren des Festivals zu danken. Wie viele das sind, war nicht zur an den anwesenden Gästen ablesbar, die schon vor dem offiziellen Beginn gemeinsam brotzeiteten und angeregt in Gespräche über Kunst und Kultur vertieft waren. Nein, vielmehr zeigte dies auch eine Diashow mit Bildern von den zurückliegenden 180 Kulturveranstaltungen, die Erinnerungen weckte und zum Austausch im kleinen Kreis animierten.

Gerhard Polt gedachte etwa seines Freundes Dieter Hildebrand, der 2012 mit einem seinem vitalen Auftritte begeistert hatte – einer der vielen Sternstundes des Kulturherbstes. Mitorganisator Johannes Wegmann ließ mit den Nostalphonikern noch einmal deren umjubelten Auftritt in historisch anmutenden Badeanzügen Revue passieren – 2010 war das. Marion Riedl erinnerte später auf der Bühne im Gespräch mit Moderator Florian Reinthaler, Leiter des Schlierseer Bauerntheaters, an unvergessliche Begebenheiten hinter der Bühne – wie eine maßlose Catering-Bestellung einer Künstlerin, die ihre Verkostung nach ihrem Auftritt dann komplett einpackte.

Neben den persönlichen Anekdoten kamen die Künstler zum Zug. Passend zum Konzept des Abends und des Kulturherbstes an sich lösten sich treue Kulturherbstler und neue künstlerische Freunde auf der Bühne ab. Die Konzertharfenistin Steffi Schwarz, die schon mehrmals beim Kulturfestival dabei war, lockte mit leicht fließenden, engelhaft bis nymphischen Klängen von Hasselman („La Source“) und Debussy. Kulturherbst- und Kabarett-Titan Gerhard Polt beleuchtete mit der Geschichte vom „Erdäpfelsalat“ in astreinem Tirolerisch die philosophische Dimension, die im Kartoffelsalat steckt. Conny und Girgl Floßmann vom Schlierseer Bauerntheater unterhielten mit den „Szenen einer Ehe“ im Spiel „Die Hochzeitseinladung“. Erstmals zeigte Schliersees Neubürger, Schauspieler Helmfried von Lüttichau (Polizeiobermeister Staller), was kabarettistisch noch in ihm steckt. Ebenso die Tenor-Neuentdeckung Dominik Hartl aus Miesbach. Der 19-Jährige begeisterte vor allem mit seiner Arie „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus Mozarts Zauberflöte. Die Schlierachtaler Musik spielte in den Pausen auf, während die Nostalphoniker mit ihrem „Grünen Kaktus“ und „Ein Freund, ein guter Freund“ ihre Verbindung zu Schliersee feierten.

Zwischen den vielen, vielen Dankesworten, die die Kulturherbstmacher sowie Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer persönlich an die große Kulturherbst-Gemeinschaft richtete, zeigte sich ein facettenartig ein schillerndes Bild einer lebendigen Kulturszene, die sich an diesem Abend mit Stolz und zu Recht selbst feiern durfte. Von ihr sagte Johannes Wegmann: „Sie ist ein kostbares Gut. Dessen sollten wir uns bewusst sein und stolz sein, dass wir diese aufgebaut, gemeinsam erlebt und weiterentwickelt haben.“ Es habe in der Region schon immer große, nachhaltig wirksame Kultur-Gemeinschaften gegeben. Man denke an die Blauen Reiten in Murnau, an die Künstlerfreunde um Ludwig Thoma, den Kiem Pauli und Olaf Gulbransson am Tegernsee oder auch an die Glanzzeiten um Terofal am Schliersee. „Wir leben mit dem Kulturherbst seit nunmehr zehn Jahren mittendrin in so einer Phase des Kulturschaffens, von der man später sagen wird: Da wäre ich gerne mit dabei gewesen“, schloss Wegmann den Festabend – flankiert von der Notalphoniker-Zugabe „Lebe wohl und gute Reise“.

Alexandra Korimorth

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