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Nur per Materialseilbahn erschlossen: die Obere Maxlrainer Alm (Mitte) am Taubenstein. Oben im Bild ist die Pistenraupengarage zu sehen, rechts die ehemalige Station des Skilifts.

Nachbar fürchtet „Rummelplatz“

„Zu massiv“: Bauausschuss lehnt Pläne für Obere Maxlrainer Alm ab

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Bergbauernhöfe für fast 100 Gäste: Dieses Großprojekt plant der neue Eigentümer der Oberen Maxlrainer Alm. Zu massiv, urteilten die Schlierseer Bauausschussmitglieder.

Spitzingsee – Tief verschneit präsentiert sich die Obere Maxlrainer Alm am Taubenstein in diesen Tagen. Die Hütte wirkt wie von dicker Watte eingepackt, das Gebiet drumherum wie eine naturbelassene Almlandschaft. Doch der Schein trügt, warnte Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) nun im Bauausschuss. „Im Sommer schaut es da oben traurig aus.“ Zahlreiche Abgrabungen, die aufgelassenen Skilift-Häuschen und nicht zuletzt der „unsägliche Bunker“ der betonierten Pistenraupengarage: „Ein echter Schandfleck“, urteilte Schnitzenbaumer. „Man kann sich nur wünschen, dass hier bald was passiert.“

Genau das hat der neue Eigentümer der Oberen Maxlrainer Alm vor, erklärte Bauamtsleiterin Birgit Kienast, die den Antrag auf Vorbescheid im Ausschuss präsentierte. Das Konzept würde dem gesamten Gebiet ein neues Gesicht verleihen. Das Dach der bestehenden Hütte soll angehoben, das Haus um einen längsseitigen Anbau erweitert werden. Alle anderen Bestandsgebäude würden abgerissen – auch die Flachdachgarage. An deren Stelle soll ein neuer Übernachtungsbetrieb für Seminarteilnehmer mit 91 Betten in 21 Zimmern mit Bad entstehen – Wellnessbereich inklusive. Im Osten ist ein Gasthof für bis zu 90 Gäste geplant. Beide Häuser sollen im Stil und teils auch aus dem Holz alter Bergbauernhöfe gebaut werden.

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So viel zu den Wünschen. Die Realität trifft den neuen Eigentümer aber genauso hart wie seine Vorgängerin Johanna Volpert. Auch die hatte eine – allerdings wesentlich moderatere – Baumaßnahme geplant und war letztlich an der fehlenden Zufahrtsstraße gescheitert. An der problematischen Lage hat sich laut Kienast nichts verändert. Der Schwarzenkopfweg bis zur Unteren Maxlrainer Alm dürfe nur mit einer Ausnahmegenehmigung befahren werden. „Das müsste man ändern“, sagte Kienast. Ungleich schwieriger die Situation ein paar Meter weiter oben. Da nämlich verlaufe nur noch ein Forstweg – und zwar auf Staats- beziehungsweise Privatgrund. Doch auch der endet vorzeitig. Die letzten 500 Meter bis zur Alm lassen sich gar nur noch per Materialseilbahn überwinden.

Bei der Beurteilung des Antrags auf Vorbescheid dürfte die Erschließung eigentlich noch keine Rolle spielen, erklärte der Rathauschef. „Es geht nur um die Frage, ob es planungsrechtlich vorstellbar ist.“ Der Entwurf sei bereits mit dem damaligen Kreisbaumeister abgesprochen worden, und auch er selbst könnte sich grundsätzlich mit dem Konzept anfreunden.

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Die Reaktion der Ausschussmitglieder fiel deutlich anders aus. „Das ist mir alles zu massiv“, sagte Gerhard Waas (Grüne). Konflikte zwischen Touristen und Almbauern seien programmiert, ein Betrieb in dieser Dimension lasse sich nicht mehr über eine Materialseilbahn betreiben, sondern brauche eine Zufahrtsstraße. „Das geht in die falsche Richtung“, sagte Waas. Als „zu exklusiv in diesem Bereich“ wertete Wolfgang Schauer (Ausschussgemeinschaft) das Vorhaben.

Auch Gerhard Krogoll (CSU) warnte im Hinblick auf die fehlende Erschließung vor einem Beschluss. „Da springen wir zu weit vor.“ Robert Mödl (Die Schlierseer) nickte: „Das ist der Schlüssel. So lange der nicht da ist, brauchen wir nicht weiterreden.“ Das ablehnende Votum fiel mit 1:6-Stimmen entsprechend klar aus.

Dass es eine einfache Lösung wohl nicht geben wird, ließ auch der im Sitzungssaal anwesende Nachbar durchblicken. Er habe seinen Teil des Wegs damals nur zum Unterhalt des Skilifts zur Verfügung gestellt. „Ein Rummelplatz würde die Almwirtschaft massiv stören“, sagte er. Eine neue Zufahrtsstraße wäre gar deren Ruin.

Für immer zuschlagen wollte der Bürgermeister die Tür aber nicht. „Ein Gespräch mit allen Beteiligten ist dringend notwendig“, sagte Schnitzenbaumer. Er werde alle Punkte konstruktiv aufnehmen. Die Motivation ist klar: „Ich bin ein Freund einer Entwicklung da oben.“

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