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Matthias Bulla hat eine spezielle Schlaf-Taktik entwickelt. 

Sitzfleisch-Challenge

Nach 68 Stunden im Sattel: Finalisten halten weiter durch

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Sie sitzen immer noch. Nach fast 68 Stunden im Sattel deutet nichts darauf hin, dass einer der beiden Finalisten der Sitzfleisch-Challenge in Schliersee bald von seinem Bike steigt.

Update Montag, 9. Oktober, 14.30 Uhr:

Mal schlafen sie, mal tippen sie auf ihren Smartphones, mal treten sie leicht vor sich hin - und mal ratschen sie auch: Daniela-Yvonne Panzenböck und Matthias Bulla vertreiben sich die Zeit auf ihren Spinning-Bikes in der Schlierseer Vitalwelt. Seit mittlerweile mehr als 68 Stunden sitzen sie bei der Sitzfleisch-Challenge im Sattel. Das Ende? weiter offen. Keiner der beiden Finalisten macht Anstalten, den Kampf aufzugeben - und damit die Chance auf ein Pedelec im Wert von 8000 Euro. 

Ursprünglicher Artikel von Sonntag, 8. Oktober:

In den Pausen lockert sich Daniela-Yvonne Panzenböck mit der Faszienrolle.

Schliersee – Einfach nur sitzen. Was im ersten Moment nicht unbedingt nach einer Herausforderung klingt, bringt die Teilnehmer der Sitzfleisch-Challenge, einer PR-Aktion der Schlierseer Gäste-Info in der Vitalwelt, reihenweise an ihre Grenzen. Körperlich wie psychisch. Füße auf den Pedalen, den Hintern im Sattel verbringen sie Stunde um Stunde auf Spinningrädern, treten müssen sie allerdings nicht. Aufstehen ist nur alle vier Stunden für sieben Minuten erlaubt. Warum man solche Strapazen auf sich nimmt? Wegen des Preises: ein Pedelec im Wert von 8000 Euro.

In die Sättel geht es für die acht Teilnehmer am Freitagabend kurz nach dem für 18 Uhr geplanten Start – es hieß warten auf den Veranstalter, Schliersees Bürgermeister Franz Schitzenbaumer, der in Hausham im Verkehr feststeckte. Dass die Challenge lange dauern könnte, das war den Kandidaten schon im Vorfeld klar. „Ich hoffe, dass es bis Sonntag vorbei ist“, sagt Simon Gutenbrunn (35) aus Neuburg an der Donau. Entsprechend haben sich die Wettsitzer im Vorfeld mit allerhand Beschäftigungsmöglichkeiten eingedeckt: Handys, Tablets, Bücher, Studienunterlagen. Und Natascha Eymold aus Greiling (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) packt quasi mit dem Startschuss ihre Häkelutensilien aus.

Entscheidend, dessen ist sich die 35-Jährige bewusst, wird aber nicht der beste Zeitvertreib sein. Die größte Herausforderung der Challenge: irgendwie Schlaf bekommen. Für den Fall, dass das auf dem Spinningrad nicht klappen sollte, hat sie vorgesorgt. „Ich habe viel vorgeschlafen.“ Trotzdem muss sie am frühen Samstagnachmittag nach etwa 20 Stunden als Erste ihre Sachen packen. „Meine Hüften machen das nicht mehr mit“, erklärt sie im Gespräch mit Challenge-Moderator Daniel Wagner.

Das Finale der Sitzfleisch-Challenge im Live-Stream

Rund vier Stunden später ist das Feld um zwei weitere Teilnehmer geschrumpft: Jessica Kaebel (37) aus Coburg und Simon Gutenbrunn steigen gemeinsam ab. „Das ist mental eine wahnsinnige Herausforderung“, erzählt der 35-Jährige im Anschluss. Seine Leidensgenossin erklärt, sie sei mit den absolvierten 24 Stunden zufrieden. „Die sitzen hier ja noch bis Mittwoch.“

So lange hält es auch Anton Rappl aus Gräfelfing nicht aus – nach 28 Stunden streicht er die Segel. „Ziel war es, bis zum Schluss dabeizubleiben“, sagt der 35-Jährige. „Aber niemand hat erwartet, dass nach 24 Stunden noch immer fünf Teilnehmer übrig sind.“ Er habe noch eine familiäre Verpflichtung. Dass das Pedelec nicht im Landkreis bleiben wird, das steht seit Sonntagmorgen fest: Nach 35 Stunden muss Lokalmatadorin Monika Brückner (37) aufgeben. „Ich hab’ so dringend aufs Klo müssen, es hat nichts geholfen“, erklärt die Miesbacherin.

Zum Zweikampf wird die Challenge drei Stunden später. Thomas Geppert (38) aus Zwickau, im Teilnehmerfeld als Favorit gehandelt, steigt ab. Sein Sitzfleisch schreit nach Entlastung – er kommt mit dem Sattel des Spinningrades nicht klar. Worauf es für das Final-Duo Matthias Bulla (38) aus München und Daniela-Yvonne Panzenböck, 37, aus Gaißach jetzt ankommt? Wer am längsten auf dem Bike schlafen kann, der gewinnt, meint Geppert. Sein Favorit: Matthias. „Er hat als einziger eine Taktik entwickelt, wie man auf dem Rad schlafen kann.“ Dennoch, Fitnesstrainerin Panzenböck ist zäh. Und verbringt die Pausen auf der Faszienrolle. Zur Lockerung des Sitzfleischs.

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