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Schlierseer Sternsinger retten 72-Jähriger das Leben

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Über die Sprechanlage rief Christa Schäffler nach ihrem Sturz um Hilfe - und wurde von Sternsingern gehört.
Über die Sprechanlage rief Christa Schäffler nach ihrem Sturz um Hilfe - und wurde von Sternsingern gehört. © THOMAS PLETTENBERG

Glück im Unglück hatte eine 72-jährige Schlierseerin, die nach einem Sturz hilflos in ihrer Wohnung lag. Eine glückliche Fügung rettete ihr das Leben.

Schliersee – Als „göttliche Fügung“ sieht Christa Schäffler , was ihr am vergangenen Donnerstag widerfahren ist, nachdem die 72-Jährige ein wahrhaftes Martyrium durchlitten hatte. Der Morgen des 02. Februar hatte für die ältere Dame noch ganz gewohnt begonnen. Sie war lediglich etwas später dran als sonst, als sie um acht Uhr früh auf dem Weg ins Bad war. Dann passierte das Unglück: Schäffler stolpert mit ihrem Hausschuh über die Türschwelle und stürzt. Sie fällt auf den Boden und verletzt sich beidem Sturz an den Knien und am Oberkörper. 

Schliersee: Frau nach Sturz hilflos in ihrer Wohnung

Aus eigener Kraft aufzustehen ist ihr nicht möglich, denn sie leidet an einer Hüftbeuger-Lähmung und an Rheuma. „2016 ging es mir plötzlich sehr schlecht“, erinnert sich die 72-Jährige an den Beginn ihres Leidens. Ein ganzes Jahr musste sie damals in einem Münchner Klinikum zubringen. Als wären die Hüftprobleme nicht schon genug, kam damals noch ein Sturz im Krankenhaus hinzu. Die ursprüngliche Diagnose lautete „Prellungen“. Doch eingehendere Untersuchungen zeigten dann, dass sich Christa Schäffler das Wirbelgerüst gebrochen hatte. Sie musste operiert werden. 

Notrufknopf defekt: Schlierseerin muss zehn Stunden verletzt ausharren

Am vergangenen Donnerstag half Schäffler ihre Findigkeit ein Stück weiter: „Ich habe mit einem Staberl, das ich greifen konnte, den Notrufknopf vom Nachtkästchen heruntergeholt.“ Doch dann der Schock: „Als ich gedrückt habe, hat zwar das rote Licht geleuchtet, aber es kam niemand.“ Sieben Stunden lang versucht es Christa Schäffler immer wieder, doch erfolglos. Sie muss aushalten, hat Schmerzen und Durst. „Ich habe noch auf den Postboten gewartet, aber der kam auch mittags nicht.“ 

Schlierseerin verletzt: Dann kommt Hilfe von ungeahnter Seite

Ihre letzte Hoffnung seien schließlich noch die Sternsinger gewesen. „Aber dann habe ich die Hoffnung aufgegeben, denn ich dachte, es ist ja erst der 2.1., die kommen sicher noch nicht vorbei.“ Doch ein Hoffnungsschimmer zeigte sich für Christa Schäffler, als es bereits dunkel wurde: Es klingelte jemand an ihrer Tür. Die ältere Dame schaffte es, vom Boden aus mit dem Stab den Hörer der Sprechanlage herunter zu ziehen. „Ich habe laut um Hilfe gerufen. Als es zum zweiten Mal klingelte, habe ich geschrien, dass ich gestürzt bin und nicht aufstehen kann“, erzählt Schäffler. Endlich hatte sie an diesem Tag Glück: Draußen standen vier Sternsinger, drei Buben im Alter von elf und zwölf Jahren und ein 14-Jähriges Mädchen. Eigentlich wollten sie ihre Runde an diesem Tag schon beenden. Doch dann entschlossen sie sich, auch die Straße noch zu besuchen, in der Schäffler wohnt. Als sie Hilfeschreie hörten, holten die vier Hilfe. 

Feuerwehr und Sanitäter retten verletzte Frau in Schliersee

Nach immerhin einer Stunde hörte Christa Schäffler dann Stimmen an der Tür: Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr öffnete die Haustüre, dann versorgten fünf Sanitäter die Verletzte. „Sie wollten mich dann ins Krankenhaus bringen, aber ich bin auf eigenen Wunsch zu Hause geblieben.“ Dort wird sie nun gut versorgt. 

Gerettete Schlierseerin: „Es war göttliche Fügung.“

„Es war wirklich eine Fügung“, ist Schäffler überzeugt. „Ich habe in meiner Not auch so viel gebetet.“ Das hat wohl geholfen. Als Dankeschön für ihre Rettung will sie ihre vier Retter zu Kaffee und Kuchen einladen, hat sich auch schon mit dem Diakon besprochen. „Sie sind schließlich meine vier Schutzengel“, sagt sie dankbar.

Wie die vier Sternsinger den dramatischen Fall erlebten, lesen Sie hier

Rein kamen sie, aber nicht mehr raus: Vier Münchner sind am Freitagnachmittag in der Elbacher Friedhofskirche festgesteckt. Rettung kam erst nach einem Notruf. Die Bergwacht Schliersee ist unterdessen bei schönem Wetter und dem endlich doch gefallenen Schnee im Dauereinsatz. Ein Ende der Unfälle ist nicht in Sicht.

Anderen beizustehen gehört für Julia Hirschbeck zum Alltag. Jetzt braucht die ehrenamtliche Sanitäterin aus Gröbenzell selbst Unterstützung. Die 45-Jährige hat Blutkrebs.

stg

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