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Gut beschirmt spenden (v.l.) Diakon Alois Winderl, Pfarrer Hans Sinseder und Weihbischof Wolfgang Bischof den Segen.

Schneeregen verhindert Andacht im Freien

Leonhardi in Fischhausen: Wetterbedingte Kurzversion

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Fischhausen - Petrus meinte es am Sonntag nicht gut mit den Leonhardifahrern in Fischhausen. Die Geistlichkeit hatte ein Einsehen und kürzte Pferdesegnung und Andacht ab.

Nicht nur das Weihwasser tropfte am Sonntag bei der Schlierseer Leonhardifahrt auf Ross und Reiter herab. Trotzdem lupften die Fuhrmänner auf den Gespannen und die Schalkfrauen in den Truhenwagen kurz ihre Hüte und Schirme, als sie vor der Leonhardikapelle in Fischhausen von Schliersees Pfarrer Hans Sinseder und Weihbischof Wolfgang Bischof den Segen empfingen. Die sonst übliche zweite Umfahrt blieb ihnen bei dichtem Schneeregen aber erspart. „Das wäre in der matschigen Wiese zu gefährlich gewesen“, sagt Sinseder.

Auch die anschließende Andacht fiel mit 25 Minuten deutlich kürzer aus – und sie wurde von der Wiese in die Kapelle verlegt. „Vielleicht hat es sich der Heilige Leonhard so gewünscht, dass wir in seinem Gotteshaus feiern“, sagt Sinseder schmunzelnd. Weil nur 80 Leute in der Kirche Platz hatten und der Rest in der Kälte ausharren musste, spielte die Schlierseer Blasmusik nur eine Kurzversion ihrer Stücke. Und auch der Weihbischof fasste sich in seiner Predigt knapp. Trotzdem habe er in nur drei Minuten die Botschaft des Heiligen Leonhard auf den Punkt gebracht, berichtet Sinseder. So sei dieser als „Patron der Gefangenen“ stets auf die benachteiligten Menschen zugegangen.

Auch wenn Petrus gestern nicht ganz so gnädig mit den Leonhardifahrern war: Passiert ist Mensch und Tier trotz der durch den Dauerregen rutschigen Straßen nichts, wie Organisator Leonhard Markhauser berichtet. „Es ist alles gut umgegangen.“ Immerhin 35 der 45 angemeldeten Fuhrwerke marschierten beim traditionellen Umzug von Schliersee nach Fischhausen mit. „Respekt“, sagt Markhauser. Deutlich lichter waren die Reihen der Zuschauer am Straßenrand. Markhauser rechnet mit 800 bis 1000 Schaulustigen – also nur rund ein Viertel des sonst üblichen Publikums.

Kaum ein Platz blieb dagegen später im Bauerntheater frei. Hier wärmten sich die Leonhardifahrer bei Essen und Trinken auf und trockneten ihre Tracht. Und die Blasmusik spielte ihre Stücke in voller Länge.

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