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An Miesbachs Marktplatz entzündeten sich immer wieder kontroverse Diskussionen.

Abschlussbericht 

Abschied vom Citymanager

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Miesbach - Mit einem 15-minütigen Abschlussbericht im Stadtrat endete das Engagement von Schorsch Danner in Miesbach.

Nach dreieinhalb Jahren als Citymanager war im Sommer sein geförderter Vertrag ausgelaufen. Eine Fortsetzung seiner Arbeit in der Stadtentwicklung ist möglich, derzeit aber unwahrscheinlich.

Die Präsentation des Abschlussberichts verriet mehr über den Stand der Stadtentwicklung als dessen Inhalt. Nachdem Citymanager Schorsch Danner im April im Stadtentwicklungsausschuss einen ausführlichen Rückblick gegeben hatte, folgte nun der Kurzauftritt im Stadtrat. Im Mittelpunkt des 15-minütigen Vortrags – mehr Redezeit hatte er nicht bekommen – standen die fehlenden Monate seit November 2015, die Zweiter Bürgermeister Paul Fertl (SPD) im April noch angemahnt hatte. Jene Monate, in denen angesichts der leeren Haushaltskasse und des Dauerstreits um die Zukunft des Marktplatzes nicht mehr viel passiert ist. Tiefergehendes Interesse an Danners vielschichtiger Arbeit zeigten die Stadträte nicht. Vorgesehen war nur der Bericht. Danners Angebot, die Fraktionen intern zu unterrichten, war nicht wahrgenommen worden.

Dennoch gab es viel Lob für Danner. So wertete es CSU-Fraktionssprecher Franz Mayer positiv, „dass Sie uns den Spiegel vorgehalten haben, auch wenn es unangenehm war“. Und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) attestierte dem Grafinger, gute Arbeit geleistet zu haben.

Dagegen kritisierte Inge Jooß (SPD) eine Stagnation des Prozesses und vermisste die Beteiligung der Bürger. Und Franz Mader (FW) merkte an, dass man große Schritte wie einen Durchbruch bei den Parkplätzen nicht geschafft habe. Dritter Bürgermeister Michael Lechner (FW) übte jedoch auch Kritik an der Stadt: „Es war nicht so viel umsetzbar.“ Und dass Maßnahmen wie die Montage des beleuchteten Handlaufs am Lebzelterberg oder der Radständer am Marktplatz einen monatelangen Verwaltungsvorlauf brauchten, „war nicht immer grandios“. Jedoch stellte er auch fest: „Der Förderer wird nicht mehr gefördert.“ 60 Prozent des Honorars hatte die Regierung getragen. Nun sei es Zeit, „einen Schnitt zu machen“.

Zumal neue Hilfe von außen bereits vor der Tür steht. Mit dem österreichischen Architektenbüro Nonconform hat Bürgermeisterin Pongratz schon das nächste Pferd am Zügel. Vertreter des Büros sollen in der November-Sitzung des Stadtrats erläutern, wie sie neue Ansätze in die Entwicklung des Marktplatzes bringen wollen.

Dass gerade der Stadtentwicklungsausschuss zentrale Bedeutung hat, um „Politik, Verwaltung, Geschäftsleute und Bürger zu synchronisieren“ (Danner), wurde zwar reihum anerkannt. Doch als Markus Seemüller (FW) beantragte, den Ausschuss regelmäßig tagen zu lassen, lehnte Pongratz dies mit Verweis auf einen vorrangigen Seemüller-Antrag in nicht öffentlicher Sitzung ab. Zudem sei man nicht vollständig. Auch Seemüllers Rücknahme jenes Antrags änderte daran nichts. Fertl schüttelte den Kopf: „Ingrid, das ist nicht gut. Du machst es uns und Dir schwer.“ Und Lechner stellte fest: „Eigentlich brauchen wir nur ein kurzes Zeichen und keine Anträge.“

Dass die Stadtentwicklung künftig nicht sich selbst überlassen werden sollte, hatte neben Mayer auch Stephanie Liebhardt als Vertreterin der Geschäftsleute am Marktplatz festgestellt. Danner zeigte sich bereit, das unterm Strich „erfolgreiche Projekt“ weiterhin zu begleiten. Über Geld und Funktion könne man reden, „ich bin aber nicht darauf angewiesen“.

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