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Reingestopft wurden die Müllsäcke zwischen die vollen Containern am Stellplatz in Hundham.

Müllcontainer

Schöne Bescherung

Hundham – Schon vor der Bescherung waren zahlreiche Wertstoffcontainer im Schlierach- Leitzachtal proppenvoll. So wurden etliche Mülltüten davor abgestellt. An Weihnachten wehte der Föhnsturm dann vielerorts die Abfälle durch die Gegend und in Gärten.

Die Weihnachtstage stehen für die meisten Menschen im Zeichen von Familie, gutem Essen und etwas Erholung nach der meist stressigen Adventszeit. Bei Veronika Kafl in Hundham stand jedoch am Ersten Weihnachtsfeiertag Aufräumen auf dem Programm. Ihr Garten war übersäht von Plastikmüll, in den Sträuchern hingen die Tüten. Grund war der Föhnsturm, der den Abfall vom immerhin 300 Meter entfernten Container-Stellplatz an der Feilnbacher Straße herübergeweht hatte. Ähnliches hat sich an den Standorten in Miesbach und Neuhaus und wohl auch andernorts zugetragen.

„Das ist nicht das erste Mal“, sagt Kafl. „Aber so schlimm war’s schon lang nimmer.“ Zahlreiche Hundhamer nutzten wohl den Vormittag des Heiligen Abends, um daheim klar Schiff zu machen. Für die Container war das zu viel, sie konnten die Mengen nicht aufnehmen. Also wurden die Mülltüten zwischen die Container und davor gestellt. Sturmtief Dirk wirbelte die Abfälle in der Nacht durch die Luft und in den Garten der Kafls. „Das war eine schöne Bescherung“, sagt die 54-Jährige.

Dass sie sich an die Heimatzeitung gewandt hat, möchte Kafl nicht als Vorwurf verstanden wissen. „Die Leute machen das ja nicht mal böswillig“, ist sie überzeugt. Vielmehr möchte die Hundhamerin ein Bewusstsein dafür schaffen, „dass man anderen nicht das zumutet, was man selbst nicht möchte“. Heißt: Sind die Container voll, bitte dem Müll wieder mitnehmen. Die Abfälle lägen sonst ja nicht nur in ihrem Garten sondern auch bei den Nachbarn und auf der Straße. „Da heißt es immer: Unser Dorf soll schöner werden“, sagt Kafl. „Aber für Spaziergänger ist das kein schöner Anblick.“

Der Gemeinde Fischbachau oder dem Abfallunternehmen Vivo in Warngau macht Kafl keinen Vorwurf. Die Container müssten ja irgendwo stehen, „kein anderer möchte sie haben“. Aufgeräumt wurde der Platz ohnehin schon Freitagfrüh – sofort nach den Feiertagen.

Vivo-Vorstand Thomas Frey ist das Problem bekannt. „Zu dieser Jahreszeit ist der Drang da, dass man nochmal reinen Tisch macht“, sagt er. Die Kapazität der Container reiche dafür nicht aus. An Silvester rechnet er mit dem gleichen Problem. Seine Mitarbeiter könnten trotzdem nicht an Weihnachten und Neujahr ausrücken. „Früher, als wir noch die Papiercontainer hatten, war’s noch schlimmer.“ Seine Bitte: Den Müll am besten am Wertstoffhof entsorgen oder doch mal einen Sack wieder mitnehmen, wenn nichts mehr geht.

Julia Pawlovsky

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