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Derzeit im Winterschlaf: der Campingplatz Glockenalm in Aurach.

Gemeinderat ändert seine Haltung

Schöner Campen in Aurach? Scheint jetzt doch möglich

Fischbachau – Vor 20 Jahren noch war eine Aufwertung des Campingplatzes Glockenalm in Aurach seitens der Gemeinde Fischbachau nicht gewünscht. Das hat sich inzwischen geändert.

Campingplätze wie der am Wolfsee oder am Seehamer See sind auch Menschen, die mit dem Thema nichts am Hut haben, ein Begriff. Der Campingplatz Glockenalm in Aurach (Gemeinde Fischbachau) wohl weniger. Das Gelände liegt südlich der Bundesstraße am Rande des Auracher Moores und ist weniger für Luxus-Camper geeignet, sondern eher etwas für Naturliebhaber. Eine eigene Homepage gibt es nicht, doch wer sich die Bewertungen in einschlägigen Foren ansieht, läuft auch nicht Gefahr, unliebsame Überraschungen zu erleben. „Vorsicht: Das ist die Urform des Campings. Wem es nicht gefällt, braucht ja nicht hinfahren, ganz einfach“, schreibt zum Beispiel ein User auf camping.de.

Da liegt er: Etwas versteckt, westlich von Aurach im Leitzachtal befindet sich der Campingplatz Glockenalm.

Die Ausstattung ist wahrlich in die Jahre gekommen. Auch von einem ungepflegten Zustand ist zuweilen die Rede. Und das hat wohl auch seinen Grund. In den 1990er-Jahren hatten die Eigentümer einen Vorstoß bei der Gemeinde Fischbachau gewagt, mit dem Ziel, den Campingplatz aufzuwerten und zu erweitern. Damals winkte die Kommunalpolitik ab und verweigerte den Einstieg in die notwendige Bauleitplanung. Doch die Vorzeichen haben sich offensichtlich geändert. Hans Seemüller (FWG) hat nun im Gemeinderat nachgehakt und von einem Telefonat mit den Eigentümern und bestehenden „Unklarheiten“ berichtet. „Es wäre wichtig, dass wir eine Alternative finden“, bekräftigte er derweil mit Blick auf die Entwicklungen am Wolfsee. Wie berichtet, scheint das Ende des dortigen Campingplatzes absehbar. Trotz vieler Bemühungen fand sich niemand, der das Gelände kaufen und obendrauf noch eine Stange Geld in die Sanierung stecken will. Die Gemeinde überplante das Gebiet daher mit einer Wohnbebauung.

Sollte das Ende der Anlage am Wolfsee tatsächlich nicht abzuwenden sein, stünde Fischbachau – vom eher abenteuerlich anmutenden Glockenalm-Gelände eben abgesehen – ohne echten Campingplatz da. Für eine Tourismus-Gemeinde kein Ruhmesblatt. Findet auch Bürgermeister Josef Lechner (CSU). Ihm liege sehr daran, dass Fischbachau mindestens einen funktionierenden Campingplatz hat. Der Rathaus-Chef verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Nachbarn Bayrischzell. Der hatte an der Seebergstraße eigens Stellplätze für Wohnmobile ausgewiesen. Dies mit gutem Erfolg.

Mit den Glockenalm-Eigentümern habe es auch schon Gespräche gegeben, sagte Lechner im Gemeinderat. Auch erste Abstimmungen – etwa mit dem Naturschutz – habe es gegeben. „Für uns war klar: Der Ball liegt bei ihnen“, sagte Lechner. Gut möglich, dass das Ende des Wolfsee-Campingplatzes mit dem Erblühen der Anlage Glockenalm einhergeht – wenn die von Seemüller genannten „Unklarheiten“ beigelegt sind.

dak

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