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So mancher Autofahrer hatte am Freitagvormittag ein mulmiges Gefühl, als ihn Verkehrspolizist Alfred Christl zur Seite lotste. Auf dem Parkplatz erklärten Christian Rittinger (oben r.) mit Inspektionsleiterin Katharina Schreiber die Aktion.

Realschule Miesbach hilft beim Kontrollieren

Schüler als Polizisten: Lob für korrektes Fahren

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Miesbach - Die Polizei und die Klasse 5a der Realschule setzten am Campus auf eine Verkehrskontrolle der anderen Art. Statt Strafzetteln gab es eine freundliche Ermahnung - oder ein Lob.

Keine Strafzettel, keine Punkte in Flensburg – bei der Kontrolle am Freitagvormittag setzte die Miesbacher Verkehrspolizei auf freundliche Appelle. Dafür hatte sich die Inspektion eine besondere Idee einfallen lassen, die sie mithilfe der Klasse 5a der Gunetzrhainer Realschule in die Tat umsetzte. Wer von 9.30 bis 11 Uhr von der Haidmühl in Richtung Innenstadt unterwegs war, wurde ins Visier genommen. Mit der Laserpistole kontrollierten Polizistin Barbara Nüßlein und eine Schülergruppe die gefahrene Geschwindigkeit. Die Schüler bedienten das Messgerät und waren konzentriert bei der Sache. Ja, Verkehrskontrolle macht Spaß. 

Auch die zweite Gruppe war mit Feuereifer dabei. Denn jedes gemessene Fahrzeug lotste Polizist Alfred Christl von der Straße zum angrenzenden Parkplatz, wo sein Kollege Christian Rittinger und Inspektionsleiterin Katharina Schreiber die Fahrer in Empfang nahmen und über die Aktion aufklärten. Wer vorschriftsmäßig unterwegs war, bekam von den Schülern selbstgebastelte Anstecker mit Aufschriften wie „Cooler Fahrer“ sowie Bonbons überreicht. Wer zu schnell war, bekam ebenfalls eine Plakette. Allerdings stand darauf: „Bitte langsamer“ oder „Bitte Fuß vom Gaspedal.“ 

Ziel der Aktion war es, „die Autofahrer freundlich für die Verkehrssituation an den beiden Schulen zu sensibilisieren“, erklärt Schreiber. Wie berichtet, stellt der Campus zwischen Realschule und Gymnasium ein Problem dar. Zwischen den Stunden und in der Pause kreuzen vor allem Realschüler die Haidmühlstraße, um auf die andere Seite zu kommen. Dort sind deshalb nur 20 km/h erlaubt, aber viele Autos – vor allem stadtauswärts – sind deutlich schneller unterwegs. Da die Lehrerschaft der Realschule nicht für Verkehrsunfälle während der Schulzeit haften will, untersagte die Schulleitung die Nutzung des Campus in den Pausen. 

Bei den Kindern kam die Kontrollaktion gut an. Und auch Zweite Konrektorin Verena Rotter war angetan: „Das ist eine super Idee. So können die Kindern den Fahrern auch eine positive Rückmeldung geben und werden selbst im Straßenverkehr achtsamer.“ Ähnlich sah es Klassenlehrerin Gabriele Westram. 

Das Ergebnis der Messung fiel positiv aus. Bis auf einen Fahrer, der mit 32 km/h unterwegs war, hielten sich alle an das Tempolimit. „Trotzdem hatten manche ein schlechtes Gewissen, als wir sie herauslotsten“, berichtet Rittinger. „Die Leute sind es halt nicht gewohnt, dass sie für richtiges Verhalten von uns auch mal gelobt werden.“

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