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Vor-Ort-Gespräch im Mühltal: Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker (l.) mit (v.r.) Hans Gemmer („Verein der Wasserschutzzonengeschädigten“), die Bürgermeister Martin Wohlketzetter (Farchant), Klaus Thurnhuber (Warngau), Ingrid Pongratz (Miesbach) und Peter Imminger (Oberau) sowie Norbert Kerkel und Alexander Bronisch (beide „Unser Wasser“).

Wasserschutzzone

Schulterschluss gegen Schutzgebiete

Valley - Die Betroffenen üben den Schulterschluss. Im Kampf gegen Wasserschutzzonen haben sich drei Kommunen im Kreis Miesbach mit Oberau und Farchant (Kreis Garmisch-Partenkirchen) zusammengetan. Gemeinsam wollen sie überbordene Schutzzonen verhindern.

Andreas Hallmannsecker steht auf dem Pendlerparkplatz in Darching und deutet in die Ferne. Da hinten, weit hinter der Autobahn, erklärt er, ist die Grenze des Wasserschutzgebiets. Die Zuhörer: unter anderem die Bürgermeister von Oberau und Farchant, Peter Imminger und Martin Wohlketzetter. Ihnen berichtet der Valleyer Rathaus-Chef vom Bau des Pendlerparkplatzes. Weil sich herausgestellt hatte, dass der Boden kontaminiert ist, musste die Gemeinde zum Schutz des Trinkwassers den ersten Meter Erdreich abtragen und teuer entsorgen. Über 80 000 Euro habe das gekostet.

Mit diesem Beispiel will Hallmannsecker verdeutlichen, was Gemeinden blühen kann, auf deren Gebiet eine Wasserschutzzone liegt. Das Verfahren zur Ausweisung eines Schutzgebiets Thalham-Reisach-Gotzing ist gerade im Gange (wir berichteten). Dass die seitens der Stadtwerke München beantragte Zone deutlich kleiner ausfällt, ist das Ziel vor allem der Stadt Miesbach, die erhebliche Schwierigkeiten bei der Erweiterung ihres Gewerbegebietes Nord befürchtet.

Auch Farchant kämpft gegen die Ausmaße einer Schutzzonen-Erweiterung. Wie in Darching wäre bereits bebautes Gebiet betroffen: 1500 Bürger und ihre Häuser. Je nach Zonenkategorie gelten härtere oder mildere Auflagen. Im laufenden Verfahren Thalham-Reisach-Gotzing zum Beispiel würden für den Weyarner Ortsteil Gotzing, der in der engeren Schutzzone liegt, enorme Einschränkungen gelten. Großveranstaltungen etwa sind nicht erlaubt. Festgehalten ist dies im sogenannten Verbotskatalog.

Wie berichtet, haben die betroffenen Kommunen - Miesbach, Valley, Warngau und Weyarn - ihre Stellungnahmen zum Schutzgebietsantrag abgegeben. Diese werden nun am Landratsamt, das Herr des Verfahrens ist, gesichtet. Bis die Behörde einen weiteren Verfahrensschritt - etwa einen Erörterungstermin oder eine öffentliche Auslegung - aufruft, möchten die Gemeinden aber nicht untätig bleiben und an weiteren Abwehr-Strategien feilen. Unterstützung bekommen sie von den Vereinen „Unser Wasser“ dem „Verein der Wasserschutzzonengeschädigten“.

Besonders im Fokus steht dabei die Reisach-Grundwasserfassung. „Die ist nicht schützbar“, bekräftigt Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz. Die Reisachfassung ist für beide Seiten von großer Bedeutung. Zum einen ist sie sehr ergiebig, andererseits ist sie verantwortlich für die enorme Größe des Schutzgebietes. Im Süden reicht es bis zum Industriegebiet Müller am Baum.

Wer der Koalition der Gemeinden und Vereine übrigens nicht direkt angehört, ist die Gemeinde Weyarn. Deren Bürgermeister Michael Pelzer sieht in Verhandlungen mit den Stadtwerken den geeigneteren Weg.

dak

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