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Eine eher familiäre Veranstaltung war die Schlierseer Seeweihnacht am ersten Adventswochenende. Für 2017 kommt der Standort auf den Prüfstand. 

“Kalt und zugig, teilweise nicht beleuchtete Stände“

Seeweihnacht kommt auf den Prüfstand

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Schliersee - Ganze vier Christkindlmärkte haben heuer in Schliersee Einheimische und Gäste angelockt. Ein Verkehrschaos blieb aus, die Werbung lief gut. Trotzdem gab‘s Kritik.

Vier Adventswochenenden, vier Christkindlmärkte: Dem Schlierseer Weihnachtszauber konnte sich heuer kaum einer entziehen. Auch in Sachen Werbung ging die Gäste-Info in die Vollen. Nicht nur auf Plakaten und Flyern, sondern auch im Internet vermarkteten die Schlierseer die Veranstaltungsreihe selbstbewusst als „vom Christkindl empfohlen“. Mit Erfolg, wie Kuramtsleiter Mathias Schrön nun im Hauptverwaltungsausschuss verkündete. 22 000 Aufrufe habe man auf der Homepage registriert, 122 000 erreichte Personen auf Facebook gezählt. Ein Video sei fast 20 000 Mal angesehen worden – bei einem Werbekostenaufwand von gerade einmal 50 Euro. Zudem hätten 200 Leute einen Newsletter abonniert. „Die Daten können wir nun legal für unsere weitere Kampagnen verwenden“, berichtete Schrön.

So beeindruckend sich die Zahlen anhörten: Nicht jeder im Ausschuss war von ihrer Wirksamkeit überzeugt. „Kommen deswegen denn tatsächlich mehr Gäste nach Schliersee?“, wollte Astrid Leitner (CSU) wissen. Nur für die Einheimischen brauche man nicht so viel in die Werbung investieren, meinte Leitner, die selbst Zimmer vermietet. „Die gehen auch so für einen Ratsch auf den Christkindlmarkt.“ Und auch die Tagesausflügler seien nicht die richtige Zielgruppe, denn die kämen so oder so in Scharen an den See.

Nur für den Christkindlmarkt fahre ohnehin niemand nach Schliersee, sagte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU). Umso wichtiger sei es, den Gästen im Ort ein Programm zu bieten. „Wenn was geboten ist, fühlen sich die Urlauber wohl.“ Auch wenn sich der Erfolg der Werbemaßnahmen schwer messen lasse: „Der Name Schliersee wird dadurch positiv besetzt und weit hinaus getragen“, erklärte Schnitzenbaumer.

Dies sei auch der gemeinsamen Vermarktung der vier Märkte zu verdanken, ergänzte Schrön. „Wir sind alle unter einer Decke und profitieren voneinander.“ So seien alleine bei der Historischen Weihnacht im Markus-Wasmeier-Freilichtmuseum ganze 15 000 Flyer verteilt worden. Gut 12 000 Besucher seien heuer an drei Tagen zwischen den alten Bauernhöfen herumspaziert.

Ein Verkehrschaos wie 2015 blieb jedoch aus. Wie berichtet, hatte das Museum Wiesen von angrenzenden Landwirten gepachtet und diese als Parkflächen aufbereitet. 1000 gebührenpflichtige Stellplätze sind so laut Schrön geschaffen worden. Auch die Verstärkerzüge der Bayerischen Oberlandbahn hätten sich positiv bemerkbar gemacht. „Uns haben keine Beschwerden erreicht“, sagt Schrön. Ebenfalls gut angenommen worden seien die Kutschfahrten zur Woidweihnacht beim Hennerer.

Kritik erntete hingegen die Seeweihnacht im Kurpark. „Für die paar Standl hätte es nicht so viel Werbung gebraucht“, sagte Leitner. Ernst Höltschl (SPD) bestätigte, dass dieser Christkindlmarkt „nicht so gut angekommen“ sei. Manche Stände seien nicht mal richtig beleuchtet gewesen. Der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins, Johannes Wegmann, schlug vor, den Markt vom „zugigen und kalten“ See wieder in den Ort hereinzuholen, etwa in die Lautererstraße. „Die Leute kehren nach dem Glühwein gerne noch in ein Lokal ein.“

Man werde über einen anderen Ort nachdenken, sagte Schnitzenbaumer. Und auch Schrön versprach, die Standorte der einzelnen Märkte bei der Planung für 2017 „gemeinsam und in Ruhe“ auf den Prüfstand zu stellen – darunter auch die Romantische Weihnacht beim Terofal. Insgesamt gelitten hätte der Weihnachtszauber heuer aber unter dem alles andere als winterlichen Wetter.

Festhalten will Schrön jedoch an der gemeinsamen Vermarktung. Unterstützung erhielt er von Leonhard Markhauser (CSU), der ebenfalls Fremdenzimmer anbietet. „Wir haben das heuer positiv bei den Übernachtungszahlen gespürt“, sagte er. Früher sei der Dezember eine „staade Zeit“ gewesen, jetzt sei immer was los. Vor einer Überdosis an Märkten warnte hingegen Wolfgang Schauer: „Wir sollten das auch nicht überziehen.“

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