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Seilbahnbetreiber fürchten erneut um die Winter- und Skisaison im Miesbacher Landkreis

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Peter Lorenz appelliert an die Politik.
Peter Lorenz appelliert an die Politik. © THOMAS PLETTENBERG/A

Seilbahnbetreiber appellieren an die Politik. Sie fürchten erneut um die Winter- und Skisaison im Miesbacher Landkreis.

Schliersee/München – „Vor zwei Wochen waren wir noch voller Optimismus. Jetzt wissen wir wirklich nicht, wie’s weitergeht.“ Ratlos äußerte sich Peter Lorenz, Geschäftsführer von Brauneck- und Wallbergbahnen und der Alpenbahnen Spitzingsee, in seiner Funktion als stellvertretender Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen VDS, der zur jährlichen Pressekonferenz in den Münchner Presseclub eingeladen hatte.

Öffnungspläne oder Perspektiven? Gibt es nicht, seit die neuen Corona-Regeln für Bayern auch Skifahren nur noch mit 2G plus erlauben. Normalerweise, so Lorenz, würde er an dieser Stelle berichten, wie weit die Saisonvorbereitungen gediehen seien und wann die ersten Lifte liefen. Aber „mit 2G plus ist uns das momentan unmöglich.“ Nicht einmal, was seine Betriebe angeht, könne er darüber eine Aussage machen. Man werde sich im Kreis der Alpen-Plus-Partner beraten, wie es weitergehen soll. Noch sei offen, „ob es unter 2G plus einen Skibetrieb geben wird.“

Herrschte im gleichen Kreis vor einem Jahr, als man noch nicht wusste, dass sechs Monate Lockdown vor einem liegen würden, noch verhaltener Optimismus, war die Stimmung bei allen Beteiligten sichtlich gedrückt. VDS-Präsident Matthias Stauch, Chef der Bayerischen Zugspitzbahnen, sprach von einem „Schlag in die Magengrube“ und bezeichnete die Regularien als „Lockdown durch die Hintertür“.

Ein „Schlag in die Magengrube“

„Unsere Skifahrer scharren mit den Hufen“, berichtete Peter Lorenz aus der Praxis und erzählte von der hohen Nachfrage nach Saisonkarten, die man bewusst zurückgehalten hatte, so lange die Rahmenbedingungen nicht klar waren. Angesichts dieser Nachfrage rechnet er bei ausreichend Schnee auch heuer mit vielen Besuchern. „Aber wir wollen kein unkontrolliertes Chaos.“

2G plus sei dennoch nicht der richtige Weg, um diesem vorzubeugen. Allein die geforderte Einschränkung der Förderleistung auf 25 Prozent in sämtlichen Liften sei nicht wirtschaftlich zu bewerkstelligen. Zudem gäbe es zu viele offene Fragen, etwa, wer mit wem befördert werden dürfe. Technische Investitionen in Kartensysteme wie Skidata oder Access, die Liftticket und Impfpass erfassen, seien mit zusätzlichen Testnachweisen überfordert. Sofern die Tage kalt genug sind, um künstlichen Schnee zu produzieren, werden an Sudelfeld, Spitzingsee und Brauneck in den nächsten Tagen die Schneekanonen laufen. Jedoch nur bei perfekten Bedingungen, um die Kosten möglichst gering zu halten. Auch wolle man keine Pisten präparieren, so lange es keine echte Öffnungsperspektive gibt, sondern lediglich Schneedepots anlegen.

„Wir sind gut vorbereitet, wir riskieren es“, so Lorenz, der dabei alles andere als überzeugt klang und am Ende doch noch einmal die Stimme erhob. „Einen Appell hab ich schon noch“ schob der altgediente Seilbahner hinterher: Er wünsche sich in der aktuellen Situation auch Unterstützer von Skiverband, Skilehrerverband und Touristikern. Abgesehen von der Gastronomie, die in Person von Angela Inselkammer mit am Podium saß, vermisse er Mitstreiter. Ihrer Unterstützung dürfe er sich gewiss sein, versicherte die Präsidentin des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, die an die Politik appellierte, den Tourismus in seiner Gesamtheit zu sehen; nicht nur, als etwas Nettes für nebenbei, sondern als wichtigen Wirtschaftszweig.

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