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Hans Lausecker und seine Sieger-Dame.

Zum Osterfest 

So sieht der perfekte (Oster)hase aus

Landkreis - Wuchtbrumme mit Dickschädel und behaarten Füßen: Hier stellt der Kaninchenzüchter sein Prachtexemplar vor. 

Das gab es beim Kaninchenzuchtverein Miesbach noch nie: Bei der Landesclubmeisterschaft in Dettelbach hat Vereinsmitglied Hans Lausecker die Siegerhäsin bei der Rasse Alaska gestellt. 98 von 100 möglichen Punkten zückten die Wertungsrichter. „Wie ein Sechser im Lotto“, sagt der Vereinsvorsitzende Rudolf Mündl. Würde es ein Casting für den Osterhasen geben, Lauseckers siegreiche Dame wäre sicher ein heißer Titel-Favorit. Auf Bitte unserer Zeitung erklärt der Ostiner, warum.

Blockiger Körperbau

Magersucht ist in der Welt der Alaska-Hasen ebenso verpönt wie es weibliche Rundungen sind. „Blockig“, lautet das Schönheits-Ideal, so steht’s im Standard, in dem die Rassemerkmale festgehalten sind. „Hinten und vorne gleich breit“, deutscht Lausecker den Fachjargon ein. Der Rücken soll gleichmäßig sein, kein Buckel. Und damit’s die volle Punktzahl bei Wettbewerben gibt, darf die Waage nicht weniger als 3,25 Kilogramm zeigen. Mehr als vier sollten’s dann aber auch nicht werden.

Lausecker ist leidenschaftlicher Kaninchenzüchter. Seit 50 Jahren ist er schon dabei, vor etwa 40 Jahren hat er sein Herz an die Alaska-Hasen verloren. Und offenbar auch umgekehrt. Der 73-Jährige öffnet die Klappe eines Stalls, und schon macht ihm die Hausherrin schöne Augen. Sie möchte gestreichelt werden. Lausecker tut ihr den Gefallen. „Man muss die Tiere gern haben“, sagt der bescheidene Ostiner, der das Futter für seine Hasen selbst mischt. Das Heu dafür schneidet er mit der Sense. Wenn er abends zum Füttern kommt, sausen die Tiere schon ganz aufgeregt durch ihre Ställe. Ihnen Namen zu geben, ist in Züchterkreisen übrigens nicht üblich.

Schöner Dickschädel

Alaska-Hasen dürfen – ja sollen – durchaus Dickschädel sein. Kurz und breit soll er sein „und ohne sichtbaren Hals am Kopf sitzen“, klärt der Standard auf. Wichtig auch die Ohren. Ein leichtes V sollen sie bilden und fleischig sein. Ein häufiger Fehler: mangelhafte Behaarung an der Innenseite, also zwischen den Ohren. Die 98-Punkte-Dame brilliert in allen Kategorien.

Zum Vergleich holt Lausecker ein paar Männchen aus ihren Ställen und setzt sie auf einen Tisch. Ruhig bleiben sie hocken, und der Züchter zeigt, welches Exemplar nicht ganz das Top-Niveau erreicht. Hier ist der Kopf zu klein, da stimmt’s im Fell nicht.

Dichtes Fell

Dicht, tiefschwarz und glänzend soll es sein und sich langsam in die Ausgangsposition zurückbewegen, wenn man gegen den Strich streichelt. Tut man dies, erkennt man auch, ob der Hase „gleichmäßig fein begrannt“ ist, wie es der Standard fordert. Grannen sind die Haarspitzen, die ein wenig aus dem Fell herausstehen. Lausecker pustet ins Fell, und man sieht, dass nur die letzten Millimeter der Haare schwarz sind. Idealerweise hat der Alaska-Hase eine dunkelblaue Unterfärbung, klärt der Züchter auf.

Insgesamt sechs Häsinnen hält der zurückhaltende Ostiner in dem Stall hinter seinem Haus. Die Sieger-Dame hat gerade Junge bekommen. Das Fell am Bauch – auch dort soll es eigentlich dicht sein – ist deshalb gerade etwas zu licht. Lausecker dreht den Hasen um und zeigt die Zitzen. Die Tiere lassen all das brav mit sich geschehen. „Man muss sie früh an die Hand gewöhnen“, erklärt er. Das macht auch die Präsentation bei Schauen einfacher. Lausecker setzt sein Prachtexemplar hin und drückt dessen Brust leicht zurück. So soll der Hase dasitzen, leicht aufrecht, sodass man mit der Hand unter den Bauch fassen kann.

Gerade Blume

Bei der Augenfarbe gibt es nur eine Alternative: braun, alles andere wäre ein Fehler, ebenso eine deutliche Wamme (die Hautfalte unter dem Kinn) oder verschiedenfarbige oder gar farblose Krallen. Und der Schwanz – die Blume – soll gerade und nicht zu kurz sein. Überhaupt müssen die Proportionen zwischen Kopf, Ohren und Körper stimmen. In der Summe: eine Wuchtbrumme mit Dickschädel, abstehenden Ohren und behaarten Füßen. So sieht der Alaska-Super-Hase aus.

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