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Expansionspläne: die beiden Slyrs-Geschäftsführer Anton Stetter (r.) und Thomas Flothmann mit einem Modell der Erweiterung. Das Fasslager in der Mitte soll verlängert und ein Café (l.) gebaut werden.

Whisky-Destillerie

Slyrs darf expandieren

Neuhaus - Bei der Whisky-Destillerie Slyrs in Neuhaus brummt das Geschäft. Deshalb möchte das Unternehmen erweitern. Die nötige Zustimmung gab es nun von der Gemeinde.

Kaum hat die Whisky-Destillerie Slyrs ihre Pläne für ein Fasslager am Stümpfling in trockene Tücher gebracht (wir berichteten), kommt das nächste Bauvorhaben auf den Tisch. Diesmal geht es um die Destillerie-Räume in Neuhaus. Hier ist eine Erweiterung fällig. Denn das Geschäft brummt. Die Produktion mit über 100 000 Flaschen übersteigt bei Weitem das, was zum Start des Betriebs angenommen worden war, gleiches gilt für die Zahl der Besucher mit rund 50 000 jährlich. Die Erweiterungspläne hat der Schlierseer Gemeinderat im Grundsatz befürwortet, Details sollen im Zuge des Bebauungsplan-Verfahrens geklärt werden.

Und das hat Slyrs vor: Das bestehende Fasslager soll um zwölf Meter verlängert werden und seitlich einen Anbau für rund 300 Fässer bekommen. In der Verlängerung soll der Laden der Destillerie Platz finden, der jetzt noch in dem Brennerei-Gebäude an der Bundesstraße steht. Dort wird dann Platz für die Mischanlage sein, die derzeit noch in Fischbachau steht. In dieser Anlage wird der Whisky, der im Fass noch eine Alkoholgehalt von 55 bis 58 Prozent hat, mit Quellwasser vermischt, bis das gewünschte Verhältnis erreicht ist. Das Hin- und Herfahren von Whisky nebst Personal war sehr ineffizient.

Etwas weiter im Norden, auf der der Bundesstraße abgewandten Seite, soll ein Café mit Terrasse entstehen. „Viele Besucher fragen uns, wo sie noch hinkönnen“, sagt Slyrs-Geschäftsführer Anton Stetter. Zum Beispiel, wenn der Papa länger in der Destillerie bleiben möchte als der Rest der Familie. Allerdings soll das Café auch ein Anlaufpunkt für Einheimische werden und gegebenenfalls sogar kulturellen Veranstaltungen Platz bieten. Zehn Meter breit und gut 20 Meter lang soll das Bauwerk werden. Zudem soll es zwischen Destillerie und Fasslager soll es einen Verbindungsbau geben.

Bei der Behandlung des Bauantrags im Gemeinderat wurde die Frage nach den Parkplätzen laut. Und Florian Zeindl (CSU) wies darauf hin, dass aufgrund parkender Reisebusse zeitweise kaum ein Durchkommen mehr ist. Fragen, die im Zuge der weiteren Planungen beantwortet werden sollen. Insgesamt sah der Gemeinderat das Vorhaben jedoch positiv und stimmte der Bebauungsplanänderung einhellig zu.

Zustimmung hat Slyrs derweil noch von ganz anderer Seite erfahren. Denn beim World Whisky Award haben die Schlierseer mit ihrer Sherry Edition N°1 die Kategorie „Best European Single Malt Whisky“ gewonnen. Diese Variante erhält bei einem mehrmonatigen sogenannten Finishing in einem alten Sherryfass seine besondere Note. Auch wegen solcher spezieller Editionen benötigt Slyrs künftig mehr Platz.

Daniel Krehl

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