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Promillefahrt? Nicht ganz. Die Fässer waren beim Transport leer.

Mitten im Skigebiet

Zwei Dutzend Fassl auf Bergtour

Schliersee - Ist das eine Promillefahrt? 24 Whiskyfässer sind am Montag auf den Stümpfling gereist - als bauchige Passagiere der Bergbahn.

Die Berge sind mit Neuschnee überzuckert, und auf dem See glitzern vereinzelte Eisschollen in der Mittagssonne – die Naturkulisse könnte von einer schottischen Hochebene stammen. Es handelt sich jedoch um das Skigebiet am Spitzingsee. Direkt an der Bergstation der Stümpflingbahn zwischen Jagahütt’n und dem Bergwachthaus ist gestern das neu gebaute Höhenlager der Slyrs Destillerie aus Neuhaus eingeweiht worden. Dazu kamen rund 20 Mitarbeiter und Destillateure sowie die Geschäftsführer Thomas Flothmann und Anton Stetter zusammen. Und die 24 bauchigen Hauptdarsteller: die Whiskyfässer. Auch sie waren mit dem Vierer-Sessel-Lift auf den Berg gekommen. Ein Fass pro Vierer-Sessel. In welchen Tarif der Bergbahn diese Belegung fällt, blieb unklar.

Auf den gelungenen Transport: Peter Lorenz von den Bergbahnen und Anton Stetter von Slyrs.

Trotz der geografischen Entfernung: Ein Bezug zu Schottland ist vorhanden. Denn die Idee zu dem Whisky-Keller auf dem Berg kam Stetter zusammen mit Destillateurmeister Hans Kemenater bei einer Reise in das Mutterland des Getränks. Die Betreiber wollten dem beliebten Klassiker, dem dreijährigen Slyrs Single Malt Whisky, einen anders gelagerten Whisky zur Seite stellen. Auszeichnen soll sich dieser durch seinen milden und fruchtigen Geschmack, erklärt Stetter. Der sogenannte Slyrs-Highlander soll unter rauen klimatischen Bedingungen in der klaren und kalten Bergluft eine kernige Note entwickeln.

Mitarbeiterversammlung im Hochlager.

Auf 1500 Metern Höhe kann die „Mountain Edition“ die nächsten drei Jahre heranreifen, in den Verkauf soll sie ab 2018 gehen. „Das Lager wird nicht beheizt, und die Fässer sind luftdurchlässig“, erklärt Kemenater. „Der Whisky braucht Bewegung, von der Temperatur her“, ergänzt Stetter. Im Sommer erreicht das Thermometer bis zu 28 Grad, und im Winter fällt es regelmäßig bis auf minus zehn Grad. Dadurch können die 225 Liter fassenden Whisky-Fässer aus amerikanischer Weißeiche, das raue Bergklima optimal in sich aufnehmen. Das Holz der Weißeiche bewirke besondere Vanille-, Honig- und Bananentöne, so Stetter.Derweil werden die nächsten Eichenfässer von zwei Mitarbeitern herangetragen und auf sogenannte Fass-Ständer in das von außen einsehbare sowie beleuchtete Lager gelegt. Neugierige Blicke? Aber gerne, das kurbelt das Geschäft an. Das Betongebäude – quasi eine in den Berg gebaute Fertiggarage – ist rund 50 Quadratmeter groß, zirka 40 Fässer finden darin Platz. Darin soll sich das Destillat entwickeln, das von jetzt an einmal im Monat von einem Mitarbeiter kontrolliert wird.

Daniel Wegscheider

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