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Snow-Volleyball am Spitzing: „Es bleibt eine Geduldsprobe“

Spitzingsee - Hohes sportliches Niveau bei der dritten Auflage der Snow-Volleyball-Tour, die aber erneut kaum Zuschauer anlockt.

Hannes Buchner und Dominik Richter hatten sich gut eingepackt. Beide trugen Handschuhe und Mützen, um am Sonntag ihrer großen Leidenschaft nachzugehen. Eigentlich heißt diese Beach-Volleyball, einmal im Jahr spielen die zwei Athleten vom VC Tegernseer Tal aber im Schnee - bei der Snow-Volleyball-Tour. Diese Turnierserie machte am Wochenende am Spitzingsee Station, zum dritten Mal seit 2012. Einladend waren die Verhältnisse an der Stümpflingbahn allerdings nicht, weder zum Spielen, noch zum Zuschauen. Nebel waberte um die Bergspitzen, dazu Nieselregen bei sieben Grad.

„Bei dem Wetter kommt keiner, der nicht kommen muss“, sagte Richter mit ironischem Unterton. Er und Buchner zählten zu denen, die zur Stümpflingbahn kommen mussten. Sie hatten sich am Samstag als eines von insgesamt acht Teams für das Hauptturnier qualifiziert. Insgesamt nahmen 32 Mannschaften an der Qualifikation teil. Weniger erfolgreich als das Duo Buchner/Richter waren Stefan Rohner und Felix Bachmeier, ebenfalls vom VC Tegernseer Tal. Sie schieden aus. „Wir haben spontan gesagt, dass wir mitspielen“, sagte Rohner. Die Enttäuschung beim Rottacher und seinem Mitspieler aus St. Quirin über das Aus hielt sich daher auch in Grenzen.

Für Buchner und Richter lief es unterdessen auch beim Hauptturnier gestern gut. In der Gruppe gewannen die Münchner zwei von drei Spielen, ehe sie im Halbfinale mit 19:21 an den späteren Siegern Florian Schweikert und Benni Jankovski scheiterten. Bei den Frauen setzten sich die Slowakinnen Silvia Poszmikova und Lucia Micholovicova durch.

„Wir hätten gerne das Finale gespielt, haben uns aber zu blöd angestellt“, sagte Buchner. „Bei nur einem Satz ist jeder Fehler entscheidend.“ Der 32-Jährige verpasste damit seinen zweiten Sieg am Spitzingsee, nachdem er vor zwei Jahren mit Patrick Schwaack das Turnier gewonnen hatte - damals an der Taubensteinbahn.

In diesem Jahr war einiges anders. Die Teams wurden nicht mehr gelost, sondern spielten in ihrer gewohnten Formation zusammen. „Dieser Modus hat mir besser gefallen, weil Dominik und ich im Volleyball verheiratet sind“, erklärte Buchner. Neu war zudem der Standort, die Talstation der Stümpflingbahn. Laut Martin Kaswurm und Veit Manninger, den beiden Organisatoren, war es richtig, umzuziehen.

Die Taktik, dass dort mehr Leute nach dem Skifahren zuschauen, ging wegen des Wetters nicht auf. Rund 3000 Besucher hatte sich Kaswurm erhofft - so viele waren eine Woche zuvor in Engelberg (Schweiz) zum Auftakt der Tour gekommen. Zum Spitzingsee kamen am Sonntag nur etwa hundert. „Vom sportlichen Niveau her war das Turnier klasse“, sagt Kaswurm. „Aber was die Zuschauer und das Wetter angeht, bleibt Spitzingsee eine Geduldsprobe.“

Letztlich haben Veranstalter und die Sportler das Beste aus dem Turnier gemacht. Die Spiele wurden verkürzt - ein Duell in der Gruppenphase war beendet, nachdem das erste Team 15 Punkte erreicht hatte. Im Halbfinale lag die Grenze bei 21 Punkten, das Finale ging über zwei Sätze, wobei ein dritter nötig wurde. Als das Endspiel stieg, fuhren Buchner und Richter bereits nach Hause. „Ich leg’ mich in die Badewanne. Bis zum Tatort“, scherzte Buchner Und verschwand vom Stümpfling.

mla

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