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Auf der Baustelle am Sudelfeld geht es voran.

Skigebiet Sudelfeld

Später Protest – Bauarbeiten im Zeitplan

Bayrischzell - Besser spät als nie. Das hat sich offenbar die Kreis-SPD gedacht und sich jetzt in Sachen Modernisierung des Skigebiets Sudelfeld positioniert. Sie lehnt die zusätzlichen Beschneiung nebst Speicherteich ab. Derweil gehen die Bauarbeiten ungehindert weiter.

„Wir liegen im Zeitplan“, meldet Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld, auf Anfrage. Die Arbeiten schreiten zügig voran. Der Kreis-SPD ist dies ein Dorn im Auge. Nach diversen Sitzungen hat sich der Kreisvorstand nun gegen den Ausbau ausgesprochen. „Eine Naturzerstörung dieses Ausmaßes hat im Landkreis Miesbach noch nie stattgefunden“, schreibt Kreisvorsitzende Christine Negele. Stoppen können die Sozialdemokraten das Vorhaben nicht, das könnte allein der Bayerische Verwaltungsgerichtshof. Der brütet seit geraumer Zeit über dem Widerspruch, den Bund Naturschutz und Deutscher Alpenverein gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts erhoben haben. Das Gericht hatte einen sofortigen Baustopp abgelehnt. „Wir warten eigentlich seit Wochen auf eine Entscheidung“, sagt DAV-Sprecher Thomas Bucher. Stadler rechnet damit, binnen der nächsten 14 Tage vom Verwaltungsgerichtshof zu hören. Bekanntlich richtet sich die Klage der Umweltverbände gegen den großen Speicherteich, der unterhalb der Walleralm gebaut wird. Dort ist allmählich ersichtlich, wie er aussehen wird. Die Erschließungsstraße ist inzwischen verlegt, weil die bestehende bei voll gefülltem Speicher unter Wasser stehen würde. Die Höhe des Damms wird ebenfalls erkennbar. „Das Wetter blockiert uns schon ab und zu“, sagt Stadler. Aber die Baufirmen hätten ihm bedeutet, dass alles rechtzeitig fertig werde. Heißt: Vom 1. Oktober an wird der Speicherteich befüllt.

Die zweite große Baustelle im Skigebiet ist der Neubau des Waldkopflifts. Auch dieser komme mit Riesenschritten voran, sagt Stadler. Über sieben große Stützen werden die 42 Sechser-Sessel, sogenannte Fahrbetriebsmittel, nach oben schweben. Anders als am Speichersee wird hier tatsächlich betoniert. Die Stützen benötigen Fundamente, und die Talstation ist ein mächtiges Bauwerk. Über Nacht und im Sommer werden die Sessel in einer Garage geparkt, die allerdings im Hang verschwinden wird. Ferner beherbergt die Station fünf Kassen, Sozialräume für die Angestellten, Räume für die Bergwacht, ein Büro, einen Skiverleih und im Keller die Füllpumpstation, falls Wasser nach oben gepumpt werden muss. Gegen diesen Bau liegt im Übrigen keine Klage vor.

Ein Stück weiter sind die Liftbetriebe auch in Sachen Förderantrag gekommen. Wie Stadler berichtet, liegen nun alle angeforderten Unterlagen bei der Regierung von Oberbayern. Ein Förderbescheid wird Stadler zufolge allerdings erst erlassen, wenn der Rechtsstreit beendet ist und die Baugenehmigung endgültig rechtskräftig ist. Die Erlaubnis loszulegen, ohne dass dies einer staatlichen Förderung schadet, hatten die Bayrischzeller natürlich, wie Stadler bekräftigt.

Etwas schneller als die SPD war übrigens der Parteinachwuchs. Auch die Jungsozialisten haben sich mit dem Thema befasst und sich mehrheitlich gegen den Ausbau der Beschneiungsanlagen ausgesprochen.

Daniel Krehl

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