Helmut Gallitscher ist Geschäftsführer von Avacomm Systems.

Stadt will Breitband-Infrastruktur verbessern

Miesbach - Die Stadt Miesbach will ihre Infrastruktur bei der Telekommunikation verbessern. Die Firma Avacomm soll eine Bestandsanalyse durchführen und einen schrittweisen Ausbau planen.

Ohne Online geht nichts mehr. Deshalb ist es für Firmen, aber auch für Selbstständige wichtig, über eine stabile und leistungsfähige Datenverbindung zu verfügen. Auf dem Land ist das kein leichtes Unterfangen. Denn die Telekom, der die meisten Leitungen gehören, ist nicht gerade motiviert, ihr Breitbandnetz ausbauen. Miesbach will nun selbst aktiv werden. Der Stadtrat hat deshalb die Firma Avacomm aus Valley beauftragt, die vorhandene Infrastruktur zu erfassen und Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten.

Für Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) ist der Handlungsbedarf groß. In der jüngsten Sitzung des Gremiums verwies sie auf eine Umfrage der Standortmarketing-Gesellschaft des Landkreises unter Unternehmern. Das Ergebnis: Die Breitband-Anbindung ist der wichtigste Standortfaktor - noch vor qualifizierten Arbeitskräften und der Verkehrsanbindung. Die Telekom allerdings habe kein Interesse, die Lage auf dem Land zu verbessern. „Die Kabel sind da, aber wir bekommen keine Anbindung“, stellte Rathaus-Chefin Pongratz fest.

Deshalb soll Avacomm einfache und kostengünstige Alternativen aufzeigen. Das Konzept stellte deren Geschäftsführer Helmut Gallitscher vor. „Das Ziel muss Glasfaser heißen“, betonte der Experte. „Das ist die einzige Zukunft.“ Anders als beim Kupferkabel gebe es bei dieser Leitung auch über weite Strecken keine nennenswerten Verluste. Zudem sei das Material im Vergleich zum althergebrachten und heute teuren Kupferkabel deutlich billiger.

Dass die Kommunen sich selbst um den Ausbau kümmern müssen, daran ließ Gallitscher keinen Zweifel: „Die großen Unternehmen kommen nicht von selbst. Der Ausbau der Peripherie ist nicht lukrativ.“ Dass sie vielmehr darauf setzen, aus dem bestehenden Netz das Maximale herauszuholen, ist laut Gallitscher verständlich: „Ein Ausbau verträgt sich nicht mit Gewinnmaximierung.“ Im Sinne einer flächendeckenden Erschließung will Avacomm Gebiete bündeln. Zunächst sollen die Gewerbegebiete optimiert werden. Dazu gehöre auch, staatliche Förderprogramme mit einzubeziehen. (ddy)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Gmund – Andreas Schubert ist Fernfahrer fürs Leben - es ist eine Sucht, sagt er. Dabei hätte er schon mal fast aufgehört. Ein Porträt des Stars der DMAX Kultserie …
Andreas Schubert gestorben: Der Asphalt-Cowboy vom Tegernsee
Naturlehrpfad: Hausham will Mountainbiker ausschließen - aber wie?
Auf dem Haushamer Naturlehrpfad am Serpentinenweg sollen Familien den Wald kennenlernen. Damit sie das in Ruhe tun können, will die Gemeinde dort das Radfahren …
Naturlehrpfad: Hausham will Mountainbiker ausschließen - aber wie?
Hochwasser im Landkreis: Tegernsee und Schliersee erreichen Meldestufen - BRB: Ausfälle und Verspätungen
Die Hochwasserlage im Landkreis Miesbach spitzt sich zu. Die Pegel von Schlierach, Leitzach, Mangfall, Schliersee und Tegernsee steigen. Straßen sind überflutet und …
Hochwasser im Landkreis: Tegernsee und Schliersee erreichen Meldestufen - BRB: Ausfälle und Verspätungen
Einbruch in Neuhauser Café: Täter hebeln Fenster auf und plündern Kasse
Täter haben in einem Neuhauser Café ein Fenster aufgehebelt und die Kasse und einen Geldbeutel geplündert. Die Polizei sucht Zeugen.
Einbruch in Neuhauser Café: Täter hebeln Fenster auf und plündern Kasse

Kommentare