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Runter vom Gas müssen Autofahrer bald in der Brentenstraße. Auf Antrag der Lebenshilfe, die hier einen Kindergarten betreibt, werden Tempo 30-Schilder aufgestellt.

Auf Antrag der Lebenshilfe

Tempo 30 durch Hausham: Hier überall bremst Gemeinde Raser aus

Das war‘s mit flotte Kiste durch Hausham: Hier überall gilt bald Tempo 30-Limit im Ort, haben die Gemeinderäte beschlossen. Bürgermeister Jens Zangenfeind kündigt bereits Kontrollen an.

Hausham – Beim Weg durch die Straßen seiner Gemeinde bleibt Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) immer öfter die Spucke weg. Das Tempo, mit dem manche Autofahrer um die Kurven und selbst durch Baustellen schießen, macht ihn sprachlos. „Man hat den Eindruck, die Leute haben das Maß für die Geschwindigkeit verloren“, sagte Zangenfeind nun im Hauptverwaltungsausschuss. Mit diesem Eindruck ist der Bürgermeister nicht allein. Gleich zwei Anträge auf Anordnung von neuen Tempo 30-Bereichen sind zuletzt im Rathaus eingegangen.

Einer stammt von der Lebenshilfe Miesbach, die an der Brentenstraße ihren integrativen und heilpädagogischen Kindergarten „Villa Kunterbunt“ betreibt. Immer wieder seien die Kinder dort von zu schnell fahrende Autos gefährdet, berichtete Zangenfeind. „Da ist viel los in dem Bereich.“ Neben einem Jugendtreff seien auch die Einsatzzentralen von Feuerwehr und Bergwacht dort bisweilen stark frequentiert. Hinzu kämen die Lieferwagen, die es auf ihrem Weg zu den Gewerbebetrieben sowie zur Deponie am Brenten mit der Geschwindigkeitsbegrenzung nicht ganz so genau nehmen würden.

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Zangenfeind sah nur eine Option: „Wir müssen die Leute darauf hinweisen, dass dies keine Rennstrecke ist.“ Das von der Lebenshilfe beantragte Tempo 30-Limit von der Einfahrt zum e.on-Gelände bis zur Einmündung des Thaler Wegs sei daher nur zu begrüßen. Die Ausschussmitglieder unterstützten den Tritt auf die Bremse einstimmig. „Das haben wir bei anderen Schulen und Kindergärten auch gemacht“, sagte Thomas Danzer (SPD). Er erkundigte sich aber nach möglichen Folgen für Einsatzkräfte, die mit ihren Privatautos zur Feuerwehr eilen müssen. „Das ist eine Grauzone“, sagte Zangenfeind. Die Situation werde sich durch die neue Geschwindigkeitsbegrenzung jedoch nicht verschlechtern.

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Auf eine deutliche Verbesserung hoffen die Anwohner im Bereich der Alpen- und der Rainer Straße. Sie haben beantragt, in ihrem Wohngebiet eine Tempo 30-Zone auszuweisen. Auch hier sah Zangenfeind dringenden Handlungsbedarf. Eine Messung habe ergeben, dass zehn Prozent der täglich 600 bis 700 erfassten Autos mit 70 Stundenkilometer deutlich zu schnell unterwegs waren – trotz des bisweilen schlechten Straßenzustands und spielender Kinder. „Das ist Wahnsinn“, sagte Zangenfeind. Laut Bauamtsleiterin Petra Sperl ist in diesem Bereich aufgrund der nur begrenzten Einfahrten die Einrichtung einer flächendeckenden 30er-Zone möglich.

Danzer und Gerhard Klante (FWG) reagierten wegen der Steigung der Straße zurückhaltend auf die Idee. „Bei Schnee muss man Schwung holen, sonst kommt man den Berg nicht rauf“, meinte Klante. Bei einem Tempo 30-Limit könne man hier nur noch im ersten oder zweiten Gang fahren, fügte Danzer hinzu. „Mit einer verstärkten Verkehrsüberwachung erreicht man mehr, als wenn man alles auf Tempo 30 runterschraubt.“

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Bis auf Danzer stimmten letztlich alle Ausschussmitglieder für den Antrag. Zangenfeind stellte bereits verschärfte Kontrollen in Aussicht. Zwar habe die Gemeinde mit Digitalanzeigen und von Schülern gemalten Schildern versucht, an die Vernunft der Autofahrer zu appellieren, der Erfolg sei jedoch überschaubar geblieben. „Manche Leute lassen sich leider erst beeindrucken, wenn es an den Geldbeutel geht“, meinte er.

Klante fragte sicherheitshalber nach, ob sich auch Radler an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten müssen. „Die fahren ja oft auch mit 70 den Berg runter.“ Alle Verkehrsteilnehmer seien davon betroffen, betonte Zangenfeind und fügte schmunzelnd hinzu: „Auch Jogger.“

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