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Neue Spitze: Wahlleiter Johannes Loth gratuliert dem neuen JU-Kreisvorstand um Vorsitzenden Thomas Klotz (4.v.l.) mit (ab 2.v.l.) Max Greinwald, Anna-Maria Bogner, Magdalena Hort, Christina Greinwald, Christian John und Benno Waizmann.

Kampfansage unter Kollegen

Überraschender Wechsel an der Spitze der Jungen Union 

An der Spitze der Jungen Union im Landkreis Miesbach gibt es einen überraschenden Wechsel. 

Miesbach In einer Kampfabstimmung hat Thomas Klotz (27) die bisherige Vorsitzende Verena Assum (32) abgelöst. Pikant: Beide sind Vorstandskollegen im Miesbacher CSU-Ortsverband, der sich auf die Kommunalwahl vorbereitet.Die Neuwahl war turnusgemäß angesetzt, die Wiederwahl von Verena Assum, seit 2017 Vorsitzende der Jungen Union (JU) im Landkreis, schien eher Formsache. Unzufriedenheit mit ihrer Arbeit habe ihr gegenüber niemand geäußert, sagt Assum auf Anfrage. Ein Gegenkandidat war nicht in Sicht. Bis wenige Stunden vor der Versammlung: Da kündigte Thomas Klotz der bisherigen Kreisvorsitzenden gegenüber seine Kandidatur an. Zur Abstimmung hatte er genügend Unterstützer um sich: Von 30 anwesenden Stimmberechtigten gaben ihm 17 ihre Stimme, 13 wählten Assum.

Die Kampfansage hat es in sich: Denn Assum, seit 2014 Stadträtin, und Klotz, seit Januar Ortsvorsitzender der JU in der Kreisstadt, sind Vorstandskollegen im CSU-Ortsverband Miesbach, der sich derzeit für die Kommunalwahl und die Kandidatenkür für die Nachfolge von Bürgermeisterin Ingrid Pongratz sortiert (wir berichteten). Assum ist dort inzwischen Stellvertretende Vorsitzende, Klotz seit März dieses Jahres neu als Schriftführer.

Assum wäre grundsätzlich bereit gewesen, den JU-Kreisvorsitz in neue Hände zu geben, erklärt sie auf Nachfrage. „Ich hatte zwei sehr intensive Jahre mit drei Wahlkämpfen, mit Neugründungen und Wiederbelebungen von Ortsverbänden.“ Auch an Klotz, der sich seit Langem gesellschaftlich engagiert, hätte sie als Nachfolger gedacht, allerdings erst bei der nächsten Vorstandswahl 2021, wenn er sich erst mal als JU-Ortsvorsitzender bewährt habe. „Er hätte auch etwas sagen können, wir haben ja vorher gesprochen.“

Klotz sagt, er habe sich erst wenige Tage vor der Wahl für die Kandidatur entschieden, nach langem Hin und Her. Er sehe dies nicht als Kampfansage. „Mich haben mehrere JU-Ortsvorsitzende angesprochen, ob ich mir das nicht vorstellen könnte, da kommt man natürlich schon ins Überlegen.“ Ein Kalkül, mit dem Posten im Rücken einen aussichtsreicheren Platz auf der Liste für die Stadtratswahl zu bekommen, verneint er. Dass er gerne in den Stadtrat einziehen würde, daraus macht der Politikwissenschaftler und Hobby-Imker zwar kein Geheimnis. „Für den Stadtrat sehe ich das aber nicht als ausschlaggebend“, sagt Klotz.

Als JU-Kreisvorsitzender wolle er künftig den Fokus verstärkt auf die Themen BOB, Wasserschutzgebiet und Zukunft des Krankenhauses Agatharied legen, erklärt er. Neben einem baldigen Rückzug vom JU-Ortsvorsitz in Miesbach, den er erst im Januar antrat, ihn aber mit den neuen Aufgaben auf Kreisebene schwer vereinbar sieht, kündigt Klotz auch an, Assum kooptierend in den neuen JU-Kreisvorstand einzubinden, wie sie es auch mit ihrem Vorgänger tat. Seinen Vorschlag, sich als Beisitzerin zur Wahl zu stellen, hatte Assum bei der Versammlung ausgeschlagen und ist im neuen Vorstand bislang nicht vertreten.

Dass die Sache so kurz vor der Kommunalwahl für schlechte Stimmung im CSU-Ortsvorstand sorgt, wollen beide verhindern. „Ich will keine Spaltung reinbringen“, sagt Klotz. Er wolle sowohl im JU-Kreisverband als auch im CSU-Ortsvorstand weiter gut mit Assum zusammenarbeiten. Das betont auch Assum, die auch wieder einen Sitz im Stadtrat anstrebt. Sie sei nicht bitter. Sie sagt aber auch: „Ich muss den Schock erst mal verdauen.“

Der neue JU-Kreisvorstand

Vorsitzender: Thomas Klotz; Stellvertreter: Max Greinwald, Peter Zacherl, Christian John und Magdalena Hort. Schatzmeister: Benno Waizmann. Schriftführer: Anna-Maria Bogner und Christina Greinwald. Beisitzer: Larissa Zacherl, Laura Sujanska, Daniel Hammerschmidt, Dominik Schneider, Phillip Rohrmoser, Stephanie von Luttitz, Maximilian Wieczorek, Konstantin Berghausen und Nikolaus von Brühl. Kassenprüfer: Marc Göhler und Anian Nürnberger.

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