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Tourismus-Fusion

Schliersee unternimmt zweiten Anlauf

Schliersee - Einen Monat lang haben sich die Touristiker nach dem ersten Scheitern beraten. Nun liegt das Ergebnis vor: Schliersee stimmt erneut über den Grundsatzbeschluss ab.

Das Nein hallte noch lange nach. Als der Schlierseer Gemeinderat bei seiner Sitzung am 17. September den Grundsatzbeschluss zur Fusion der Tourismusverbände Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) und Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) abgelehnt hatte, herrschte erstmal Bestürzung im Landkreis (wir berichteten). Doch schon kurz darauf war klar: Dies ist nicht das Ende des Projekts. Aber es muss weitere Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Ob in Personalfragen, bei der Gesellschafterstruktur oder dem Zeitplan - gravierende Punkte waren aus Schlierseer Sicht zum Zeitpunkt der Abstimmung noch nicht ausreichend geklärt. Dennoch sei die Marktgemeinde nie generell gegen eine Fusion gewesen, stellte Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU) am Ende der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstagabend klar: „Wir haben zwar dem Grundsatzbeschluss nicht zugestimmt, die generelle Fusion aber ganz bewusst nicht abgelehnt.“

Woran hat es für Schliersee also gehakt? „Im Grunde ging es dem Gemeinderat darum, möglichst frühzeitig etwaige Risiken soweit wie möglich auszuschließen“, erklärt Cornelius Obier, Geschäftsführer der Beratungsfirma Project M GmbH. Das sei auch durchaus verständlich. Schließlich sei Schliersee die größte Gemeinde außerhalb des Tegernseer Tals, die der neuen Gesellschaft beitreten würde. „Im Gegensatz zu den TTT-erfahrenen Gemeinden hat Schliersee da noch keinerlei Erfahrungswerte“, gibt Obier zu Bedenken. Deshalb habe man den Arbeitsauftrag ernst genommen, die kritischen Punkte zu konkretisieren, um Ängste abzubauen und mit klareren Aussagen für Sicherheit zu sorgen.

Herausgekommen ist ein Organisationspapier, das Obier gemeinsam mit ATS-Geschäftsführer Harald Gmeiner und Mathias Schrön, Leiter der Schlierseer Gästeinfo und Mitglied der Masterplan-Steuerungsgruppe, dem Marktgemeinderat in nicht-öffentlicher Sitzung am Dienstagabend vorgestellt hat. Neben arbeitsrechtlichen Themen werden darin auch Fragen zu etwaigen Altlasten der TTT sowie zu Entscheidungsbefugnissen und Stimmrechten geklärt. Laut Obier aber alles Punkte, die nicht neu sind, sondern lediglich nochmals konkretisiert wurden.

Wirklich neu ist hingegen der Zeitplan. Statt am 1. Januar 2014 soll die neue ATS erst ein Jahr später, also am 1. Januar 2015, starten. „Das liegt aber nicht an Schliersee“, betont Obier. „Es hat sich schon im Laufe des Jahres herauskristallisiert, dass wir den Plan so nicht halten können.“

Zuvor richten sich die Blicke aber nach Schliersee. Am Dienstag, 29. Oktober, will der Gemeinderat in einer öffentlichen Sondersitzung erneut über den - nach wie vor unveränderten - Grundsatzbeschluss abstimmen. Schnitzenbaumer gibt sich zuversichtlich: „Das ist ein positives Signal. Wir würden ja keine Sitzung anberaumen, wenn keine Hoffnung auf Zustimmung besteht.“

Lesen Sie auch:

Schliersee: Nein zur Fusion der Tourismusverbände

(sg)

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