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Ausbaubedürftig: Der Fahrradständer des ADFC am Maibaum auf dem Miesbacher Marktplatz ist einem großen Ansturm im Sommer nicht gewachsen.

Abstellanlagen, Wege, Ladestationen

Hohe Frustration im AK Rad - Vorsitzender Burger: Rathaus schuld

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Miesbach - Es ist nicht rund gelaufen mit dem Miesbacher AK Rad. Nach vier ergebnisarmen Jahren will die Gruppe bei Radständern und -wegen sowie bei Ladestationen vorankommen.

Manfred Burger machte keinen Hehl daraus, dass es mit dem Arbeitskreis Rad zuletzt alles andere als rund gelaufen ist. Zwischenzeitlich sei seine Frustration so groß gewesen, dass er sein Amt hinschmeißen wollte, sagte der Vorsitzende und Grünen-Stadtrat bei seinem Bericht im Miesbacher Stadtentwicklungsausschuss. „Ich hatte ehrlich gesagt keine Lust mehr.“ Das habe sich mittlerweile gebessert, schickte Burger seinen Ausführungen voraus. „Ja, der Arbeitskreis lebt noch“, sagte er.

Keine Selbstverständlichkeit nach vier Jahren mit vergleichsweise dürftigen Ergebnissen. Dabei sei der Start durchaus vielversprechend verlaufen, berichtete Burger. Zwar habe es bis zum ersten Treffen nach der Gründung im Dezember 2012 ein halbes Jahr gedauert, dann aber habe man sich mehrfach zusammengesetzt. Euphorie machte sich breit. Doch bald darauf rieselte Sand in die Fahrradkette. Burger führte dies auch auf fehlende Unterstützung aus dem Rathaus zurück.

So habe der Arbeitskreis mit dem ADFC eine Prioritätenliste für Fahrradständer in der Miesbacher Innenstadt erarbeitet. Eine Antwort der Verwaltung habe man bis heute nicht erhalten. Hinzu kam die schier endlose Diskussion über einen passenden Platz für die vom ADFC gespendete Abstellanlage für den Marktplatz. Wie berichtet, gingen zwei Jahre ins Land, bis sich Stadtentwicklungs- und Bauausschuss auf eine Lösung geeinigt hatten: Der Radständer wurde geteilt. „Ein salomonisches Urteil“, sagte Burger schmunzelnd.

Trotz allem Ärger will sich der AK Rad für weitere Abstellanlagen stark machen. Der Vorsitzende schlug angesichts der klammen Haushaltslage der Stadt ein Sponsoring-Modell vor. Der Clou: Geschäftsleute finanzieren die Ständer und erhalten dafür eine Werbefläche – und einen Vorteil für ihre Kunden.

Auch die innerörtliche Radwegebeschilderung vom Marktplatz zum Edeka-Markt will der Arbeitskreis umsetzen. Frischen Wind erhofft sich Burger von Neuzugang Max Kalup. Der Stellvertretende Leiter des Kulturzentrums Waitzinger Keller soll durch seine Erfahrungen in der Tourist-Info die Fahrradprojekte zusätzlich anschieben. Auch deshalb kündigte Burger für 2017 nicht weniger als ein „großes Radljahr“ an.

Die Unterstützung des Stadtentwicklungsausschusses ist ihm sicher. Uschi Liebhardt, Inhaberin des gleichnamigen Modeladens am Marktplatz, machte sich etwa für einen weiteren Fahrradständer am Märchenbrunnen stark. „Nur einer ist bei der hohen Frequenz zu mager“, sagte sie. Um Platz zu schaffen, könne man ohne weiteres zwei Parkplätze zu opfern. Astrid Güldner (Grüne) empfahl, dort auch eine Ladestation für E-Bikes anzubringen. Zudem sollte der Arbeitskreis eine Abstellanlage am Bahnhof prüfen lassen. Eine Verleihstation an der Waitzinger Wiese regte hingegen Franz Mayer (CSU) an.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) begrüßte das wieder aufflammende Engagement des Arbeitskreises. Burgers Kritik am mangelnden Rückhalt aus dem Rathaus wollte sie aber so nicht stehen lassen. „Wir hatten viele personelle Wechsel und Krankheitsfälle im Haus“, erklärte sie. Zudem wisse sie aus anderen Gemeinden, dass ein Arbeitskreis auch ohne die Verwaltung viel erreichen könne. Trotzdem bot Pongratz ihre Hilfe an und bat Burger, ihr die bisherigen Ergebnisse des AK Rad zukommen zu lassen.

Vor allem den E-Bikes bescheinigte die Bürgermeisterin in Miesbach ein großes Potenzial. Um schnellstmöglich eine Lademöglichkeit anbieten zu können, sollte man zuerst Steckdosen an städtischen Gebäuden wie dem Bräuwirt prüfen. Auch Liebhardt und Stefanie Mawick, Inhaberin des Bekleidungshauses Waizmann, erklärten sich bereit, ihre Häuser zur Verfügung zu stellen. Mayer formulierte dazu gleich die passende – wenn auch nicht ganz ernst gemeinte – Tourismuswerbung für die Miesbacher Innenstadt: „Radeln Sie auf den Marktplatz, hier gibt es Kaffee und Strom.“

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