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Das Landratsamt Miesbach, vorne das Landwirtschaftsamt.

Kommunalwahl 2020  

Unser Ausblick auf den Chefsessel: Gibt es einen neuen Landrat oder bleibt es wie gehabt?

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Die Kommunalwahl 2020 wirft schön langsam ihre Schatten voraus. Wer tritt  in ziemlich genau zwei Jahren für die Chefposten an? Wir haben uns umgehört.

Martin Walch

Landkreis – Die Landratswahl im Landkreis Miesbach folgte 2014 ganz eigenen Spielregeln. Nach den Verfehlungen des CSU-Amtsinhabers Jakob Kreidl (65) setzte sich zu aller Überraschung ein Grüner durch: Wolfgang Rzehak (50). Der gelernte Diplom-Verwaltungswirt und zweifache Familienvater aus Gmund verhehlt nicht, dass es in hohem Maße auch die damaligen Umstände waren, die ihm ins Amt verhalfen. Schon bald hatte er sich aber in seine neue Rolle ein- und Spaß daran gefunden.

Wolfgang Rzehak

Rzehak ist damit auch der Einzige, der für die Landratswahl in zwei Jahren als gesetzt gilt. Erklärtermaßen strebt er eine zweite Amtszeit an, die Grünen werden ihm wohl keine Steine in den Weg legen. „Er hat viel ins richtige Gleis gebracht“, sagt Kreisvorsitzende Ulrike Küster aus Holzkirchen.

Weitaus schwerer tun sich die anderen Parteien, insbesondere die CSU. Sie hat noch immer am Verlust des Landratspostens zu knabbern, möchte das Amt auf jeden Fall zurück. Doch wer könnte mit den entsprechenden Erfolgsaussichten in den Ring steigen? Konkrete Aussagen zum Spitzenpersonal – das betonen unisono alle Parteien – wird es frühestens nach der Landtagswahl im Herbst geben. Immerhin sei die CSU, so Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, aber „in der schönen Situation, gleich mehrere geeignete Kandidaten im Rennen“ zu haben.

Josef Bierschneider

Er selbst lässt keine Ambitionen erkennen, müsste im Zweifelsfall wohl aber trotzdem ran. Zuvorderst genannt werden derzeit die beiden Bürgermeister Josef Bierschneider (45, Kreuth) und Olaf von Löwis (63, Holzkirchen). Aber auch Namen von jüngeren Bewerbern wie dem Bayrischzeller Rathauschef Georg Kittenrainer (35) fallen. Noch wagt sich keiner aus der Deckung. „Diese Gerüchte gibt es zwangsläufig, seitdem ich Bürgermeister-Sprecher bin“, sagt beispielsweise Löwis – und räumt gleichzeitig ein: „Ich sage nie Nein.“ Dementi sehen anders aus.

Das Problem aller Bürgermeister: Parallel zur Landratswahl steht die Besetzung der meisten Bürgermeisterposten an. Gefahrlos kandidieren könnte derzeit nur Bierschneider. In Kreuth wird erst wieder 2022 gewählt. Ein Dilemma, das auch die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) kennt. Rathauschefs wie Jens Zangenfeind (46, Hausham), Klaus Thurnhuber (53, Warngau) oder Andreas Hallmannsecker (61, Valley) müssten sich zwischen der Kandidatur fürs Bürgermeisteramt oder den Landratsposten entscheiden – bei Letzterer mit der erhöhten Gefahr, am Schluss mit leeren Händen dazustehen.

Norbert Kerkel

„Man darf nicht zu früh aus der Deckung kommen, sonst wird man bis zur Wahl in zwei Jahren zerrieben“, weiß auch FWG-Kreisvorsitzender und -Kreisfraktionssprecher Norbert Kerkel (53) aus Waakirchen. Er selbst war 2014 in der Stichwahl gegen Rzehak unterlegen und hat für sich noch nicht entschieden, ob er wieder antreten wird. Interessant könnte für ihn auch der Bürgermeisterposten in seiner Heimatgemeinde sein. Hält Kerkel ein taktisches Bündnis mit der CSU für realistisch? Zu Zeiten seines Vaters, des langjährigen FWG-Landrats Norbert Kerkel, hatte die CSU auf die Aufstellung eines Gegenkandidaten verzichtet. Nun könnten sich die Freien revanchieren. „Ich tendiere eher dazu, dass die FWG einen Kandidaten stellt“, urteilt der 53-Jährige. „Momentan ist aber noch alles völlig offen.“

Fast ein wenig frustriert klingt die SPD. „Wir haben keinen amtierenden Bürgermeister. Und die, die vorne dran stehen, haben alle ein gewisses Alter“, gesteht Kreisfraktionssprecher Martin Walch (65) aus Kreuth mit Blick auf sich und beispielsweise den Miesbacher Vize-Bürgermeister Paul Fertl (66). Ob die SPD einen Landratsbewerber wie beispielsweise die frühere Unterbezirksvorsitzende Christine Negele (59) aufbieten wird, entscheide sich wohl erst relativ kurzfristig vor der Kommunalwahl. Auch eine Unterstützung des amtierenden Landrats sei für die SPD durchaus denkbar. „Wir arbeiten“, sagt Walch, „momentan ganz gut mit Wolfgang Rzehak zusammen.“

Weitere Berichte

zur Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020 finden Sie auf Miesbach & Umgehung, Tegernsee & Umgebung sowie Holzkirchen & Umgebung.

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