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Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz wird bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten. 

Kommunalwahl 2020  

Unser Ausblick auf den Chefsessel: Was machen die  Bürgermeister im Schlierach-/Leitzachtal?

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  • Sebastian Grauvogl
    Sebastian Grauvogl
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Die Kommunalwahl 2020 wirft schön langsam ihre Schatten voraus. Wer tritt  in ziemlich genau zwei Jahren für die Chefposten an? Wir haben uns umgehört.

Miesbach

In der Kreisstadt wird es eine spannende Wahl. Im Jahr 2020 tritt Amtsinhaberin Ingrid Pongratz (CSU) nicht mehr an. Sie ist dann 64 Jahre alt – das reiche, hatte sie vor ihrer Wiederwahl 2015 gesagt, bei der es keinen Gegenkandidaten gab. Für die Stadtratsparteien ist dies die große Chance, das Bürgermeisteramt zu erobern. Das wissen alle, doch aktuell gibt es noch keine fixen Kandidaten: Sondierungsphase.

„Die CSU befindet sich in Gesprächen“, erklärt Vorsitzender Gerhard Braunmiller: „Wir prüfen Möglichkeiten und Potenziale, aber wir können noch nichts Konkretes sagen.“ In sechs Monaten wolle man weiter sein. Die SPD befindet sich laut Paul Fertl, Zweiter Bürgermeister und Fraktionssprecher, in einer „beginnenden Diskussion“. Die Freien Wähler wollen erst 2019 konkret werden, verrät Vorsitzender und Dritter Bürgermeister Michael Lechner. Bei der FDP geht Stadtrat und Vize-Vorsitzender Claus Fahrer davon aus, dass man – Stand heute – wohl auf einen Kandidaten verzichten werde. Bleiben die Grünen, und die setzen auf Zeit, wie Stadtrat und Vorsitzender Peter Haberzettl erklärt: „Jetzt kommen erst mal die Wahlen zu Landtag und Bezirkstag.“ Aktuell gebe es zur Bürgermeisterwahl keine Gedanken.

Spekuliert werden darf dennoch. Die meisten Namen werden bei der CSU gehandelt: Aus der Fraktion sind das Sprecher Franz Mayer und Alfred Mittermaier sowie JU-Kreisvorsitzende Verena Assum und auch Stefan Griesbeck. Markus Seemüller (FW), der regelmäßig mit Pongratz in den Clinch geht, ist für einige auch eine Option. Einer, der bei den Grünen nicht antreten wird, ist Haberzettl. Jedoch weiß er, was der neue Amtsinhaber mitbringen soll: „Miesbach braucht einen Macher, der unternehmerisch denkt – keinen Verwalter.“

Bayrischzell

Mehr als ein Auge auf die Landespolitik geworfen hat Bayrischzells Bürgermeister Georg Kittenrainer. Wie berichtet, geht der 35-Jährige als Listenkandidat der CSU bei der Landtagswahl ins Rennen. Die Freude an seinem Amt als ehrenamtlicher Rathauschef hat er deshalb aber nicht verloren, betont Kittenrainer. „Das Interesse ist selbstverständlich weiter da“, sagt er. Ob sich für eine zweite Amtszeit als Bürgermeister bewirbt, will Kittenrainer erst nach der CSU-Entscheidung über einen Landratskandidaten bekannt geben. Dieses Vorgehen habe man bei der Klausur so vereinbart. Völlig offen ist, wie es mit möglichen Gegenkandidaten für Kittenrainer aussieht. Fraktionen gibt es im Gemeinderat bekanntlich nicht, weil man sich 2014 auf eine gemeinsame Liste verständigt hat.

Fischbachau

Josef Lechner

Er dürfte noch mal, will aber nicht mehr. „13 Jahre sind genug“, sagt Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU). Sein Erbe will der 63-Jährige möglichst naht- und reibungslos in gute Hände übergeben. Sein oberstes Ziel als Rathauschef sei es immer gewesen, die Gemeinde auf die Zukunft vorzubereiten. Deshalb sei er nun auch daran interessiert, aktiv einen Nachfolger aufzubauen. Ob er dafür schon einen Kandidaten im Auge hat, will Lechner aktuell nicht verraten. „Wir werden auf jeden Fall einen bringen“, sagt CSU-Ortsvorsitzender und Gemeinderat Sepp Obermaier. Für einen Namen sei es aber noch zu früh. Darüber werde die CSU erst im Laufe des Jahres 2019 beraten.

Die Unabhängigen Freien Wähler Fischbachau haben die Bürgermeisterwahl bereits thematisiert, sagt Fraktionssprecher Hans Seemüller. Eine konkrete Position habe man aber noch nicht festgelegt. „Selbst wenn, würden wir jetzt noch nicht aus der Deckung gehen“, betont Seemüller. Letztlich hänge es aber auch davon ab, was die anderen Parteien vorhaben. So sei es durchaus auch möglich, einen anderen Kandidaten zu unterstützen. In jedem Fall erwartet der Fraktionssprecher einen spannenden Wahlkampf. „Es wird mit Sicherheit mehr als einen Kandidaten geben.“ Ob auch ein Vertreter der Freien aktiven Bürger (FaB) darunter ist, bleibt abzuwarten. „Das ist noch zu früh, da ist noch nichts spruchreif“, sagt Fraktionssprecher Bernhard Padeller.

Hausham

Spaß an seinem Job als Bürgermeister hat Jens Zangenfeind (FWG). „Das ist nach wie vor mein Traumberuf“, sagt der Haushamer Rathauschef. „Ich gehe jeden Tag gerne in die Arbeit.“ Sofern ihm seine Fraktion erneut das Vertrauen aussprechen werde, werde er sich in jedem Fall um eine zweite Amtszeit bewerben. Nach derzeitigem Stand sollte es daran keine großen Zweifel geben.

Ob Zangenfeind mit einem Gegenkandidaten rechnen muss, ist derzeit nicht abzusehen. „Es ist alles offen“, sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Hubert Lacrouts. Frühestens im Frühjahr 2019 werde sich die CSU darüber Gedanken machen. Die SPD ist da schon einen Schritt weiter, sagt Ortsvorsitzender Thomas Danzer. „Wir werden nach Möglichkeit einen Kandidaten aufstellen.“ Der Bürger solle die Wahl haben. Zuerst aber müsse man jemanden finden, der dazu bereit sei. Er selbst werde nicht mehr antreten, sagt Danzer

Irschenberg

Hans Schönauer

Für Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) ist die Sache klar: Er ist jetzt 67 und hat damit bereits zwei Jahre vor der Wahl die Altersgrenze für eine Kandidatur als Bürgermeister erreicht. 2020 wird Schönauer also nach 18 Jahren die Rathausschlüssel an einen Nachfolger übergeben.

Interessenten scheint es dafür bereits zu geben. Einer davon ist Hans Nirschl (FWG Irschenberg-Reichersdorf), aktuell Dritter Bürgermeister der Gemeinde. „Konkret ist noch nichts, aber ich schließe es auch nicht aus“, sagt er auf Nachfrage. Erst gelte es aber, das Thema in der Fraktion zu besprechen. Eine Entscheidung sei im Frühjahr 2019 realistisch.

Die CSU peilt hingegen Ende 2018 an, sagt Zweiter Bürgermeister und Ortsvorsitzender Klaus Meixner. „Da sollten wir dann klarer sehen.“ Wer seinen Hut in den Ring wirft, sei aktuell noch völlig offen. Bei der FDP/Aktive Bürger-Fraktion gibt es ebenfalls noch keinen Kandidaten, sagt Sprecher Martin Eberhard. Seine Fraktion sei aber durchaus daran interessiert, einen Bewerber für die Bürgermeisterwahl aufzustellen. Noch heuer soll die Entscheidung fallen.

Schliersee

Schliersee ist besonders: Als einzige Gemeinde wurde dort in den vergangenen 15 Jahren ein Amtsinhaber abgewählt. Im Rathaus hat seitdem Franz Schnitzenbaumer (55) das Sagen, der eine erfolgreiche Wiederwahl hinter sich hat. Der CSUler hat gegenüber unserer Zeitung vor einigen Wochen bereits angedeutet, dass er für eine neuerliche Amtszeit zur Verfügung stehen würde. Herausforderer sind derzeit nicht wirklich in Sicht. Ex-SPD-Kandidat Uwe Schupp ist kommunalpolitisch abgetaucht, und inwiefern Michael Dürr (PWG) seinen Achtungserfolg (fast ein Drittel der Stimmen) wiederholen kann oder überhaupt möchte, steht in den Sternen. Seine politischen Wegbegleiter von damals jedenfalls haben ihm größtenteils den Rücken gekehrt. Ambitionen von anderer Seite zeichnen sich noch nicht ab. Aber: Schliersee ist nunmal besonders.

Weitere Berichte

zur Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020 finden Sie auf Tegernsee & Umgebung, Holzkirchen & Umgebung und Landkreis.

dak, ddy, sg

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