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Bewegte Geschichte auf 1200 Metern Höhe: Das ehemalige Berghaus Sudelfeld ist heute eine Jugendherberge.

Serie

Unsere Denkmäler: Das Berghaus am Sudelfeld

München - Serie "Unsere Denkmäler" im Münchner Merkur. Heute: Das Berghaus am Sudelfeld.

Als Skiparadies und Wandergebiet lockt das Sudelfeld zahlreiche Ausflügler in den Landkreis Miesbach. Auch in dieser idyllischen Berglandschaft findet sich ein Hinweis auf ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte: das ehemalige Berghaus Sudelfeld. Im „Dritten Reich“ diente es der SS als Erholungsheim, heute ist es eine denkmalgeschützte Jugendherberge.

Erbaut hat das Gebäude die „Schutzstaffel“ der NSDAP in Eigenregie in etwa 1150 Metern Höhe. Die Zufahrtsstraße und sämtliche Nebengebäude mussten Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau errichten. SS-Mitglieder nutzten das Berghaus in den Jahren 1937/38 als Ferien- und Bergsportheim. In dieser bevorzugten Lage, oberhalb von Bayrischzell im Mangfallgebirge, sollten sich SS-Führer und Mannschaften ausruhen und erholen können.

Die folgenden Jahre bis zum Kriegsende mussten auf dem Gelände KZ-Häftlinge buckeln: Hier richteten die Machthaber ein Außenlager des KZ Dachau ein. Die Gefangenen, es sollen zeitweise bis zu 150 gewesen sein, brachten sie im zugehörigen Garagengebäude unter, später in einer Baracke. Bewacht von SS-Männern, sollten sie in erster Linie die Anlage in Schuss halten sowie die von der SS gekaufte, nahe gelegene Lachner Alm landwirtschaftlich bewirtschaften und um Wirtschaftsgebäude erweitern.

Zum Schluss der Kriegszeit diente der Berghof als Lazarett. Seit dem Kriegsende ist das Gebäude der Verwaltung des Bayerischen Finanzministeriums unterstellt. Bis 1947 nutzten es zunächst die Amerikaner, 1948 erhielt es eine neue Nutzung – als Jugendberghaus. Heute ist das Deutsche Jugendherbergswerk dafür zuständig.

Der ehemalige SS-Berghof ist weitgehend im Originalzustand erhalten geblieben. An das KZ-Außenlager erinnert seit ein paar Jahren eine Gedenktafel. Der historische Hintergrund des Gebäudes macht es aus Sicht der Denkmalschützer zu einem wichtigen Baudenkmal.

Corinna Erhard

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