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Ungewöhnlicher Liebesbeweis: Heiko Sauers Schliersee-Tattoo.

Aus Liebe zum Urlaubsort

Unterfranke tätowiert sich Schliersee-Panorama auf die Wade

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München/Haibach - Diese Wadln haben es an sich: Links ist der Geburtstag von Sohn Tim verewigt, rechts das Schliersee-Panorama. Wie kommt es, dass sich ein Unterfranke einen Voralpen-See tätowieren lässt? Heiko Sauer hat es uns verraten.

Heiko Sauer, 37 Jahre, ist Unterfranke durch und durch. Geboren in Haibach und von Beruf Beamter. Verheiratet mit Ehefrau Peggy und Vater des kleinen Tim (5). Wenn er das rechte Hosenbein aufkrempelt, kommt sein Sehnsuchtsort ans Licht: der Schliersee. Den beliebten See im Landkreis Miesbach, den Ort und das Bergpanorama hat sich Sauer auf die rechte Wade tätowieren lassen. „Jetzt habe ich meinen Schliersee immer bei mir“, sagt der Unterfranke und strahlt. „Schon als Kind verbrachte ich mit meinen Eltern die Ferien in Schliersee. Ich liebe den Ort mit seiner Natur und seiner spürbaren Tradition.“

Im Februar hatte sich Sauer zu der Tätowierung entschlossen – freilich nach Absprache mit seiner Frau. Acht schmerzhafte Stunden hatte es in einem Aschaffenburger Studio gedauert, bis die See-Kulisse mit Königskrone, weißblauem Wappen, Edelweiß und Enzian auf der strammen Wade prangte. Ein Liebesbekenntnis, das seine Frau ohne Bedenken akzeptiert, denn auch sie liebt „die Menschen, die Tradition und die wunderschöne Natur“ rund um den Schliersee.

Mittlerweile ist Heiko Sauer eine kleine Berühmtheit und seine Wade ein beliebtes Fotomotiv bei Einheimischen und Urlaubern. Im vergangenen Sommer, wenn er in kurzer Hose am Schliersee entlang wanderte, fiel seine Körperbemalung natürlich auf. „Auch wenn es der ein oder andere Oberbayer nicht gerne sieht, wenn ein Unterfranke in Lederhose rumläuft“, schmunzelt Sauer, „waren die Reaktionen gut.“ Der Schlierseer Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer findet die Wade großartig. „Als ich die ersten Fotos gesehen habe, konnte ich es nicht glauben“, lacht er. „Ich bin begeistert , wie weit die Liebe zu einem Urlaubsort geht – im wahrsten Sinne des Wortes sogar unter die Haut. Ein Unterfranke sticht Oberbayern“, freut sich der Bürgermeister.

Auch Tourismus-Chef Mathias Schrön schwärmt von dem Kunstwerk auf der Touristen-Wade: „Eine bessere Werbung für unseren Urlaubsort gibt es nicht. Heiko macht uns Schlierseer sehr stolz, und ich wünsche ihm noch viele unvergessliche Momente bei uns.“ Und die sind auch wieder geplant. Auch wenn es Familie Sauer schon mal zum Urlaub ins Ausland zieht – „in die Türkei, nach Griechenland, Frankreich, Norwegen oder Dänemark“, – spätestens alle zwei Jahre geht es an den Schliersee.

„Hier stimmt einfach das ganze Paket: Man kann schwimmen und wandern. Für unseren Sohn gibt es Spielplätze, die ihresgleichen suchen. Wir können an Bächen spielen, kleine Staudämme bauen. Optimal gerade auch mit Kindern“, schwärmt der Unterfranke, der auch die Mentalität der Menschen am Schliersee schätzt. Wenn man auf die Oberbayern zugehe, „sind die gar nicht so grantig, wie man zuerst denkt“. Gerade erst hat die kleine Familie wieder ein verlängertes Wochenende an ihrem Traumsee verbracht. Gewiss ist: Die Wade von Heiko Sauer ist im nächsten Jahr wieder in Schliersee zu bewundern.

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