Protest gegen die Bauland-Pläne der Stadt: Die Harzbergler Christian Seifert (l.) und Marinus Bracher wollen zusammen mit ihren Nachbarn für den Erhalt des Fritz-Freund-Parks samt Berggeist-Skulptur kämpfen. foto: Thomas Plettenberg
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Protest gegen die Bauland-Pläne der Stadt: Die Harzbergler Christian Seifert (l.) und Marinus Bracher wollen zusammen mit ihren Nachbarn für den Erhalt des Fritz-Freund-Parks samt Berggeist-Skulptur kämpfen.

Unterschriften für die grüne Oase

Miesbach - Die Stadt Miesbach will aus dem Fritz-Freund-Park Bauland machen. Das Verfahren dazu läuft. Nun formiert sich Widerstand unter den Nachbarn am Harzberg.

Die Nachricht, dass die Stadt den Fritz-Freund-Park zum großen Teil zu Bauland machen will, hat die Anwohner mobilisiert. Vergangene Woche trafen sich etwa 40 Nachbarn zu einem Informations- und Meinungsaustausch. Schnell herrschte Einigkeit: Die geplante Bebauung stößt bei den Harzberglern auf wenig Verständnis.

Sie schätzen den Park wegen seiner Beschaulichkeit und seiner Unberührtheit. „Er ist eine grüne Oase für uns“, sagt Marinus Bracher. Kinder aus vielen Generationen hätten dort die Möglichkeit gehabt, eine unbeschwerte Zeit im Grünen zu verbringen. Und Senioren schätzten den Park mit den Bänken und der Berggeist-Skulptur als Ziel für Spaziergänger.

Vor allem geht es den Nachbarn um eine Frage, sagt Bracher: „Wie kann ein Park, der für die Erholung der Bevölkerung geschaffen wurde, als Baugrund der Luxusklasse verkauft werden?“ Grundstückgrößen von angeblich 850 Quadratmetern könne sich kein Normalverdiener in Miesbach mehr leisten. Wie berichtet, kommt eine 9000 Quadratmeter große Teilfläche für die Bebauung infrage. Zwei Einfamilien- und vier Doppelhäuser sollen dort untergebracht werden. Und das, so monieren die Anwohner, um Löcher im Stadthaushalt zu stopfen. Ein Unding, findet auch Bracher.

Bürgermeisterin Ingrid Pongratz versteht den Protest der Nachbarn, verteidigt aber die Entscheidung des Stadtrats: „Der Verkauf ist schon seit Jahren ein Thema.“ Nun sei der Gehweg zum Schlössl gebaut, und der Hochbehälter sei für die Wasserversorgung nicht mehr nötig. „Wir haben die Nachfrage nach Bauland.“

Die Harzbergler haben nun als Interessengemeinschaft Unterschriftenlisten in den Miesbacher Geschäften ausgelegt, um ihren Fritz-Freund-Park zu erhalten. Im Januar wollen sich die Anwohner erneut treffen, um gemeinsam mit Sympathisanten die weitere Vorgehensweise festzulegen.

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