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Schon bald könnte die gesamte Miesbacher Innenstadt – wie hier der Stadtplatz – zur Tempo-30-Zone werden. 

Verkehrsplanung in Miesbach

Tempo 30 für die gesamte Innenstadt?

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Miesbach - Eigentlich sollte sich der Miesbacher Bauausschuss  nur über die Ausweitung des Tempo 30 im Steigungsbereich der Schlierseer Straße besprechen. Nun soll das Tempolimit auf die gesamte Innenstadt ausgeweitet werden.

Es kann schnell sein, dass alle Autofahrer in der gesamten Miesbacher Innenstadt langsamer fahren müssen. Der Bauausschuss hat sich am Dienstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, die Verwaltung mit einer entsprechenden Prüfung zu beauftragen. 

Bis zur nächsten Sitzung des Gremiums am 8. März gilt es sämtliche Bereiche, in denen Tempo 30 gilt, zusammenzustellen. „Diese Grundsatzüberlegung sollten wir uns anschauen“, stellte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) fest. Dabei stand das Thema zunächst gar nicht auf der Tagesordnung, sondern die Schlierseer Straße. 

Dort sollte das bestehende Tempo 30 im Steigungsbereich, das aber nur in südliche Richtung zum Waitzinger Keller gilt, auf die gesamte Straße ausgeweitet werden. Aktuell soll das Tempolimit von der Einmündung des Habererplatzes bis zur Trachtenhütte gewährleisten, dass Autofahrer nicht zu schnell über die Kuppe fahren. Denn im Anschluss daran soll auf Höhe des Kulturzentrums Waitzinger Keller ein Zebrastreifen gebaut werden – die Planungen dazu laufen, jedoch gibt es noch keinen Zeitplan. 

Pongratz: Viele Gründe sprechen dafür

Für die Ausweitung der Tempo-30-Regel in beide Richtungen gibt es mehrere Gründe, wie Pongratz erläuterte: Auf der angrenzenden Waitzinger Wiese leben Asylbewerber, die mit den deutschen Verkehrsregeln und -gepflogenheiten noch nicht so gut vertraut sind. Aus der Carl-Fohr-Straße kommen Senioren aus dem Wohnheim, und nahe der Bayrischzeller Straße steigen die Schüler aus den Schulbussen. Dazu noch der Zebrastreifen – all dies seien Gründe, um den Verkehr zu entschleunigen. 

Seitens der Polizei, so führte Pongratz weiter aus, werde die Ausweitung des Tempolimits nicht gefordert. „Es gab dort keine Unfälle“, erklärte die Rathaus-Chefin. Bei den Ausschussmitgliedern gab es im Grundsatz Zustimmung, aber auch Bedenken. So erinnerte Verkehrsreferent Florian Ruml (FW) daran, dass vor wenigen Jahren bei der Waitzinger Wiese Tempo 30 galt, als dort noch die Container der Realschule standen. Damals habe sich der Gewerbeverband GWM dagegen gewehrt. 

Griesbeck: Warum nicht gleich eine Tempo-30-Zone?

Deshalb schlug Ruml vor, die Geschwindigkeitsreduzierung zeitlich zu begrenzen. Dagegen befürwortete Walter Fraunhofer (SPD) Tempo 30: „Da oben ist immer Betrieb.“ Und Fraktionskollegin Sabine Schuhbeck ergänzte, dass die Besucher des Kulturzentrums abends umso schwerer zu erkennen sind. Franz Mayer (CSU) sprach sich dagegen aus Gründen des Lärmschutzes für Tempo 30 aus: „Die Strecke lädt ein zum Beschleunigen.“ 

Dabei wies Mayer auf ein anderes Problem hin: Sollte der Tempo-30-Bereich ebenfalls am Fuße der Steigung enden, also wo er beginnt, würde das dazu verleiten, auf den letzten Metern vor dem Stadtplatz noch mal zu beschleunigen. Er schlug vor, das Tempo 30 in nördliche Richtung erst am Stadtplatz enden zu lassen. Dies begrüßten auch die übrigen Ausschussmitglieder. 

Die entscheidende Frage mit Blick auf ein generelles Tempo 30 stellte daraufhin Stefan Griesbeck (CSU): „Wo sind denn in der Innenstadt überhaupt noch 50 km/h möglich? Eigentlich könnten wir gleich eine Tempo-30-Zone machen. Das wäre eine Überlegung.“ Pongratz griff die Idee umgehend auf: „Wir haben viele Stellen mit Tempo 30. Eine Übersicht wäre gut.“ Die endgültige Entscheidung obliege dem Stadtrat. Die Resonanz im Ausschuss fiel positiv aus. Bis klar ist, ob generell Tempo 30 kommt, wird die Ausweitung des Bereichs auf der Schlierseer Straße zurückgestellt.

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