Verurteilt wegen Steuerhinterziehung

Ex-Wirtesprecher aus dem Landkreis Miesbach muss ins Gefängnis

Miesbach/Rosenheim - Der ehemalige Wirtesprecher schuldet dem Staat 1,06 Millionen Euro. Wegen Steuerhinterziehung wurde er verurteilt - jetzt legt der 45-Jährige Revision ein.

Ein ehemaliger Gastronom und Wirtesprecher (45) aus dem Landkreis Miesbach hat gegen seine Verurteilung durch das Landgericht München II Revision eingelegt. Gegen den 45-Jährigen war wegen Steuerhinterziehung eine Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verhängt worden. Mit diesem Urteil will sich der Ex-Gastronom nicht abfinden.

Nach Überzeugung der Wirtschaftsstrafkammer unter dem Vorsitz von Michaela Welnhofer-Zeitler hatte der Gastronom zwischen 2005 und 2009 in einer Wirtschaft in Tuntenhausen eine schwarze Kasse geführt. Demnach war die Kasse im Biergarten nicht an das übrige Kassensystem angeschlossen. Zwei polnische Service-Kräfte deckten die Ungereimtheiten auf. Demnach sollen an einigen Tagen sämtliche Umsätze verschwunden sein. Zudem wurden laut Anklage Mitarbeiter nach einem wiederkehrenden Muster gar nicht oder zu falschen Zeiten sozialversichert. Den entstandenen Schaden beziffert die Staatsanwaltschaft mit 1,06 Millionen Euro – 740 000 Euro Sozialbeiträge soll der Angeklagte veruntreut und weitere 324 000 Euro an Umsatz- und Lohnsteuern hinterzogen haben. Weil der Bundesgerichtshof (BGH) ab einem Schaden von einer Million Euro keine Bewährungsstrafe mehr vorsieht, soll der 45-Jährige nun ins Gefängnis.

Der Angeklagte hatte in den Kreisen Miesbach, Rosenheim und Bad Tölz-Wolfratshausen sechs Wirtschaften betrieben. Die Verfehlungen hat er stets bestritten. So gab er beim Prozessauftakt im April (wir berichteten) an: „Ich habe das alles so gemacht, wie ich es für richtig hielt.“ Den Vorwurf der schwarzen Kasse bezeichnete er an vorangegangenen Prozesstagen als „schlichtweg gelogen“.

wal/nip

Rubriklistenbild: © dpa

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