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Weiter verwenden statt wegwerfen: Im VIVO-Wertstoffzentrum Warngau stellten (v.l.) Kathrin Bohnert (Betriebsleiterin der Oberland-Werkstätten in Miesbach), Manfred Edenhofer (Leiter Kommunikation BRK-Kreisverband Miesbach), Günther Stranzinger (Bereichsleiter Sozialkaufhäuser bei der Diakonie Rosenheim) und VIVO-Geschäftsführer Thomas Frey die neue Aktion „Gebraucht & Gut“ vor, die im Mai getestet wird. 

VIVO-Aktion "Gebraucht & Gut"

Was würden Sie in diese Kisten packen?

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Landkreis - Man kennt das: Es gibt Dinge in Keller, Speicher und Garage, die man nicht mehr braucht, die aber zu schade sind zum Wegwerfen. Also wohin damit? Zurück in den täglichen Gebrauch – das ist das Ziel der Aktion „Gebraucht & Gut“, die die VIVO zusammen mit sozialen Einrichtungen im Mai testet.

Abfallwirtschaft bedeutet nicht nur Müll zu entsorgen, sondern auch Müll zu vermeiden. Dazu startet das kommunale Entsorgungsunternehmen VIVO gemeinsam mit dem Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), der Diakonie in Rosenheim und den Oberland-Werkstätten in Miesbach eine besondere Aktion: Unter dem Motto „Gebraucht & Gut“ werden im Mai ausrangierte Gegenstände gesammelt, die sozial schwachen Menschen zugute kommen sollen.

„Wir suchen gebrauchte, gebrauchsfähige und gut erhaltene Gegenstände“, erklärt VIVO-Geschäftsführer Thomas Frey beim Pressegespräch im Wertstoffzentrum Warngau. Das Prinzip ist einfach: Die VIVO nimmt die Sachen im eigens dafür hergestellten Karton entgegen und gibt sie weiter an Einrichtungen, die sie wieder verkaufen – das BRK in seinen Kleidermärkten in Hausham, Holzkirchen und Tegernsee, die Diakonie in ihren Sozialkaufhäusern in Bruckmühl, Rosenheim und Wasserburg und auch die VIVO auf ihrem Flohmarkt in Warngau. Artikel, die leicht zu reparieren oder zu säubern sind, werden von den Oberland-Werkstätten aufgehübscht.

Für die Aktion hat die VIVO eigens Sammelkisten aus Karton bedrucken lassen. Gesucht wird im Prinzip alles: Bücher, Heimtextilien wie Vorhänge und Tischdecken, kleinere Elektrogeräte, Sportartikel, Werkzeug, CDs, Geschirr, Deko-Artikel und Spielwaren, allerdings keine Stofftiere, Babyspielsachen und Puzzles. Angenommen wird aber nur gebrauchs- und funktionsfähige Ware.

Diakonie und BRK versprechen sich einiges von diesem Projekt. Denn die Sozialkaufhäuser und Kleidermärkte sind beliebt. „Bei uns kaufen viele Leute zu günstigen Preisen ein“, sagt Diakonie-Bereichsleiter Günther Stranzinger. Sozial Schwache bekommen darüber hinaus 20 Prozent Rabatt.

Angeboten werden Dinge des täglichen Bedarfs – vor allem Haushaltswaren jeglicher Art und auch Möbel. „Wichtig ist unseren Kunden, dass die Sachen funktionsfähig sind“, berichtet Stranzinger. Die Ware soll billig sein, aber nicht billig aussehen. Deshalb seien Markenartikel sehr begehrt.

Der Gebrauchtwarenverkaufs hat laut Stranzinger einen dreifach positiven Effekt: Die Güter kommen Bedürftigen zugute, erkrankte Personen finden in den Sozialkaufhäusern als Mitarbeiter Beschäftigung, und die Einnahmen stützen die karitative Arbeit der Diakonie.

Ähnlich ist es beim Kleidermarkt, wie Manfred Edenhofer, Kommunikationsleiter beim BRK-Kreisverband, erklärt. Dort bekommen sozial schwache Kunden – vom Kind bis zum Rentner – über die entsprechende Nachweiskarte vom Landratsamt 50 Prozent Nachlass. Der Schwerpunkt liege bei Kleidung, wobei das Sortiment auch mit Blick auf die VIVO-Aktion ausgeweitet werden soll. Beschäftigt sind dort aber Ehrenamtliche. „Mit den Einnahmen finanzieren wir nicht nur viele Projekte im Landkreis“, ergänzt Edenhofer, „sondern auch die Ausbildung und beschaffen Geräte, beispielsweise für die Wasserwacht.“

Für die Oberland-Werkstätten geht es dagegen um die Arbeit. „Wir verstehen uns als Kooperationspartner und Vorarbeiter“, sagt Betriebsleiterin Kathrin Bohnert. Vorsortieren und für den Verkauf herrichten – das könne man gegen eine Aufwandsentschädigung anbieten und damit das Betätigungsfeld der eigenen zum Teil psychisch erkrankten Beschäftigten erweitern.

Die Aktion im Mai ist ein Test, betont Frey. Ob und wie es weitergeht – eventuell dauerhaft oder nur mit einer zweiten Aktion im Herbst –, entscheidet die Resonanz. „Im Juni wissen wir, wie viel gute Ware wir bekommen haben.“ Als kostenlose Möglichkeit zur Müllentsorgung soll die Aktion nämlich nicht gesehen werden, sagt Frey. Er ist aber zuversichtlich, dass der Plan aller Beteiligten aufgeht: „Damit erreichen wir nicht nur abfallwirtschaftliche, sondern auch soziale Ziele.“

Die Aktion

Wer mitmachen will, kann vom 2. bis 31. Mai bis zu zwei leere Kartonkisten am Wertstoffzentrum in Warngau, den Wertstoffhöfen in Miesbach und Bad Wiessee, bei den Oberland-Werkstätten in Miesbach, Am Windfeld 25, sowie bei der Diakonie in Miesbach, Frühlingstraße 4, gratis abholen. Volle Kartons nehmen aufgrund der Lagerkapazitäten ausschließlich die zwei oben genannten Wertstoffhöfe und das Wertstoffzentrum entgegen. In die Sammelkiste dürfen nur gut erhaltene, nicht beschädigte, funktionsfähige und saubere Gegenstände. Fragen beantwortet die VIVO unter z 0 80 24 / 9 03 80 sowie per E-Mail an info@vivo warngau.de. Weitere Infos sind auf vivowarngau.de zu finden.

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