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Ärger in Gmund: "Dieses Fest hat unserem Ruf geschadet"

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Gelaufen: Gestern wurden Karussells und das Bierzelt am Gmunder Volksfestplatz abgebaut. foto: thomas plettenberg
Gelaufen: Mittlerweile wurden Karussells und das Bierzelt am Gmunder Volksfestplatz abgebaut. © Thomas Plettenberg

Gmund - Vor dem Beginn des Miesbacher Volksfestes sorgt das bereites zu Ende gegangene Volksfest in Gmund für Diskussionen. Die Gmunder sind enttäuscht. Der Gemeinderat hat den Vertrag mit dem Festwirt gekündigt.

Das Volksfest ist dem Gemeinderat so wichtig, dass er am Dienstag kurzfristig in nicht öffentlicher Sitzung über einen brisanten Punkt diskutiert - den Vertrag mit Festwirt Bastian Schuhmann. Der 28-Jährige Franke aus Hilpoltstein hatte zehn Tage lang das Bierzelt mit Vergnügungspark organisiert. Doch statt Begeisterung über frischen Wind nach der Ablöse des früheren Wirts Jochen Mörz, hagelte es Proteste (wir berichteten). Nicht nur am Stammtisch wurde über die gelb-rote Dekoration gelästert und Schuhmann wegen seiner fränkischen Speisekarte als „Frikadellen-Wirt“ verunglimpft. Vor allem der schlechte Service stieß den meist spärlichen Besuchern sauer auf.

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Trotz mahnender Worte des Rathauschefs gleich zu Beginn hatte sich der Fleiß der Bedienungen und Kellner im Laufe der Woche offenbar nicht wesentlich verbessert. „Die Kellner waren teilweise sehr unhöflich“, sagt Preysing, „und auch die Qualität der Küche ließ zu wünschen übrig.“ Preysing ist enttäuscht: „Dieses Gmunder Volksfest hat unserem Ruf sehr geschadet.“ Die Gemeinde müsse sofort reagieren, findet auch Vize-Bürgermeister Georg Rabl und begrüßt, dass gleich heute Abend in nicht öffentlicher Sitzung kurzfristig über das Dilemma diskutiert wird. Schuhmann hat zwar einen Drei-Jahres-Vertrag, doch ist davon auszugehen, dass sich Gmund auf die Ausstiegsklausel berufen und Schuhmann wieder vor die Türe setzen kann. Angeblich soll es auch um finanzielle Diskrepanzen gehen.

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Ist damit das Volksfest überhaupt in Gefahr? Auch darüber wird der Gemeinderat reden, zumal es schwierig sein dürfte, auf die Schnelle einen Ersatz-Wirt aus dem Hut zu zaubern. Immerhin hatte sich Gmund auf die Empfehlung des Brauhauses Tegernsee und die bisherigen Erfolge Schuhmanns - er war Festwirt beim Haushamer Volksfest - verlassen. „Dass es so schlecht wird, damit hat niemand gerechnet“, kommentiert Dritter Bürgermeister Kozemko die Misere.

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Während er einräumt, mit dem Volksfest „allmählich Bauchweh“ zu bekommen, glaubt Rabl an eine Zukunft für das Fest. „Sicherlich hat sich das Weggeh-Verhalten der Leute am Tegernsee durch den Boom der Waldfeste verändert“, so Rabl, „doch schon allein für die Kinder ist ein Volksfest mit Fahrgeschäften eine willkommene Abwechslung.“ Am Montagfrüh früh, nach einem einigermaßen gut besuchten Final-Abend mit großem Feuerwerk, sicherte Schuhmann noch eine Bilanz mit Zahlen zu. Zu der kam es nicht. Der Festwirt war trotz mehrmaliger Nachfrage nicht mehr zu erreichen. Seine Zelt in Gmund hat er gestern bereits abgebrochen. Möglicherweise für immer.

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