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Gekonnte Dynamik: Karl B. Kögl dirigiert den Sängerkreis Schliersee in der Oberlandhalle.

Volkstümlich, weltmännisch, modern

Miesbach - Premiere des Sängerkreis-Konzerts in der neue Oberlandhalle: Elf Chöre zeigen die ganze Bandbreite der Chormusik.

Nach dem Trachtenverein Miesbach hat auch der Sängerkreis Oberland den großen Test in der neuen Oberlandhalle gewagt - mit glänzendem akustischen Erfolg: Selbst die leiseren Parts vieler Chöre fanden mühelos den Weg zu den Besuchern in den steilen Rängen. Elf der 20 Gemeinschaften im Sängerkreis präsentierten Beispiele ihres Schaffens und wurden reichlich mit Beifall belohnt. Das Publikum setzte sich allerdings fast ausschließlich aus Chormitgliedern und Angehörigen zusammen.

Karl B. Kögl, der Vorsitzende des Sängerkreises, ehrte seine Vorgängerin Elisabeth Büchler, die ein Vierteljahrhundert den Sängerkreis leitete. Sie darf sich nun Ehrenvorsitzende nennen. Büchler stand auch 24 Jahre dem Chor- und Orchesterverein vor. Dieser Miesbacher Chor unter seinem Leiter Matthias Richter eröffnete auch das große Chorkonzert mit einem Indianer-Song „Evening rise“ und „Daydream Lullaby“ von Henry O. Millsby. Er überzeugte trotz seiner vergleichsweise geringen Stärke mit zehn Frauen und zwei Männern. Dann besetzten die 16 Frauen des Singkreises Schliersee das Podest, und Kögl führte diese mit gekonnter Dynamik durch zwei Lieder ihres Lieblings-Genres: „Heut ist der schönste Tag...“ und „Ein Lied geht um die Welt“, beide komponiert von Hans May und mit dem Star-Tenor Josef Schmitt untrennbar verbunden.

Der Männergesangverein Gmund, geleitet von Matthias Häusler, hielt der Volksweise „Im schönsten Wiesengrunde“ die Treue und glänzte auch mit dem Vaganten-Trinklied vom „goldenen Wein“ und dem „jungen Mägdelein“. Erstmals besonders großer Applaus brandete auf nach den Beiträgen des Chors Dissonanzen - etwa dem Gospel-Beitrag „Gabrielas Lied“ von Stefan Nilsson. „Ein nicht ganz fröhliches Lied“, wie Dirigent Hans Peljak vorab erklärte. Und auch „The Little Light“ von Nanni Byl traf den Nerv vorwiegend der jüngeren Generation.

Der Chor Mundwerk Hausham, dirigiert von Martina Kneißl hat sich ebenfalls neuerer Chorliteratur verschrieben und erntete riesigen Applaus mit „Fields Of Gold“ und „Don’t Stop Me Now“. Markus Zellinger präsentierte seinen Kammerchor Gymnasium Miesbach gut gemixt etwa mit „Sing We And Chant It“ und „Pase el agua“, aber auch „Wie kommt’s, dass du so traurig bist“ von Max Reger und „So soll es bleiben“ (Ich + Ich“ - und zum Schluss noch einen herrlichen Jodler.

Anika Kohlmorgern und ihrem WeyHalla Soul-Chor gelang es sogar, die ganze Versteigerungshalle zum Mitklatschen und Summen zu bewegen - zu Bob Dylans „Knocking On Heavens Door“, nachdem die Stimmung mit „Ain’t no Mountain High enough“ schon bereitet war. Stefan Krischke führte die Liedertafel Holzkirchen auf die Südseite der Alpen. Für das Trentiner Gebirgsjägerlied „Nel cuore dell’alpino“ - „ nicht militärisch glorifizierend“ - und schließlich „La Montanara“ von Toni Ortelli erntete das Ensemble donnernden Beifall.

Die Singvereinigung Miesbach unter dem Dirigat von Christoph Tonhauser glänzte zunächst volkmusikalisch mit „Mei Tag hod drei Stundn“, kam dann aber weltmännisch mit „Can’t Help Falling In Love“ daher. Sixtus Lampl dagegen hat sich der hiesigen Tradition verschrieben mit „I schwing hi, I schwing her“ und auch mit „zwoa schwarzbraune Rössal“.

Das große Finale bestritt der Jazzchor Miesbach mit Hans G. Hering. „I Wanna Be The Only One“, „Good Day Sunshine“ oder auch „Words“: Der mit 13 Männern und ebenso vielen Frauen auftretende Chor bekam viel Beifall für seine stimmigen Darbeitungen. Den Jazz- und den Kammerchor des Gymnasiums begleiten nun die besten Wünsche des Sängerkeise für den Auftritt beim Deutschen-Chorwettbewerb.

mm

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