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Sieht schlimmer aus, als es ist: Die Nachrüstung der betroffenen Diesel-Motoren – hier ist Andre Frech von Autohaus Weingärtner am Werk – dauert nur eine Stunde.

Weingärtner im Interview

Autohaus-Chef zu VW-Rückruf: Jeder sollte mitmachen

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Miesbach - Geld gibt's zwar keins, aber Diesel-Fahrer sollten trotzdem am VW-Rückruf teilnehmen. Was sonst droht, erklärt Autohaus-Chef Martin Weingärtner im Interview.

Martin Weingärtner (50): Autohaus-Inhaber aus Waakirchen

Die größte Rückrufaktion in der Geschichte von Volkswagen läuft. Alleine in Deutschland müssen rund 2,6 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstatt. Den Aufwand haben in erster Linie die Händler vor Ort. Auch das Autohaus Weingärtner in Miesbach und Waakirchen hat sich auf einen Ansturm besorgter Kunden vorbereitet – umsonst, wie es scheint. Bislang nämlich ist alles ruhig. Warum das nicht nur ungewöhnlich, sondern auch nicht ganz ungefährlich ist, erklärt Inhaber Martin Weingärtner im Interview.

Herr Weingärtner, wie viele Kunden haben ihre Fahrzeuge bislang nachrüsten lassen?

Weingärtner: Gerade einmal 50. Viel weniger als erwartet. Wir haben sogar befürchtet, dass wir an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen und extra einen neuen Diagnosetester angeschafft. Und jetzt passiert genau das Gegenteil. Dass eine Rückrufaktion so zögerlich angenommen wird, habe ich bislang noch nicht erlebt.

Wie erklären Sie sich das? An mangelnder Kundeninformation kann es ja kaum liegen, oder?

Weingärtner: Absolut nicht. VW hat jeden Besitzer eines betroffenen Fahrzeugs mindestens ein Mal, manche auch schon zwei Mal angeschrieben. Ich habe aber einen anderen Verdacht. Offenbar haben manche Kunden Angst, dass ihr Auto nach dem Eingriff mehr Sprit verbraucht oder nicht mehr so gut läuft. Dass das unberechtigt ist, hat ein gemeinsamer Test von ADAC und ÖAMTC gezeigt.

Vielleicht scheuen manche aber auch einfach nur den Aufwand...

Weingärtner: Das kann natürlich sein. Deshalb haben wir uns bemüht, die Umstände für den Kunden so gering wie möglich zu halten. Jeder, der sein Auto bei uns abliefert, bekommt einen kostenlosen Leihwagen. Auf Wunsch bieten wir auch einen Hol- und Bring-Service an. Wer lieber warten möchte, sollte etwa eine Stunde Zeit einplanen.

Was wird denn eigentlich genau gemacht?

Weingärtner: Von technischer Seite zwei Dinge: Wir spielen ein Software-Update auf und bauen einen Strömungsgleichrichter ein. Das ist ein kleines Kunststoffteil. Danach tragen wir die Nachrüstung in den Serviceplan ein und stellen eine Bescheinigung aus. Das ist wichtig, damit die Betriebserlaubnis nicht erlischt.

Würde das passieren, wenn man die Rückrufaktion verweigert?

Weingärtner: Ja. Wer sein Auto nicht nachrüsten lässt, muss im schlimmsten Fall mit einer Betriebsuntersagung gemäß Paragraf fünf der Fahrzeugzulassungsverordnung rechnen. Das steht auch in dem Schreiben, das die Kunden bekommen haben. Ich kann also nur jedem empfehlen, einen Termin zu vereinbaren. Als kleinen Anreiz spendieren wir noch einen kostenlosen Sicherheits-Check und eine Süßigkeitenbox.

Das klingt großzügig, ist aber im Vergleich zu den USA trotzdem eher mickrig. Wie oft sind Sie schon gefragt worden, warum VW hierzulande nicht auch eine Entschädigung von 4600 Euro zahlt?

Weingärtner:Bislang war das noch kein Thema. Dass die Leute deshalb aus Trotz nicht an der Rückrufaktion teilnehmen, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

sg

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