Vor Gericht

Wahnsinn: Mann will offenbar absichtlich Hund überfahren

Hundefreunden sehen die Haare zu Berge: In Miesbach steht ein Mann vor Gericht, der offenbar mit voller Absicht die Hunde einer Gmunderin überfahren wollte.

Glaubt man den Zeugenaussagen, möchte der 62-jährige Miesbacher Hunde lieber tot auf der Straße liegen als ohne Leine beim Gassigehen sehen. Laut Anklage hat der Mann im Juni 2014 in Müller am Baum versucht, mit seinem Pkw die beiden Hunde Gustl und Serro einer Gmunderin, zu überfahren. „Häng die Drecksköter an die Leine“, soll er obendrein der 54-jährigen Hundebesitzerin nach der Fahr-Attacke zurufen haben.

Nun saß der Mann auf der Anklagebank im Miesbacher Amtsgericht und ließ durch Rechtsanwalt Max-Josef Hösl den Vorfall aus seiner Sicht schildern. Demzufolge war der Hund vor sein Auto gesprungen, daher habe er nach links ausweichen müssen und den Hund gerammt. Überfahren wollen habe er die Hunde nicht.

Die Gegenseite schilderte das Geschehen völlig anders: Demzufolge begleitete die 54-jährige Gmunderin ihre Hunde mit dem Fahrrad, als der Geländewagen des Miesbachers auf der Gegenfahrbahn der ungeteerten Straße nahe der ehemaligen Papierfabrik auftauchte. Plötzlich habe der Wagen beschleunigt und frontal auf den Hund Serro zugehalten, der ein Stück weit vor der Gmunderin lief. Das Haustier habe versucht auszuweichen, wurde dabei von der Stoßstange erfasst und weggeschleudert. Dabei erlitt Serro mehrere Prellungen und Blutergüsse. Die Verletzungen musste der Tierarzt behandeln.

Damit nicht genug. Dem Miesbacher wird vorgeworfen, gleich zum nächsten Ziel angesetzt zu haben: Dem neunjährigen Gustl, der ein paar Meter hinter der Gmunderin trottete. „Es ging alles wahnsinnig schnell. Ich lief zu ihm und stellte mich als Schutz davor“, erzählte die 54-Jährige. Dann erst habe der 62-Jährige angehalten. Aus einem Reflex heraus habe sie in das offene Fahrerfenster gegriffen. Daraufhin habe der Miesbacher aus seinem Fahrzeug geschlagen und die Gmunderin, die seinen Schlag abwehren wollte, am Ellenbogen verletzt.

 Augenzeugen waren zwei Arbeiter, die sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens aufhielten und gerade Mittagspause machten. Beide bestätigten die Schilderungen der Gmunderin. „Das ist ein gefährlicher Mann“, sagte der sachbearbeitende Polizeibeamte. „Bei der Befragung gab er alles zu, zeigte aber keine Reue und wurde gleich aggressiv.“ Es gebe bereits einen ähnlichen Vorfall im Herbst 2013 mit einer Passantin aus Marienstein, die allerdings keine Anzeige erstattet habe. Warum er das getan hat? „Weil er Hunde hasst“, zitierte der Polizist die Vernehmung.

Im Verlauf der Verhandlung wurde für Richter Walter Leitner der Verdacht einer vorsätzlichen Tat immer deutlicher. Die Staatsanwältin beantragte nach der Beweisaufnahme, die Verhandlung aufgrund des deutlich höheren Strafumfangs an ein höheres Gericht zu geben. Dafür sei ein Schöffengericht zuständig, erklärte Leitner: „Leider müssen wir uns wiedersehen und den Fall noch einmal verhandeln.“ Dann werden die Schöffen über eine lange Liste von Anklagepunkten entscheiden müssen: gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung von Leib und Leben, Verstoß gegen das Tierschutzgesetz sowie Beleidigung und leichte Körperverletzung.

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